Ultraschall an Fuß und Sprunggelenk
Kurz zusammengefasst: Ultraschall ist die einzige Bildgebung, die Sehnen, Bänder, Nerven und Gelenke in Bewegung und ohne Strahlung zeigt. Dr. Böhr untersucht mit einem hochauflösenden 17-MHz-Linearschallkopf – damit werden auch die feinen Nerven an Fuß und Sprunggelenk sichtbar. Fast alle Injektionen setzen wir ultraschallgesteuert, also unter direkter Sicht mit dem Ultraschall. Die Untersuchung findet in der Sprechstunde statt, den Befund besprechen wir direkt am Bildschirm.
Inhaltsverzeichnis
Was der Ultraschall am Fuß zeigt
Am Fuß liegen Sehnen, Bänder und Nerven nur wenige Millimeter unter der Haut. Genau dort ist der Ultraschall jeder anderen Bildgebung überlegen:
- In Bewegung: Wir sehen, wie eine Sehne gleitet, ob sie aus ihrer Rinne springt oder ob ein Band unter Belastung nachgibt – das zeigt kein anderes Verfahren.
- Ohne Strahlung: Die Untersuchung lässt sich beliebig wiederholen – für Verlaufskontrollen und bei Kindern.
- Sofort: Der Befund entsteht im Gespräch und wird am Bildschirm erklärt.

Die Technik
17-MHz-Linearschallkopf. Je höher die Frequenz, desto feiner die Auflösung nahe der Hautoberfläche. Am Fuß liegen Sehnen, Bänder und Nerven nur wenige Millimeter unter der Haut. Mit 17 MHz lassen sich Sehnenfasern, kleine Einrisse, Schleimbeutel und Nerven von wenigen Millimetern Durchmesser beurteilen.
Canon Aplio A mit SMI. Der Superb-Microvascular-Imaging-Modus (SMI) macht kleinste Gefäße sichtbar. Entzündungen in Sehnen, Schleimbeuteln und Gelenken zeigen sich dadurch früher als im herkömmlichen Farbdoppler.
Handheld-Gerät GE Vscan Air. Der Schallkopf arbeitet kabellos, das Bild erscheint auf einem Tablet. Damit lassen sich Injektionen direkt im Behandlungsraum unter Sicht setzen und Kontrollen nach einer Operation in wenigen Minuten durchführen.
Nervensonografie an Fuß und Sprunggelenk
Die Nerven am Fuß sind nur wenige Millimeter dick. Mit dem 17-MHz-Schallkopf lassen sie sich bis weit in die Peripherie verfolgen. Wir untersuchen regelmäßig:
- N. tibialis und seine Äste im Tarsaltunnel an der Innenseite des Sprunggelenks – Tarsaltunnel-Syndrom
- N. peroneus profundus am Fußrücken – eingeengt beim vorderen (dorsalen) Tarsaltunnel-Syndrom
- N. peroneus superficialis am Fußrücken außen
- N. suralis hinter dem Außenknöchel und am Fußaußenrand
- Zehennerven zwischen den Mittelfußköpfchen – Morton-Neurom
Sichtbar werden eine Schwellung des Nervs, eine Einengung durch Narbe, Ganglion oder Knochen, ein Neurom und Verletzungen nach Unfall oder Operation. Typische Anlässe sind Brennen, Kribbeln, Taubheit oder elektrisierende Schmerzen – häufig nach einer Operation oder Verletzung, wenn sich die Beschwerden keiner Sehne und keinem Gelenk zuordnen lassen.
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Ultraschallgesteuerte Injektionen
Fast alle Injektionen setzen wir unter Ultraschallsicht. Der Grund ist gut untersucht: Auch erfahrene Ärzte verfehlen ohne Bildkontrolle relevant häufig ihr Ziel – selbst an großen Gelenken. In einer systematischen Übersicht lagen blind gesetzte Injektionen am Knie in rund jedem fünften Fall daneben, mit Bildgebung in 1 % (Daley et al. 2011). An den kleinen Gelenken des Mittelfußes ist der Unterschied noch größer (Khosla et al. 2009).
Unter Sicht ist die Nadel auf dem Bildschirm zu sehen, der Wirkstoff landet genau an der Zielstruktur, Sehnen, Nerven und Gefäße auf dem Weg bleiben unverletzt. In Studien sprachen mehr Patienten auf ultraschallgesteuerte Injektionen an, und die Injektion selbst war seltener schmerzhaft (Sibbitt et al. 2009; Cunnington et al. 2010).
Bessere Therapieentscheidungen. Nur wenn sicher ist, dass der Wirkstoff angekommen ist, lässt sich das Ergebnis verwerten. Bessern sich die Beschwerden nach einer gezielten Injektion, ist die Schmerzquelle gefunden. Bleibt die Wirkung aus, liegt es nicht an einer verfehlten Nadel – dann sitzt die Ursache woanders. Das ist oft die Grundlage für das weitere Vorgehen, bis hin zur Frage, ob und wie operiert wird.
Unter Ultraschall injizieren wir zum Beispiel in das obere und untere Sprunggelenk, die Mittelfußgelenke und das Großzehengrundgelenk, in den Schleimbeutel am Achillessehnenansatz, an ein Morton-Neurom sowie an Nerven im Tarsaltunnel und am Fußrücken (N. peroneus superficialis und profundus).
Wann der Ultraschall die entscheidende Untersuchung ist
Sehnen
- Peronealsehnen und Luxation der Peronealsehnen
- Achillodynie
- Haglund-Syndrom
- Achillessehnenriss
- Tibialis-posterior-Syndrom
- Tibialis-anterior-Sehne
Bänder
Plantarfaszie
Nerven
Gelenke und Entzündung
Kinder
Doppler vor Operationen
Vor einer Operation prüfen wir mit dem Farbdoppler die Durchblutung des Fußes. Bei der Erstvorstellung kontrollieren wir regelmäßig die beiden großen Fußarterien. Eine eingeschränkte Durchblutung verändert die Planung jeder Operation und muss vorher bekannt sein.
Ihr Untersucher
Dr. Stefan Böhr ist von der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) für die Sonografie der Bewegungsorgane zertifiziert. Er untersucht mit dem Anspruch, den Befund selbst zu sehen statt ihn nur zu lesen – gerade bei Sehnen und Nerven am Fuß entscheidet die Erfahrung des Untersuchers mehr als das Gerät.

Häufige Fragen zur Ultraschalluntersuchung an Fuß und Sprunggelenk
Was kann der Ultraschall am Fuß besser als MRT oder DVT?
Er zeigt Sehnen, Bänder und Nerven in Bewegung und in Echtzeit. Eine springende Sehne oder ein nachgebendes Band sieht man nur dynamisch. Das MRT zeigt die innere Struktur im Liegen, die DVT die Knochen. Die Verfahren ergänzen sich.
Kann man Nerven im Ultraschall sehen?
Ja, mit einem hochauflösenden Schallkopf. Mit 17 MHz lassen sich die Nerven an Fuß und Sprunggelenk bis weit in die Peripherie verfolgen und Schwellungen, Einengungen oder Neurome erkennen.
Was bringt ein 17-MHz-Schallkopf?
Eine sehr feine Auflösung nahe der Hautoberfläche. Am Fuß, wo Sehnen und Nerven nur wenige Millimeter unter der Haut liegen, entscheidet sie darüber, ob kleine Befunde sichtbar werden.
Warum sind Injektionen unter Ultraschall besser?
Die Nadel ist sichtbar, der Wirkstoff erreicht genau die Zielstruktur, und Sehnen, Nerven und Gefäße werden geschont. Ohne Bildkontrolle verfehlen Injektionen auch bei erfahrenen Ärzten relevant häufig ihr Ziel.
Was ist der SMI-Modus?
Ein Dopplerverfahren, das kleinste Gefäße sichtbar macht. Entzündungen in Sehnen, Schleimbeuteln und Gelenken werden dadurch früher erkannt als mit dem herkömmlichen Farbdoppler.
Ist die Untersuchung schmerzhaft oder riskant?
Nein. Ultraschall arbeitet ohne Strahlung, ist schmerzfrei und auch für Kinder, Schwangere und Patienten mit Metallimplantaten geeignet.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Ultraschalluntersuchung?
Ja — die Kosten für eine Ultraschalluntersuchung werden von privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen in der Regel problemlos übernommen. Auch als gesetzlich Versicherter können Sie die Sonografie als Selbstzahlerleistung in unserer Privatpraxis in Anspruch nehmen.
Diagnostik & Therapie an Fuß und Sprunggelenk – weiterführende Informationen
- Digitale Volumentomografie (DVT) – 3D-Bildgebung der Knochen unter Belastung
- MRT – Weichteile und Knorpel hochauflösend darstellen
- Ganganalyse & Pedobarografie – Fehlbelastungen objektiv messen
- Oberflächen-EMG – Muskelaktivität messen
- Stoßwellentherapie – gezielte Behandlung von Sehnen und Faszien
- Kinesiotape – funktionelle Unterstützung nach Sonografie-Befund
- ACP/PRP – Eigenbluttherapie, ultraschallgesteuert
- Fußoperationen – wenn konservative Therapie nicht ausreicht
Fazit: Ultraschall als unverzichtbares Werkzeug in der Fußdiagnostik
Am Fuß entscheidet der Ultraschall oft darüber, ob eine Diagnose stimmt. Voraussetzung sind eine hohe Auflösung und ein erfahrener Untersucher. Mit dem 17-MHz-Linearschallkopf, der Nervensonografie und Injektionen unter Sicht stützen sich Diagnose und Therapieentscheidung auf das, was tatsächlich zu sehen ist.
Termin in unserer Privatpraxis: ORTHO | PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk, Berlin-Zehlendorf
Tel. 030 – 34 39 59 47 · Online-Terminvereinbarung · anmeldung@ortho-pede.de
Literatur
- Daley EL, Bajaj S, Bisson LJ, Cole BJ. Improving injection accuracy of the elbow, knee, and shoulder: does injection site and imaging make a difference? A systematic review. Am J Sports Med. 2011;39(3):656-662. doi:10.1177/0363546510390610
- Khosla S, Thiele R, Baumhauer JF. Ultrasound guidance for intra-articular injections of the foot and ankle. Foot Ankle Int. 2009;30(9):886-890. doi:10.3113/FAI.2009.0886
- Sibbitt WL Jr, Peisajovich A, Michael AA, Park KS, Sibbitt RR, Band PA, Bankhurst AD. Does sonographic needle guidance affect the clinical outcome of intraarticular injections? J Rheumatol. 2009;36(9):1892-1902. doi:10.3899/jrheum.090013
- Cunnington J, Marshall N, Hide G, Bracewell C, Isaacs J, Platt P, Kane D. A randomized, double-blind, controlled study of ultrasound-guided corticosteroid injection into the joint of patients with inflammatory arthritis. Arthritis Rheum. 2010;62(7):1862-1869. doi:10.1002/art.27448
Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, ORTHO | PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026