Achillodynie

Ursache und Krankheitsbild

Achillodynie bezeichnet einen schmerzhaften Zustand der Achillessehne. Dies zeigt sich mit einer druckschmerzhaften Schwellung und spindelförmigen Verdickung der Achillessehne etwas oberhalb der Knöchelgabel. Es handelt sich um eine Tendinopathie – also eine Erkrankung des Sehnengewebes selbst.

Ursache der Achillodynie ist eine zu geringe Blutversorgung der Achillessehne meist aufgrund von mechanischer Überlastung. Oberhalb der Knöchelgabel ist die Achillessehne am Schlechtesten mit Blut versorgt, so dass die Achillodynie typischerweise an dieser Stelle entsteht. Unser Körper versucht dann behelfsmäßig, die Blutversorgung der Achillesehne über die umliegende Sehnenscheide sicherzustellen. Dadurch geht aber die Gleitfähigkeit der Achillessehne in ihrer Sehnenscheide verloren und es entstehen noch mehr Schmerzen.

Besteht die Achillodynie über längere Zeit, kommt es zu degenerativen Umbauprozessen und die Achillessehne geht von innen nach außen zunehmend kaputt.

Achillodynie Schmerzen

Die Achillodynie hat nichts zu tun mit der Insertionstendinopathie der Achillessehne – auch Halgund-Syndrom genannt. Obwohl beide Krankheitsbilder nur wenige Zentimeter voneinander entfernt an der Achillessehne auftreten, ist die Behandlungsstrategie vollig unterschiedlich.

Therapie der Achillodynie

Vor Therapiebeginn muss zunächst die Ursache geklärt und wenn möglich beseitigt werden. Dazu nutzen wir neben Sonografie, Duplex und dynamischer Pedobarografie vor allem die bildgebende Diagnostik: mit Hilfe des DVT kann eine mögliche Fußfehlstatik entdeckt werden und das MRT zeigt das Ausmaß von Entzündung und Degeneration der Achillessehne. Injektionen mit Kortison sollten dringend vermieden werden, um die Achillessehne nicht noch zusätzlich zu schädigen.

Für die Therapie der Achillodynie gibt es im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk ein festgelegtes Therapieschema:

Ein Fuß wird mit Stoßwellentherapie behandelt
fokussierte Stoßwellentherapie

Bei konsequenter Umsetzung stellt sich ein erster Therapieerfolg bereits nach wenigen Wochen ein. Mit konsequenter Physiotherapie alleine zeigt sich nach 3 Monaten eine Besserung bei 45% der Patienten. Für die fokussierte Stoßwellentherapie ist eine Besserung in 70-80% der Fälle belegt.

Bis zur vollständigen Ausheilung vergehen viele Monate. Zuletzt bleibt nur noch die immer kleiner werdende Verdickung der Achillessehne übrig. Hier muss der Körper komplexe Umbauprozesse bewältigen (remodeling), die manches Mal länger als ein Jahr dauern können.

Ergänzende Therapiemethoden bei ausbleibender Besserung

Bleibt bei Achillodynie trotz Therapie eine Verbesserung aus, sollten zunächst zwei Dinge geklärt werden:

  • wird das exzentrische Training konsequent durchgeführt? Mindestens 6 x 15 Wiederholungen pro betroffener Seite pro Tag sollten die Patienten über mindestens 3 Monate konsequent durchführen.
  • ist die fokussierte Stoßwellentherapie nach den Leitlinien der DIGEST und von Ihrem Arzt persönlich durchgeführt worden?

Falls Sie als Patient beide Fragen mit „ja“ beantworten und trotzdem keine Besserung eintritt, sollten Sie über ergänzende Therapiemethoden nachdenken:

  • Eine verbesserte Wirkung kann erreicht werden, wenn fokussierte Stoßwellentherapie und radiale Stoßwellentherapie kombiniert angewendet werden (Tenforde AS et al., JFAS 2021)
  • peritendinöse Injektion mit sehnenspezifischer Hyaluronsäure hat eine starke entzündungshemmende Wirkung (Vetrano M et al., PLoS One 2018)

Für welche Therapiemethoden gibt es keine ausreichende Grundlage?

Injektionen mit cortisonhaltigen Medikamenten sollten unbedingt vermieden werden. Cortion schädigt die Sehne nachhaltig und führt regelmäßig zu Rissen und sogar Rupturen (Muto T et al., J Orthop Res 2014). Zudem wurde nachgewiesen, dass der Effekt von Cortison maximal 4 Wochen anhällt (Coombes BK et al., Lancet 2010).

Platelet Rich Plasma (PRP) zeigt in der Behandlung der Achillodynie keine wissenschaftlich bessbaren Effekte. Auch als Ergänzung zu einer Operation zeigt das PRP keinen zusätzlichen positiven Effekt (Thermann H et al., J Sport Health Sci. 2020).

Low Lever Lasertherapie (LLT), auch Laserakupunktur oder einfach nur Lasertherapie genannt, hat keine positive Wirkung bei Achillodynie (Martimbianco ALC et al., Clin. Rehabil. 2020). Die zugrundeliegende Photobiomodulation zeigt bis heute keine ausreichenden Ergebnisse, um einen routinemäßigen Therapieeinsatz bei Achillodynie zu rechtfertigen.