Plantarfasziitis und Fersensporn – Schmerzen unter der Ferse loswerden!

Kurzdefinition

Die Plantarfasziitis (umgangssprachlich oft „Fersensporn“) beschreibt Schmerzen unter der Ferse an der Fußsohle – meist innen am Fersenballen – die bis in Zehen oder Unterschenkel ausstrahlen können. Ursache ist eine mechanische Überlastung mit Entzündung der Plantarfaszie; der im Röntgen sichtbare „Fersensporn“ ist dabei meist Folge, nicht Auslöser. Zur Abklärung sind v. a. klinische Untersuchung, Ultraschall sowie je nach Verlauf MRT und DVT hilfreich.

Auf einen Blick

  • Leitsymptom: typischer morgendlicher Anlaufschmerz unter der Ferse; nach einigen Schritten besser, kommt nach Ruhephasen wieder.
  • Häufigkeit: sehr häufige Ursache von Fersenschmerzen; etwa 10% sind im Leben mindestens einmal betroffen.
  • Häufige Auslöser/Risikofaktoren: Fußfehlstellung (z. B. Knick-/Plattfuß), verkürzte Wadenmuskulatur, Überlastung (Sport/Start-Stop), Übergewicht, ungünstiges Schuhwerk.
  • Fersensporn richtig einordnen: der knöcherne Sporn ist meist Folge wiederkehrender Entzündungen – nicht die eigentliche Ursache der Schmerzen.
  • Diagnostik: klinische Tests + hochauflösender Ultraschall (inkl. Doppler/SMI) zur Bestätigung; je nach Fragestellung DVT (Statik/Sporn/Arthrose) und MRT (z. B. Ausschluss Stressfraktur/Differentialdiagnosen).
  • Therapieprinzip: in 3 Schritten – (1) Ursache finden, (2) kurzfristige Schmerzlinderung (z. B. Tape, Stoßwelle, Kryo, Polster/Orthese), (3) langfristige Stabilisierung/Rezidivprophylaxe (z. B. spezifische Programme, Einlagen, individuelle Planung); ausdrücklich keine Cortison-Injektionen.
Typischer Schmerzbereich bei Plantarfasziitis unter der Ferse
Plantarfasziitis Fersenschmerz Häufig liegt der Schmerz an der Innenseite des Fersenballens Plantarfaszie
Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Plantarfasziitis hat viele Namen: plantarer Fersensporn oder auch nur Fersensporn sind dabei die häufigsten. Diese Begriffe beschreiben Schmerzen unter der Ferse im Bereich der Fußsohle, meist ausgehend von der Innenseite des Fersenballens. Dabei können die Schmerzen bis in die Zehen oder den Unterschenkel ausstrahlen.

Plantarfasziitis ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen überhaupt – etwa 10% der Bevölkerung sind mindestens einmal im Leben davon betroffen. Wichtige Untersuchungen sind Ultraschall, MRT und DVT. Häufige Differentialdiagnosen sind Haglund-Syndrom, Tarsaltunnel-Syndrom, Arthrose im unteren Sprunggelenk und ausstrahlende Beschwerden von der Wirbelsäule.

Ursache und Krankheitsbild

Die Ursache der Plantarfasziitis ist die Entzündung einer kräftigen Sehnenplatte (der Plantarfaszie), die das Fußgewölbe von der Ferse bis zu den Zehengelenken überspannt. Ursache für diese Entzündung ist oft eine zunehmende Fußfehlstellung (schwerer Knick-Plattfuß), eine angeborene Fehlstellung (z.B. Hohl-Spreizfuß), verkürzte Wadenmuskulatur oder eine mechanische Überlastung (sportliche Belastung, Übergewicht, schlechtes Schuhwerk).

Plantarfasziitis Ursache udn Krankheitsbild
Anatomisches Modell des Fußes zur Darstellung des Krankheitsbildes Plantarfasziitis Copyright SciPro via shutterstock bearbeitet und übersetzt von Ben W Frach

Typische Symptome bei Plantarfasziitis / Fersensporn

Bei Plantarfasziitis / Fersensporn klagen die betroffenen Patienten oft typische Symptome. Besonders häufig ist morgendlicher Anlaufschmerz im Fersenbereich. Die Beschwerden werden mit einigen Schritten etwas besser, kehren aber spätestens nach der nächsten Ruhephase wieder zurück. Sportlich aktive Menschen beschreiben vor allem beim Aufwärmen wiederkehrende Probleme, die sich bei Spitzenbelastung noch verstärken (z.B. beim Absprung oder Start-Stop Bewegungen).

Die meisten Patienten mit Plantarfasziitis sind zwischen 30 und 60 Jahre alt. Typische Sportarten sind: Laufsport, Rückschlagsportarten (Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis, Badminton, Squash, etc) und Tanzsport.

Häufige Konstellationen bei Plantarfasziitis in unserer Praxis:

  • Überbelastung beim Laufsport mit verkürzter Wade
  • Senk-Spreizfuß und deutliche Gewichtszunahme
  • Senk-Spreizfuß mit Verschlechterung nach der Schwangerschaft

Allen Betroffenen gemeinsam: längere Aktivität mit Belastung der Ferse verursacht mehr Schmerzen. Je länger die Plantarfasziitis / Fersensporn besteht, desto früher kommen die Schmerzen. In ausgeprägten Fällen von Plantarfasziitis berichten die Patienten sogar von nächtlichen Fersenschmerzen.

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Gibt es einen Unterschied zwischen Plantarfasziitis und Fersensporn?

Die Bezeichnung Fersensporn ist aus medizinischem Unwissen heraus entstanden und hält sich trotzdem hartnäckig im allgemeinen Sprachgebrauch von Patienten und Ärzten. Für viele Jahrzehnte gehörte es zum Standardvorgehen, dass bei Fersenschmerzen ein „althergebrachtes“ klassisches Röntgenbild angefertigt wurde. Oft konnten die Ärzte auf den Röntgenbildern eine knöcherne Ausziehung im Bereich der geklagten Fersenschmerzen nachweisen, die als Fersensporn bezeichnet wurde. Man hat damals angenommen, dass der Fersensporn durch mechanischen Druck Schmerzen verursacht.

Inzwischen ist wissenschaftlich allgemein anerkannt, dass die typischen Schmerzen unter der Ferse durch eine mechanische Überlastung und Entzündung der Plantarfaszie entstehen, die dann medizinisch Plantarfasziitis genannt wird.

Der auf Röntgenbildern nachweisbare knöcherne Sporn (Fersensporn) ist eine Folge der immer wiederkehrenden Entzündung – aber nicht die Ursache der Beschwerden.

Plantarfasziitis – wie schlimm ist es bei mir?

Zu Beginn der Erkrankung Plantarfasziitis treten die Fersenschmerzen erst nach einer intensiven Belastung auf und verschwinden über Nacht fast vollständig. In dieser Phase der Erkrankung kann innerhalb weniger Wochen eine deutliche Besserung der Beschwerden erreicht werden.

Werden die Fersenschmerzen über längere Zeit nicht behandelt, treten die Probleme bereits im Alltag, bei geringer Belastung oder schon während des Sports auf. Trainingseinheiten müssen abgebrochen werden und alltägliche Wege werden beschwerlich.

Bei sehr ausgeprägter Plantarfasziitis besteht ein quälender Dauerschmerz, vor allem in Ruhe und auch Nachts. Jeder Schritt ist unangenehm und es zeigen sich erste Folgen der ständigen Fehlbelastung – zum Beispiel neu aufgetretene Schmerzen an der Fußaußenseite. In dieser Phase der Erkrankung Plantarfasziitis ist eine schnelle Besserung nur selten zu erwarten. Bis zu einer ausreichenden Besserung dauert es viele Wochen. So eine Situation verlangt intensive und konsequente Therapie.

Foto schwerer Knick-Plattfuß
Schwerer Senk Spreizfuß als mögliche Ursache einer Plantarfasziitis Durch das Absinken des Fußlängsgewölbes entsteht bei jedem Schritt eine Zugbelastung der Plantarfaszie Gleichzeitig kommt es dabei zu einer geringen Drehung der Ferse nach außen Aus diesem Grund entstehen die Schmerzen bei Plantarfasziitis fast immer auf der Innenseite der Ferse

Langzeitfolgen bei Plantarfasziitis

Viele Patienten versuchen den Fersenschmerz zu vermeiden und laufen (oft unbewußt) mehr auf der Fußaußenseite. Dadurch kommt es oft zu Folgeschmerzen am Fußaußenrand und im Bereich der kleinen Zehe. Auf Dauer werden durch die Fehlbelastung auch andere Körperregionen überlastet: es kann zu Beschwerden der Sprunggelenke und Knie, sowie Hüfte, ISG-Gelenk und Wirbelsäule kommen.

Durch wiederholte Überbeanspruchung kann es zu einem Nervenengpass-Syndrom zwischen Fersenbein und Plantarfaszie kommen. Der betroffene Nerv versorgt einen Muskel auf der Außenseite des Fußes (M abductor digiti minimi) – durch den Nervenengpass spüren die Patienten plötzlich zusätzliche Schmerzen und Probleme auf der Fußaußenseite.

Diagnostik bei Plantarfasziitis und Fersensporn

Untersuchung in der Praxis

Die Diagnose Plantarfasziitis kann ein erfahrener Fußspezialist durch klinische Tests mit hoher Sicherheit bereits beim ersten Besuch in der Sprechstunde stellen. Neben dem sehr typischen Druckschmerz bei der ärztlichen Untersuchung kann mit hochauflösenden Ultraschallbildern die Veränderung der Plantarfaszie direkt nachgewiesen werden.

Ultraschall

Eine gesunde Plantarfaszie ist bei der Ultraschalluntersuchung etwa 3-4mm dick. Die entzündlich veränderte Plantarfaszie bei Plantarfasziitis / Fersensporn kann 6 bis 10mm erreichen! Mit spezialisiertem Doppler-Ultraschall (SMI) kann die akute Plantarfsziitis sehr gut bestätigt und von degenerativen Veränderungen der Plantarfaszie unterschieden werden.

Die eigentliche Schwierigkeit für den Fußspezialisten besteht jedoch darin, die Ursache der Erkrankung zu identifizieren. Bereits eingetretene Folgeprobleme (z.B. Stressfraktur des Fersenbeins) können entscheidend für die individuelle Therapie sein.

Röntgen und MRT

Eine mögliche Fehlstatik des Fußes kann mit Digitaler Volumentomografie sehr gut dargestellt werden. Diese innovative Technik nutzen wir regelmäßig als Alternative zum klassischen Röntgen mit sehr guten Erfolgen. Insbesondere Patienten mit Schmerzen über mehrere Monate trotz intensiver Therapie erfahren oft erst durch eine Digitale Volumentomografie die eigentliche Ursache Ihrer Problematik.

Übrigens: „normales“ Röntgen führt nur in 2% der Patienten mit Plantarfasziitis zu Erkenntnissen, die später die Behandlung beeinflussen (Schneider HP. et al., J Foot Ankle Surg 2018).

Großer Vorteil der DVT Diagnostik bei Plantarfasziitis und Fersensporn ist, dass mehrer Dinge gleichzeitig mit einer Untersuchung abgeklärt werden können: die sehr wichtige Fußstatik, die Abnutzung der umliegenden Fußgelenke und die tatsächliche Größe des plantaren Fersensporns kommen mit einer DVT-Untersuchung zur Darstellung.

Früher hatte man bei Plantarfasziis häufig auf dem Röntgenbild einen kleinen knöchernen Sporn an der Ferse erkannt. Da man damals schlicht keine bessere Erklärung für die Schmerzen hatte, wurde dem Sporn die Verursachung der Schmerzen unterstellt – die Diagnose „Fersensporn“ war entstanden. Heute weiß man, dass der Fersensporn nicht die Ursache ist, sondern eine Folge der wiederholten Entzündung der Plantarfaszie darstellt.

Digitale Volumentomografie Plantarfasziitis großer Fersensporn sagital
DVT Bild Ausschnitt aus der Praxis von Dr Böhr mit 12mm sehr ausgeprägter plantarer Fersensporn Ab einer Größe von etwa 10mm kann der plantare Fersensporn selbst zum Problem werden und wegen der dauerhaften mechanischen Überlastung immer wieder Entzündungen und Schmerzen verursachen Copyright Dr S Böhr

Um Stressfrakturen des Fersenbeins auszuschließen, nutzen wir in einigen Fällen die Magnetresonanztomografie (MRT). Gleichzeitig können so weitere wichtige Differentialdiagnosen ausgeschlossen werden.

Plantarfasziitis im MRT sagital PD Fersensporn entzündet
MRT Bild aus der Praxis von Dr Böhr typisches Bild einer chronischen Plantarfasziitis mit deutlicher Verdickung und perifokaler Entzündung Identischer Patient wie im DVT Bild zuvor Deutlich erkennbar die Größe des plantaren Fersensporns wird im MRT regelhaft unterschätzt MRT Modalität PDw Copyright Dr S Böhr

Therapie Plantarfasziitis / Fersensporn

Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk behandeln wir die Plantarfasziitis in drei wesentlichen Schritten:

  1. Suche nach der Ursache der Erkrankung
    Diese beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und beinhaltet auch die weiterführenden Untersuchungen, welche in der Regel bereits bei der Erstvorstellung in der Praxis durchgeführt oder zumindest initiiert werden können (Ultraschall, DVT, MRT, Pedobarografie).
  2. Kurzfristige Beschwerdelinderung
    Zum Beispiel mit Kinesiotape, Faszientherapie, Stoßwellentherapie, Kryotherapie, Silikonfersenpolster, Photobiomodulation, speziellen Orthesen und/oder passiven Einlagen mit Silikonweichbettung. KEINE Injektionen mit Cortion!
  3. Mittel- und langfristige Beschwerdelinderung sowie Rezidivprophylaxe
    Hier kommen spezielle Physiotherapie-Programme (z.B. Spiraldynamik©), Aktiveinlagen, die elektronische Muskelstimulation oder auch Osteopathie-Konzepte zur Anwendung. Dazu besprechen wir mit jedem Patienten in der Praxis einen individuell angepassten Therapieplan.
Ein Fuß wird mit Stoßwellentherapie behandelt
Fokussierte Stoßwellentherapie von Ihrem Fußspezialisten Dr Stefan Böhr persönlich In unserer Privatpraxis in Berlin Zehlendorf nutzen wir regelmäßig die kombination aus radialer Stoßwelle und fokussierter Stoßwelle um noch schneller die Ziele unserer Patienten zu erreichen Copyright Dr Stefan Böhr

Patienten-Checkliste Therapie Plantarfasziitis

Plantarfasziitis und Fersensporn – was tun bei ausbleibender Besserung trotz Therapie?

Bei ausbleibender Besserung stehen zwei Fragen im Vordergrund:

  • wurde die Therapie individuell auf die Probleme des Patienten abgestimmt? Nicht vergessen: die Ursache der Plantarfasziitis muss behoben werden!
  • wurden nach ausbleibender Besserung seltene Differentialdiagnosen im MRT und DVT ausgeschlossen? Manches Mal werden ähnliche Beschwerden wie bei Plantarfasziitis und Fersensporn auch von anderen, schwer zu diagnostizierenden Erkrankungen ausgelöst.

In den meisten Fällen mit ausbleibender Besserung bei Plantarfasziitis und Fersensporn sind nicht alle Aspekte der Erkrankung ausführlich untersucht und analysiert worden. Unser Tipp: suchen Sie in so einem Fall einen Fußspezialisten um der Sache auf den Grund zu gehen.

Photobiomodulation / low level Lasertherapie bei Plantarfasziitis

Ein vielversprechendes Konzept für die ersten Wochen der Therapie einer Plantarfasziitis ist die Photobiomodulation – auch low level Lasertherapie genannt. Diese Therapiemethode ist eine Ergänzung zur Therapie bei Plantarfasziitis – KEIN ERSATZ! Wird die Photobiomodulation zusätzlich zur herkömmlichen Therapie genutzt, kann in den ersten drei Wochen der Therapie eine relevante Schmerzreduktion erreicht werden (Ketz AK. et al., Int J Sports Phys Ther., 2024).

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Bleibt eine Besserung der Beschwerden bei Plantarfasziitis oder Fersensporn aus, obwohl die genaue Analyse durch einen Experten für Fuß & Sprunggelenk erfolgt ist, kommt eine ergänzende Therapiemethode zum Einsatz: die low-dose Radiotherapie. Dabei wird eine Gesamtstrahlendosis von circa 3 Gray zweimal wöchentlich in Einzeldosen von jeweils 0,5 Gray gezielt appliziert (S2e Leitlinie, DEGRO, 2022).

Checkliste Plantarfasziits – ausbleibende Besserung trotz Therapie

Eine operative Therapie der Plantarfasziitis ist nur in Ausnahmefällen notwendig. Lesen Sie im nächsten Abschnitt mehr dazu, ob und wann einer Operation bei Plantarfasziitis sinnvoll ist. Denn nur bei unzureichender Beschwerdebesserung trotz konsequenter Therapie über 6-12 Monate kommt eine Operation infrage. Vorher sollte in jedem einzelnen Fall die Diagnose und korrekte Therapie bei Plantarfasziitis / Fersensporn durch einen Fußspezialisten bestätigt werden.

Weitere Informationen & nächste Schritte

Wann sollte ich Fersenschmerzen ärztlich abklären lassen?

Viele Fälle einer Plantarfasziitis lassen sich konservativ gut behandeln. Eine ärztliche Abklärung ist dennoch sinnvoll, wenn Beschwerden ungewöhnlich stark, anhaltend oder atypisch sind – insbesondere, um andere Ursachen von Fersenschmerzen sicher auszuschließen.

Zeitnah abklären (in den nächsten Tagen/Wochen), wenn …

  • die Schmerzen länger als 2–3 Wochen bestehen oder trotz Entlastung wiederkehren.
  • der Anlaufschmerz morgens deutlich ist und Sie Ihre Alltagsbelastung spürbar reduzieren müssen.
  • die Beschwerden bei Sport oder langen Gehstrecken zunehmen und sich nicht stabilisieren.
  • Sie bereits verschiedene Maßnahmen (z. B. Schuhwechsel, Einlagen, Dehnung) versucht haben – ohne klare Besserung.
  • Sie unsicher sind, ob es wirklich eine Plantarfasziitis ist (z. B. wechselnde Schmerzorte, ungewohnte Ausstrahlung).

Dringend / kurzfristig (sofort oder innerhalb von 24–48 h) abklären, wenn …

  • Sie plötzlich starke Fersenschmerzen bekommen und kaum auftreten können.
  • eine deutliche Schwellung, Rötung, Überwärmung oder Fieber hinzukommt.
  • der Schmerz nach einem Unfall/Umknicken auftritt oder Sie ein „Knacken“/Reißen gespürt haben.
  • Taubheitsgefühle, Kribbeln oder neurologische Symptome dazukommen.
  • Sie an Diabetes, relevanten Durchblutungsstörungen, Rheuma/entzündlich-rheumatischen Erkrankungen leiden oder Immunsuppression besteht.

Warum ist die Abklärung wichtig?

Je nach Befund kann neben der Plantarfasziitis auch eine andere Ursache dahinterstecken (z. B. Stressfraktur, Nervenkompression, Sehnenansatzreizung oder selten entzündliche/systemische Ursachen). Eine gezielte Diagnostik (klinisch, ggf. Ultraschall, bei Bedarf DVT/MRT) schafft Klarheit und verkürzt oft den Weg zur passenden Therapie.

Termin zur Abklärung: Wenn Ihre Beschwerden anhalten oder Sie eines der Warnzeichen erfüllen, vereinbaren Sie gern einen Termin – wir erstellen eine individuelle Diagnostik- und Therapieplanung.

FAQ – Plantarfasziitis & Fersensporn

Was ist eine Plantarfasziitis?

Die Plantarfasziitis ist eine schmerzhafte Reizung/Entzündung der Plantarfaszie – einer kräftigen Sehnenplatte an der Fußsohle, die das Längsgewölbe von der Ferse bis zu den Zehen stützt. Typisch sind Schmerzen unter der Ferse, meist an der Innenseite des Fersenballens, teils mit Ausstrahlung.

Was ist der Unterschied zwischen Plantarfasziitis und Fersensporn?

„Fersensporn“ ist meist ein Röntgenbefund (knöcherne Ausziehung an der Ferse). Heute gilt: Die typischen Beschwerden entstehen vor allem durch Überlastung/Entzündung der Plantarfaszie (= Plantarfasziitis). Der Fersensporn ist in vielen Fällen Folge wiederholter Entzündungen – nicht die Ursache der Schmerzen.

Welche Symptome sind typisch?

Sehr häufig ist der morgendliche Anlaufschmerz: Nach den ersten Schritten wird es oft besser, nach Ruhephasen kommen die Schmerzen wieder. Sportlich Aktive berichten oft über Beschwerden beim Aufwärmen, die sich bei Spitzenbelastungen (Absprung, Start-Stopp) verstärken. Bei längerem Verlauf können Schmerzen früher und in schweren Fällen auch nachts auftreten.

Wie häufig ist Plantarfasziitis?

Plantarfasziitis ist eine der häufigsten Ursachen für Fersenschmerzen. Etwa 10% der Bevölkerung sind mindestens einmal im Leben betroffen. Häufig betroffen sind Patient:innen zwischen 30 und 60 Jahren, oft auch sportlich aktive Menschen (u. a. Lauf- und „Stop-and-go“-Sportarten).

Was sind häufige Ursachen und Risikofaktoren?

Auslöser ist häufig eine mechanische Überlastung. Dazu passen u. a. Fußfehlstellungen (z. B. ausgeprägter Knick-/Plattfuß, Senk-/Spreizfuß), verkürzte Wadenmuskulatur, Übergewicht, Trainings-/Belastungssteigerungen sowie ungeeignetes Schuhwerk.

Können die Schmerzen ausstrahlen oder „woanders herkommen“?

Ja. Die Schmerzen können bis in Zehen oder Unterschenkel ausstrahlen. Zusätzlich ist es wichtig, andere Ursachen von Fersenschmerzen zu berücksichtigen (Differentialdiagnosen), z. B. Haglund-Syndrom, Tarsaltunnel-Syndrom, Arthrose im unteren Sprunggelenk oder ausstrahlende Beschwerden von der Wirbelsäule.

Wie wird die Diagnose Plantarfasziitis gestellt?

Ein erfahrener Fußspezialist kann die Diagnose häufig schon durch klinische Tests und den typischen Druckschmerz stellen. Sehr hilfreich ist der hochauflösende Ultraschall, mit dem Veränderungen der Plantarfaszie direkt sichtbar werden. Entscheidend ist außerdem, die Ursache (z. B. Fehlstatik) zu identifizieren.

Welche Rolle spielt Ultraschall – und was ist „verdickt“?

Im Ultraschall ist eine gesunde Plantarfaszie typischerweise etwa 3–4 mm dick. Bei Plantarfasziitis kann sie deutlich verdicken, teils 6–10 mm. Mit spezialisiertem Doppler-Ultraschall (SMI) lässt sich eine akute Entzündung gut bestätigen und von eher degenerativen Veränderungen abgrenzen.

Wann sind DVT (Digitale Volumentomografie) oder MRT sinnvoll?

Eine DVT kann vor allem eine Fehlstatik des Fußes sehr gut darstellen und mehrere Aspekte gleichzeitig beurteilen (Statik, angrenzende Gelenke, Größe eines plantaren Fersensporns). Ein MRT wird u. a. genutzt, um Stressfrakturen des Fersenbeins auszuschließen und wichtige Differentialdiagnosen abzuklären.

Wie läuft die Behandlung bei Plantarfasziitis grundsätzlich ab?

Das Therapiekonzept umfasst drei Schritte:

  1. Ursache finden und behandeln (Anamnese, ggf. Ultraschall/DVT/MRT/Pedobarografie),
  2. kurzfristige Schmerzlinderung (z. B. Tape, Stoßwelle (Details: Stoßwellentherapie: Ablauf & Indikationen), Kryotherapie, Silikonfersenpolster, Orthesen/Einlagen),
  3. mittel-/langfristige Stabilisierung und Rezidivprophylaxe (z. B. spezielle Programme, aktive/passive Einlagen, individuelle Planung).

Gibt es Therapien, die ihr nicht empfehlt?

keine Cortison-Injektionen

Was, wenn es trotz Therapie nicht besser wird?

Dann stehen zwei Punkte im Vordergrund:

  1. Wurde die Therapie wirklich individuell auf die Ursache abgestimmt? (Die Ursache muss behoben werden.)
  2. Wurden bei ausbleibender Besserung seltenere Differentialdiagnosen mithilfe von MRT und DVT ausgeschlossen? In solchen Fällen ist eine erneute, strukturierte Analyse durch einen Fußspezialisten sinnvoll.

Was ist Photobiomodulation (Low-Level-Lasertherapie) – und wann passt das?

Photobiomodulation wird als Ergänzung (kein Ersatz) beschrieben, insbesondere in den ersten Wochen der Therapie. In Kombination mit der Standardtherapie kann sie in den ersten drei Wochen eine relevante Schmerzreduktion unterstützen.

Welche Rolle spielt eine Low-dose-Radiotherapie?

Bei anhaltenden Beschwerden trotz genauer Analyse kann ergänzend eine low-dose Radiotherapie eingesetzt werden. Gesamtdosis von ca. 3 Gray, zweimal wöchentlich, in Einzeldosen von 0,5 Gray beschrieben (DEGRO S2e-Leitlinie 2022).

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen notwendig. Laut Seite kommt sie typischerweise erst dann infrage, wenn trotz konsequenter Therapie über 6–12 Monate keine ausreichende Besserung erreicht wird – und nachdem Diagnose sowie Therapieansatz durch einen Fußspezialisten bestätigt wurden.

Spezialistensuche & Privatpraxis – häufige Fragen

Was bringt ein Fußspezialist bei Plantarfasziitis, wenn der Hausarzt oder allgemeine Orthopäde nicht weiterhilft?

Ein erfahrener Fußspezialist geht über die Standardtherapie hinaus: Er sucht gezielt nach der eigentlichen Ursache – sei es eine Fußfehlstatik, eine verkürzte Wadenmuskulatur oder eine bereits eingetretene Folgeproblematik wie eine Stressfraktur des Fersenbeins. Genau diese Ursachenanalyse, kombiniert mit moderner Bildgebung (hochauflösender Ultraschall mit Doppler, DVT, MRT), fehlt häufig in der allgemeinen Versorgung. Ohne Ursachenbehandlung kehren die Beschwerden häufig nach jeder Therapie zurück oder bessert sich gar nicht erst.

Lohnt sich eine Privatpraxis bei Plantarfasziitis – oder reicht die Kassenversorgung?

Bei unkomplizierten, frischen Fällen von Plantarfasziitis ist die Kassenversorgung oft ausreichend. Eine spezialisierte Privatpraxis lohnt sich besonders dann, wenn die Beschwerden trotz Standardtherapie anhalten oder immer wiederkehren, wenn eine genaue Ursachenanalyse bisher gefehlt hat, oder wenn Sie eine umfassende Diagnostik und ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept wünschen – statt einer Standardbehandlung im Zehn-Minuten-Takt. In unserer Praxis plant Dr. Böhr für die Erstvorstellung 20-30 Minuten ein – ausschließlich mit dem spezialisierten Facharzt persönlich.

Kann ich als Patient von außerhalb Berlin zu Ihnen kommen?

Ja – ein Großteil unserer Patienten reist gezielt aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland an, häufig zur Zweitmeinung oder nach längerer erfolgloser Behandlung. Die Praxis ist auf überregionale Patienten eingestellt: Bereits beim Ersttermin führen wir wesentliche Untersuchungen durch, sodass Sie mit einem klaren Befund und einem konkreten Therapieplan nach Hause fahren. Für die Anreise stehen kostenlose Parkplätze sowie eine gute ÖPNV-Anbindung zur Verfügung.

Wie unterscheidet sich Ihre Diagnose von dem, was ich bisher bekommen habe?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Tiefe der Diagnostik. Während bei Plantarfasziitis häufig ein konventionelles Röntgenbild angefertigt wird – das in über 98% der Fälle keinen therapeutischen Mehrwert bringt (Schneider et al., J Foot Ankle Surg 2018) – setzen wir auf hochauflösenden Ultraschall mit Doppler-Technologie (SMI), der die Entzündungsaktivität direkt sichtbar macht, sowie auf die Digitale Volumentomografie (DVT) zur Beurteilung der Fußstatik und möglicher Begleitprobleme. So finden wir häufig Ursachen, die in der Standarddiagnostik übersehen werden.

Zuletzt medizinisch geprüft 21.02.2026 von Dr. S. Böhr, Ärztlicher Leiter & Inhaber vom Zentrum für Fuß & Sprunggelenk in Berlin