MRT im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk

Kurz zusammengefasst
MRT ist unverzichtbar, wenn Sehnen, Bänder, Knorpel oder Knochenmarködem beurteilt werden müssen — Strukturen, die weder Röntgen noch DVT ausreichend darstellen können. Entscheidend für die Bildqualität ist die richtige Lagerung: Sehnen des Rückfußes müssen in Bauchlage untersucht werden, sonst entstehen Artefakte, die zu Fehldiagnosen führen können. Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk werden MRT-Anforderungen deshalb immer individuell und fachspezifisch formuliert.

Magnetresonanztomografie

MRT ist eines der wichtigsten diagnostischen Mittel moderner Fußchirurgie. Neben Sonografie und Digitaler Volumentomografie ist die Magnetresonanztomografie in vielen Fällen für eine sichere Diagnosestellung unverzichtbar.

MRT – hochauflösende Bilder ohne Strahlenbelastung

Das Grundprinzip der Magnetresonanztomografie beruht auf Magnetfeldern, die schnell nacheinander an- und wieder abgeschaltet werden. Durch die wechselnden Magnetfelder werden Protonen (Wasserstoff-Ionen) wiederholt magnetisch ausgerichtet, um danach wieder in ihre Ausgangslage zurück zu kehren. Bei diesem Relaxation genannten Vorgang entsteht ein sehr schwaches magnetisches Feld, das mit moderner Technik gemessen und in Bilder umgewandelt werden kann.

MRT funktioniert ohne Röntgenstrahlung, es entsteht also keine Belastung mit ionisierter Strahlung wie beim Röntgen. Im Unterschied zu Röntgen und DVT dauert eine MRT Untersuchung aber deutlich länger. 15-20 Minuten „in der Röhre“ muss man als Patient für eine MRT Untersuchung einplanen. Zudem ist die Magnetresonanztomografie eine laute Untersuchung: Das wiederholte An- und Abschalten von starken Magnetfeldern verursacht Lärm. Aus diesem Grund tragen alle Patienten bei der Untersuchung einen Gehörschutz.

MRT OSG sag PD FS
MRT Bild aus der Praxis von Dr Böhr: Oberes Sprunggelenk / Rückfuß sagittal, fettgesättigte Spin-Echosequenz, PD-Wichtung. Eine sehr gute Standardsequenz bei noch nicht abschließend geklärter Beschwerdeursache. Achillessehne und Plantarfaszie sind gut beurteilbar, ebenso die Knochen und Gelenke von Rückfuß und oberem Sprunggelenk. Auffällig im vorliegenden Bild: geringe Flüssigkeitsvermehrung zwischen oberem und unterem Sprunggelenk als Zeichen einer starken sportlichen Überbeanspruchung.

Was kann die MRT – und was nicht?

Die Magnetresonanztomografie kann sehr gut Entzündungen und Weichteile darstellen – also zum Beispiel Muskeln, Bänder, Sehnen und frische Verletzungen. Insbesondere beim Nachweis von Knochenmarkoedemen und Sehnenverschleiß sind MRT-Bilder unverzichtbar. Auch in der Darstellung von Gewebewucherungen und Tumoren wie Achillodynie und Morbus Ledderhose spielt MRT eine sehr große Rolle.

Ihr Weg zu schmerzfreier Mobilität
Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Privatpraxis!
Tel. 030 – 34 39 59 47
anmeldung@ortho-pede.de

Es gibt für MRT-Untersuchungen an Fuß und Sprunggelenk wesentliche Schwachpunkte:

  • MRT-Untersuchungen können mit aktuell üblichen Geräten nur im Liegen erfolgen – Informationen zur Statik von Fuß und Sprunggelenk bleiben damit verborgen.
  • Um aussagekräftige MRT Bilder der Sehnen des Rückfußes (Tibialis posterior Sehne, Peronealsehnen, Flexor hallucis longus Sehne und Flexor digitorum longus Sehne) zu erhalten, muss die MRT Untersuchung in Bauchlage erfolgen. Damit das möglich ist, muss ein Spezialist für Fuß und Sprunggelenk vor der MRT Untersuchung die richtigen Hinweise für das MRT Institut geben. Sonst erfolgt die MRT Untersuchung üblicherweise in Rückenlage des Patienten und die Darstellung der Sehnen des Rückfußes wird häufig durch das Magic Angle Artefakt stark negativ beeinträchtigt. Aus ähnlichen Gründen sollte auch die MRT Untersuchung des Vorfußes bei der Frage Morton Neurom im Bauchlage erfolgen.
  • Knochenbrüche sind nur eingeschränkt beurteilbar. Hier eignet sich die Digitale Volumentomografie als Hochkontrastbildgebung besser.
  • Die Ortsauflösung aktuell üblicher MRT-Untersuchungen beträgt etwa 3x3x3mm. Das heißt: sehr kleine Veränderungen sind nur eingeschränkt darstellbar. Hochkontrastbildgebung wie moderne DVT-Geräte erreichen eine Ortsauflösung von 0,2×0,2×0,2mm – das bedeutet rechnerisch 3000 mal mehr Bildinformation für den Untersucher.

Wann darf eine MRT Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Da bei der Magnetresonanztomografie ein sehr starkes Magnetfeld zum Einsatz kommt (1,5 bis 3 Tesla), können bestimmte Metallimplantate im Körper zu Problemen führen. Dies gilt für Untersuchungen an Fuß und Sprunggelenk auch, wenn sich das Metall weit weg von der zu untersuchenden Region befindet.

Absolute Kontraindikationen für eine MRT:

  • Ältere Herzschrittmacher
  • Ferromagnetische Gefäßclips
  • Cochleaimplantate
  • Bestimmte Gefäßimplantate und metallische Herzklappen
  • Unter der Haut implantierte Insulinpumpen

Außerdem kann es für Patienten mit Platzangst (Klaustrophobie) schwierig sein, längere Zeit im MRT-Gerät ruhig liegen zu bleiben. Bei Untersuchungen an Fuß und Sprunggelenk befindet sich in der Regel nur die Untersuchungsregion „in der Röhre“, Oberkörper und Kopf aber nicht.

Für Schwangere in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft (erstes Trimenon) wird eine MRT-Untersuchung ebenfalls nicht empfohlen.

Häufige Fragen zur MRT-Untersuchung an Fuß und Sprunggelenk

Wann brauche ich für Fuß und Sprunggelenk ein MRT – und wann reicht DVT oder Ultraschall?

DVT zeigt Knochen dreidimensional unter Belastung – MRT zeigt Weichteile: Sehnen, Bänder, Knorpel, Knochenmarködem und Entzündungen. Beide Verfahren sind komplementär, nicht alternativ. Bei Verdacht auf einen Sehnenriss, Tibialis-Posterior-Syndrom, Osteochondrale Läsion des Talus oder Morbus Ledderhose ist das MRT in der Regel unverzichtbar — zusätzlich zur DVT, nicht statt ihr. Ultraschall ergänzt beide als schnelles Echtzeit-Verfahren für Sehnen und Entzündungen direkt in der Praxis.

Warum ist die Lagerung beim MRT des Fußes so wichtig?

Für eine korrekte Beurteilung der Sehnen am Rückfuß — also Tibialis-posterior-Sehne, Peronealsehnen und Flexor-Sehnen — muss die Untersuchung zwingend in Bauchlage erfolgen. Geschieht dies in Rückenlage, entsteht das sogenannte Magic-Angle-Artefakt, das gesunde Sehnen als pathologisch erscheinen lässt. Auch bei Verdacht auf Morton Neurom am Vorfuß ist Bauchlage erforderlich. Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk werden diese Anforderungen vor jeder MRT-Überweisung schriftlich an das Radiologieinstitut übermittelt.

Kann ich eine MRT-Untersuchung machen lassen, wenn ich Platzangst habe?

Bei Untersuchungen an Fuß und Sprunggelenk befindet sich in der Regel nur der Unterschenkel in der Röhre — Oberkörper und Kopf bleiben außerhalb. Viele Patienten, die bei einer Körper- oder Kopf-MRT Probleme mit Klaustrophobie haben, kommen mit einer Fuß-MRT deutlich besser zurecht. Sprechen Sie uns bei Bedenken gerne vorab an.

Für wen ist eine MRT-Untersuchung nicht geeignet?

Absolute Kontraindikationen sind ältere Herzschrittmacher, ferromagnetische Gefäßclips, Cochleaimplantate, bestimmte Gefäßimplantate und metallische Herzklappen sowie implantierte Insulinpumpen. Für Schwangere im ersten Trimenon wird MRT ebenfalls nicht empfohlen. Moderne Titan-Implantate nach Fußoperationen sind in der Regel MRT-kompatibel — bitte klären Sie dies im Einzelfall mit uns.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine MRT-Untersuchung am Fuß?

Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen die Kosten für eine MRT-Untersuchung in der Regel problemlos. Gesetzlich Versicherte benötigen eine Überweisung vom Facharzt. Wir stellen Ihnen bei Bedarf eine entsprechende Überweisung mit den notwendigen fachspezifischen Angaben zur Lagerung aus.

Diagnostik & Therapie an Fuß und Sprunggelenk – weiterführende Informationen

Verstehen & Einschätzen

Therapie & Behandlung

Verwandte Themen

Fazit: MRT und DVT – komplementär, nicht konkurrierend

MRT und DVT beantworten unterschiedliche Fragen. Die DVT zeigt, wie Knochen und Fußstatik unter Belastung aussehen — mit einer Auflösung, die das MRT nicht erreicht. Das MRT zeigt, was DVT und Ultraschall nicht sehen können: Sehnenqualität, Knorpelzustand, Knochenmarködem und Weichteiltumoren. Wer eine dieser Methoden als ausreichend betrachtet, riskiert eine unvollständige Diagnose.

Ebenso wichtig wie das richtige Verfahren ist die richtige Durchführung. Bauchlage statt Rückenlage, korrekte Sequenzwahl, fachspezifische Anforderungen an das Radiologieinstitut — das sind keine Details, sondern Voraussetzungen für ein aussagekräftiges Ergebnis. Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk wird jede MRT-Überweisung deshalb individuell formuliert, damit das Bild am Ende die Fragen beantwortet, die es beantworten soll.

Inhalt medizinisch geprüft von: Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC), Ärztlicher Leiter & Inhaber, ORTHO|PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin. Letztes Update: März 2026