Tarsaltunnel-Syndrom

Häufig beschreiben Patienten mit Tarsaltunnel-Syndrom ausstrahlende Schmerzen vom Innenknöchel bis in die Fußsohle mit zum Teil erheblichem Leidensdruck. Oft wird die Diagnose aber erst mit viel Verspätung bei uns im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk gestellt, da auch eine Vielzahl anderer Erkrankungen Schmerzen im Bereich der Fußsohle und des Innenknöchels verursachen können. Daher ist eine ausführliche Anamnese und gründliche körperliche Untersuchung zur sicheren Differenzierung von anderen Erkrankungen unerlässlich.

Fußschmerzen Tarsaltunnel

Ursache und Krankheitsbild

Das Tarsaltunnel-Syndrom ist eine Einengung von Nerven im Bereich der Ferse. Der Tarsaltunnel selbst ist ein enger Kanal unterhalb des Innenknöchels, durch den neben Nerven auch mehrere Sehnen und Gefäße verlaufen. Nimmt eine dieser Strukturen zu viel Platz im Tarsaltunnel ein (z.B. bei Varizen oder Sehnenscheidenentzündungen), werden die Nerven eingeengt und dadurch ihre Funktion beeinträchtigt. Ursache ist dann oft ein Knick-Plattfuß mit Tibialis Posterior Syndrom oder eine Rheumatoide Arthritis mit ausgeprägter Sehnenscheidenentzündung im Tarsaltunnel.

Joggers Foot

Als häufige Ursachen für das Tarsaltunnel-Syndrom sehen wir den sogenannten „Joggers Foot“, der vor allem bei sportlich sehr aktiven Läufern auftritt und zu Schmerzen auf der Innenseite der Fußsohle führt. Hier wird beim Joggen ein Ast des Nervus tibialis (der Nervus plantaris medialis) zwischen den Sehnen, Muskeln und Knochen des Fußes immer wieder leicht eingeklemmt – was auf Dauer zu sehr schmerzaften Problemen führt.

Diagnostik bei Tarsaltunnel-Syndrom

Bei der Untersuchung finden sich regelmäßig Druckschmerz und Klopfschmerz mit Schmerzausstrahlung im Verlauf der Nerven (Tinel-Zeichen). Oft führen aber schon eine detaillierte Anamnese und die ausführliche neurologische Untersuchung zur Diagnose Tarsaltunnel-Syndrom.

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Bildgebende Verfahren kommen vor allem bei der Ursachensuche zum Einsatz. Breits in der Sprechstunde können mittels Sonografie der Tarsaltunnel untersucht und mit Duplex-Sonografie Gefäßveränderungen im Tarsaltunnel dargestellt werden.

Die Digitale Volumentomografie kann Fehlstellungen und knöcherne Anbauten als mögliche Ursache des Tarsatunnel-Syndroms identifizieren – wie zum Beispiel bei einer tarsalen Coalitio.

Im MRT zeigen sich besonders gut entzündlich veränderte Sehnen und Sehnenscheiden sowie Veränderungen der umliegenden Gelenke. Außerdem können Ganglien als mögliche Ursache sehr gut beurteilt werden.

Therapie Tarsaltunnel-Syndrom

Funktionell-konservative Therapie

Zunächst erfolgt abhängig von der Ursache ein funktionell-konservativer Therapieversuch. Dabei können Kinesiotape, individuell angepasste passive Einlagen, Kompressionsstrümpfe, entzündungshemmende Medikamente, verbesserte Schuhwahl und veränderte körperliche Belastung helfen. Oft kann so eine deutliche Besserung der Beschwerden erreicht werden.

Bei ausgeprägten entzündlichen Veränderungen kann auch eine lokale Infiltration mit Schmerzmittel und einem cortisonhaltigen Medikament hilfreich sein. Diese Option nutzen wir im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk aber nur in Ausnahmefällen, da mit jeder Injektion die umliegenden Sehnen auf Dauer geschädigt werden.

Operative Therapie des Tarsaltunnel-Syndroms

Bei ausbleibender Beschwerdebesserung kann eine Operation in Frage kommen. Solche Eingriffe werden von Dr. Böhr meist im Rahmen einer ambulanten OP durchgeführt. Dabei wird unter Lupenbrillenvergrößerung der Tarsaltunnel gespalten, Entzündungsgewebe entfernt und so mehr Platz für die eingeengten Nerven geschaffen.

Falls nötig, sollte beim selben Eingriff die Grunderkrankung mit therapiert werden (z.B. schwerer Knick-Plattfuß), um ein Wiederkehren der Probleme dauerhaft zu vermeiden. Solche Eingriffe werden von Dr. Böhr in aller Regel als stationäre Operation durchgeführt.