Tibialis-posterior-Syndrom & Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD)
Beim Tibialis-posterior-Syndrom (PTTD/PCFD) ist die Tibialis-posterior-Sehne geschädigt oder überlastet. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen hinter dem Innenknöchel, später eine zunehmende Absenkung des Fußgewölbes (Knick-Senkfuß). Früh erkannt lässt sich das häufig konservativ stabilisieren; in fortgeschrittenen Stadien kann eine Operation sinnvoll sein.
Wann beim Spezialisten abklären? Bei wiederkehrenden Innenknöchelschmerzen, Schwellung oder sichtbarer Fußformveränderung.

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Inhaltsverzeichnis
- Was ist das Tibialis-posterior-Syndrom?
- Ursache des Tibialis-posterior-Syndroms
- Schwergrade & Stadien des Tibialis-posterior-Syndroms
- Symptome des Tibialis-posterior-Syndroms
- Verlauf des Tibialis-posterior-Syndroms
- Diagnostik bei Tibialis-posterior-Syndrom
- Konservative Therapie von Tibialis-posterior-Syndrom und PCFD
- Was kann ich selbst tun bei Tibialis-posterior-Syndrom?
- Operative Behandlung des Tibialis-posterior-Syndroms und der Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD)
- Individuelle Therapieplanung beim Tibialis-posterior-Syndrom
- Prognose und Heilungschancen beim Tibialis-posterior-Syndrom und PCFD
- Wann sollte man bei Beschwerden am Innenknöchel oder Fußgewölbe einen Arzt aufsuchen?
- Häufige Fragen zum Tibialis-posterior-Syndrom und PCFD (FAQ)
Was ist das Tibialis-posterior-Syndrom?
Das Tibialis-posterior-Syndrom beschreibt eine strukturelle oder funktionelle Insuffizienz der Tibialis-posterior-Sehne. Diese Sehne verläuft hinter dem Innenknöchel und ist ein wesentlicher Bestandteil der dynamischen Stabilisierung des medialen Fußlängsgewölbes. Zusätzlich unterstützt sie die koordinierte Abrollbewegung des Fußes während des Gangzyklus.
Kommt es zu einer Schädigung der Sehne, geht die stabilisierende Funktion zunehmend verloren. Dies führt langfristig zu einer krankhaften Veränderung der Fußarchitektur.
In der modernen orthopädischen Klassifikation wird das Krankheitsbild zunehmend unter dem Begriff der Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) zusammengefasst. Dieses Konzept beschreibt ein Krankheitskontinuum, bei dem neben der Sehneninsuffizienz auch Bandstrukturen, Gelenkstellungen (z.B. Arthrose oberes Sprunggelenk) und knöcherne Veränderungen des Fußes (z.B. schwerer Knick-Senkfuß) beteiligt sein können.
Das Tibialis-posterior-Syndrom stellt dabei häufig eine frühe Manifestation innerhalb dieses Krankheitsprozesses dar.
Synonyme und medizinische Begriffe
- Tibialis-posterior-Syndrom
- Tibialis-posterior-Dysfunktion (PTTD)
- Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD)
Ursache des Tibialis-posterior-Syndroms
Das Tibialis-posterior-Syndrom entsteht meist durch eine schrittweise Überlastung und degenerative Veränderung der Sehnenstruktur. Durch wiederholte mechanische Belastungen kann die Belastbarkeit der Sehne im Verlauf abnehmen, wodurch ihre funktionelle Stabilität zunehmend eingeschränkt wird.

Zusammenhang mit Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD)
Das Tibialis-posterior-Syndrom wird heute häufig als Teil des Krankheitsbildes der Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) verstanden und entwickelt sich über mehrere Stadien. Frühzeitig erkannt bestehen häufig sehr gute konservative Behandlungsmöglichkeiten, während in fortgeschrittenen Stadien komplexere Therapieansätze erforderlich sein können.
Krankheitsentstehung
Ursache ist meist eine lange anhaltende mechanische Überlastung der Fußinnenseite wie beim Knick-Senkfuß. Die Tibialis-posterior-Sehne stabilisiert die Innenseite des Fußes und wird deshalb beim Knick-Senkfuß deutlich mehr belastet, was zu Entzündung und Verschleiß der Sehne führen kann. Auch chronisch entzündliche Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis oder Gicht kommen als häufige Ursache des Tibialis-posterior-Syndroms infrage.
Risikofaktoren für die Entwicklung der Erkrankung
Mehrere Faktoren können das Risiko für die Entstehung eines Tibialis-posterior-Syndroms erhöhen. Häufig liegt eine Kombination verschiedener Belastungsfaktoren vor.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fehlstellungen des Fußes, insbesondere ein bestehender Knick-Senkfuß
- Übergewicht mit erhöhter mechanischer Belastung der Sehne
- Chronische Überlastung durch berufliche oder sportliche Belastungen
- Altersbedingte degenerative Veränderungen der Sehnenstruktur
- Vorbestehende Bandinstabilitäten oder Fußfehlstellungen
- Entzündliche oder systemische Erkrankungen, die Sehnenstrukturen schwächen können
Schwergrade & Stadien des Tibialis-posterior-Syndroms
Stadium I – Frühphase (mild / funktionell)
Klinische Merkmale:
- Beginnende Schmerzen unter und hinter dem Innenknöchel
- Schmerzen beim Einbeinzehenstand (Single-Heel-Rise-Test)
- Fußstatik noch weitgehend erhalten
Diagnostik:
- MRT oft ohne strukturelle Auffälligkeiten – aber mit Entzündungszeichen rund um die Sehne
Therapie:
Konservativ sehr gut therapierbar – Operation meist nicht notwendig
Stadium II – Moderate Funktionsstörung
Klinische Merkmale:
- Deutliche Schmerzen bei Belastung
- Flexible Knick-Senk-Fuß-Fehlstellung
- Eingeschränkte Fähigkeit zur Fersenhebung
Diagnostik:
- Auffällige Sehnenschädigung im MRT
- Fußstatik dynamisch beeinträchtigt
Therapie:
Konservativ möglich; operative Optionen umfassen Sehnentransfer/Fersenosteotomie
Stadium III – Fortgeschrittene Deformität
Klinische Merkmale:
- Schmerzen unter Innen- und Außenknöchel
- Fehlstellung bereits fixiert
- Single-Heel-Raise meist nicht möglich
Komplikationen:
Sekundäre Arthrose betroffener Gelenke
Therapie:
Operative Korrektur der deformierten Gelenke (z. B. arthrodesierende Verfahren)
Stadium IV – Komplexe Deformität mit Sprunggelenkbeteiligung
Klinische Merkmale:
- Wie bei Stadium III
- Zusätzlich Arthrose im oberen Sprunggelenk
- Fehlstellung ausgeprägt
Therapie:
Komplexere operative Strategien, ggf. einschließlich Eingriff am Sprunggelenk oder Unterschenkel
Moderne Betrachtung: Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD)
In der aktuellen orthopädischen Fachliteratur wird das Tibialis-posterior-Syndrom zunehmend im Rahmen der sogenannten Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) betrachtet. Dieses Konzept beschreibt eine komplexe Erkrankung, bei der neben der Sehnenfunktion auch Bandstrukturen, Gelenkstellungen und knöcherne Veränderungen des Fußes eine Rolle spielen.
Für die klinische Einordnung und orientierende Therapieplanung hat sich weiterhin die hier auch von uns genutzte, stadienbasierte Klassifikation (1-4) nach Johnson und Strom, modifiziert nach Myerson, bewährt.
Schon aus eigenem wissenschaftlichen Interesse werden alle unsere Patienten mit Tibialis-Posterior-Syndrom vor Beginn der gezielten Therapie nach dem PCFD-Schema klassifiziert. Aufgrund der Komplexität des PCFD Schemas ist dies aber nur sehr selten Teil der direkten Patientenkommunikation. Die Berücksichtigung moderner PCFD-Konzepte ermöglicht uns insbesondere bei komplexen Fußfehlstellungen eine noch präziser abgestimmte operative Strategie.
Symptome des Tibialis-posterior-Syndroms
Die Beschwerden beim Tibialis-posterior-Syndrom entwickeln sich meist schleichend und verstärken sich im Verlauf der Erkrankung. Zu Beginn berichten unsere Patienten häufig über belastungsabhängige Schmerzen im Bereich unterhalb oder hinter dem Innenknöchel. Diese Beschwerden treten insbesondere bei längeren Gehstrecken, sportlicher Belastung oder längerem Stehen auf.
Viele Betroffene bemerken zunächst eine raschere Ermüdung des Fußes oder ein Unsicherheitsgefühl beim Abrollen. Häufig werden die Beschwerden anfangs als unspezifische Überlastungsreaktion wahrgenommen.
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Typische klinische Symptome
Mit Fortschreiten der Erkrankung treten charakteristische Beschwerden auf, die auf eine zunehmende Funktionsstörung hinweisen. Dazu gehören:
- Schmerzen & Schwellung entlang der Sehne hinter dem Innenknöchel
- Belastungsschmerzen beim Gehen oder Stehen
- Schmerzen beim Einbein-Zehenstand (Single-Heel-Raise)
- Zunehmende Absenkung des Fußgewölbes
- Veränderung der Fußstellung mit Entwicklung eines Knick-Senkfußes
- Belastungsschmerzen im Bereich des Außenknöchels durch Fehlbelastung
Häufige Differentialdiagnosen:
- Plantarfasziitis & Fersenesporn
- Chronische Instabilität oberes Sprunggelenk
- Osteochondrale Läsion des Talus
- Arthrose unteres Sprunggelenk
Lesen Sie mehr zu typischen Differentialdiagnosen bei Schmerzen in der Wölbung der Fußsohle in unserem BLOG!
Verlauf des Tibialis-posterior-Syndroms
Das Tibialis-posterior-Syndrom kann unbehandelt zu einer schweren fortschreitenden Veränderung der Fußstatik führen. Mit zunehmender Insuffizienz der Sehnenfunktion senkt sich das Fußgewölbe weiter ab, wodurch sich die Belastungsverhältnisse im Fuß dauerhaft negativ verändern.
Im Rahmen der Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) kann es im späteren Verlauf zu strukturellen Veränderungen von Bandstrukturen und Gelenken kommen. Dadurch entstehen zunehmend fixierte Fehlstellungen und Arthrose des Fußes (insbesondere: oberes Sprunggelenk, unteres Sprunggelenk, Mittelfuß).
Warnzeichen für ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium
Folgende Symptome sollten orthopädisch abgeklärt werden:
- Zunehmende Schmerzen trotz Schonung
- Sichtbare Veränderung der Fußform
- Einschränkung der Gehfähigkeit
- Unfähigkeit zum Einbein-Zehenstand
- Schmerzen sowohl am Innen- als auch am Außenknöchel
Diese Beschwerden können auf eine fortschreitende Erkrankung hinweisen, bei der eine frühzeitige Therapie entscheidend für den Behandlungserfolg ist.
Diagnostik bei Tibialis-posterior-Syndrom
Die Diagnose des Tibialis-posterior-Syndroms basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Ziel der Diagnostik ist es, das Ausmaß der Sehnenfunktionsstörung sowie mögliche strukturelle Veränderungen des Fußes frühzeitig zu erkennen.
Wichtigster Punkt der Diagnostik: die Ursache des Tibialis-posterior-Syndroms muss geklärt werden!
Klinische Untersuchung
Im Rahmen der orthopädischen Untersuchung erfolgt zunächst eine Beurteilung der Fußstellung, der Gangfunktion sowie der Belastbarkeit der Tibialis-posterior-Sehne.
Typische Untersuchungsbefunde sind:
- Druckschmerz entlang der Sehne hinter dem Innenknöchel
- Instabiles Fußgewölbe
- Schmerzen beim Einbein-Zehenstand (Single-Heel-Rise-Test)
- Schlechte Druckverteilung des Fußes unter Belastung in der dynamischen Pedobaografie (Ganganalyse)
- Entzündungszeichen in der Ultraschalluntersuchung

Die klinische Untersuchung liefert für einen erfahrenen Experten wichtige Hinweise auf das Stadium der Erkrankung und bildet die Grundlage für die weitere Diagnostik.
Bei der ärztlichen Untersuchung muss auch geklärt werden, ob eine relevante Verkürzung der Achillessehne als Teil des Problems vorliegt (Silfverskjöld-Test). Außerdem sollte unterschieden werden, ob noch eine flexible Fehlstellung vorliegt oder schon eine rigide Fehlstellung (Einsteifung) des Rückfußes eingetreten ist (Jack-Test).
Laboruntersuchungen
Falls Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (z.B. Rheumatoide Arthritis oder Gicht) eine Rolle spielen könnten, klären wir dies in der Praxis mit speziellen Laboruntersuchungen. Viele unserer Patienten kommen auch schon mit dem Wissen in die Praxis, dass Sie an einer Rheumatoiden Arthritis leiden.
Bildgebende Diagnostik
Zur genaueren Beurteilung der Sehnenstruktur sowie der knöchernen Fußarchitektur kommen moderne bildgebende Verfahren zum Einsatz.
MRT-Untersuchung
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Tibialis-posterior-Sehne sowie angrenzender Weichteilstrukturen. Hierdurch lassen sich degenerative Veränderungen, Entzündungen oder Teilrisse der Sehne zuverlässig erkennen.
Die MRT spielt eine zentrale Rolle bei der Stadieneinteilung der Erkrankung sowie bei der Planung konservativer und operativer Therapien.
Vorsicht: das für den Arzt bei der Untersuchung offensichtliche Tibialis-posterior-Syndrom muss sich nicht im MRT als darstellbare strukturelle Veränderung zeigen. Dafür gibt es nach unserer Erfahrung drei wesentliche Gründe:
- Ganz zu Beginn eines Tibialis-posterior-Syndroms sind noch keine nachweisbaren strukturellen Veränderungen aufgetreten
- Um die Tibialis-posterior-Sehne im MRT gut darstellen zu können, ist eine spezielle Technik und Einstellung am MRT nötig
- Die Ortsauflösung älterer MRT Geräte ist oft nicht sehr gut, so dass kleine Veränderungen der Tibialis-Posterior-Sehne mit solchen Geräten nicht nachgewiesen werden können
DVT / 3D-Röntgendiagnostik
Die digitale Volumentomographie (DVT) erlaubt eine hochauflösende dreidimensionale Darstellung der knöchernen Fußstrukturen unter Belastung. Dadurch können Fehlstellungen, Gelenkveränderungen sowie strukturelle Veränderungen im Rahmen einer Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) präzise analysiert werden.
Dadurch liefert diese Untersuchung sehr wichtige Informationen zur individuellen Therapieplanung.
Bedeutung der Bildgebung für die Therapieplanung
Die Kombination aus klinischer Untersuchung und moderner Bildgebung ermöglicht eine exakte Einordnung des Krankheitsstadiums. Auf dieser Grundlage kann eine individuell abgestimmte Therapieentscheidung getroffen werden.
Eine frühzeitige und präzise Diagnostik trägt wesentlich dazu bei, konservative Behandlungsmöglichkeiten optimal auszuschöpfen und operative Eingriffe zielgerichtet zu planen.
Unserer Praxis stehen selbstverständlich moderne MRT- und DVT-Diagnostikverfahren zur Verfügung, die eine präzise Beurteilung Ihrer Erkrankung ermöglichen.
Vorteile moderner orthopädischer Bildgebung
- Frühzeitige Erkennung struktureller Veränderungen
- Exakte Stadieneinteilung der Erkrankung
- Verbesserte Planung individueller Therapiekonzepte
- Vermeidung unnötiger oder zu später Eingriffe
Konservative Therapie von Tibialis-posterior-Syndrom und PCFD
Die konservative Therapie stellt insbesondere in frühen Krankheitsstadien einen zentralen Bestandteil der Behandlung dar. Ziel ist es, die Belastung der geschädigten Sehnenstrukturen zu reduzieren, die Stabilität des Fußgewölbes zu verbessern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Die Behandlung erfolgt in der Regel multimodal und wird von uns individuell an das Krankheitsstadium sowie die funktionellen Beschwerden angepasst.
Individuelle Einlagenversorgung
Eine der wichtigsten konservativen Maßnahmen stellt die individuell angepasste orthopädische Einlagenversorgung dar. Ziel der Einlagenbehandlung ist es, das mediale Fußlängsgewölbe zu stabilisieren und die mechanische Belastung der Tibialis-posterior-Sehne zu reduzieren.
Je nach Ausprägung der Fehlstellung können unterschiedliche Einlagenkonzepte eingesetzt werden. Moderne Einlagen berücksichtigen neben der statischen Korrektur insbesondere auch die dynamische Stabilisierung des Fußes während der Abrollbewegung (Aktiveinlagen).
Kinesiotape
Ein speziell von Dr. Böhr weiterentwickeltes Kinesiotape Therapiekonzept steht oft am Anfang der Therapie und ist für viele Patienten ein wichtiger Helfer im Alltag. Insbesondere Patienten in frühen Erkrankungsstadien profitieren von dieser innovativen Entwicklung.
Medikamentöse Therapie und entzündungshemmende Maßnahmen
Zur Behandlung akuter Schmerzphasen können entzündungshemmende Maßnahmen (z.B. NSAR, Kryotherapie) eingesetzt werden. Diese dienen vor allem der Symptomkontrolle und unterstützen die funktionelle Rehabilitation.
Orthesenversorgung und temporäre Ruhigstellung
In bestimmten Krankheitsphasen kann eine temporäre Entlastung der Sehne notwendig sein. Hierbei können stabilisierende Orthesen eingesetzt werden, die den Fuß während der Heilungsphase unterstützen.
Bei ausgeprägten Schmerzphasen oder entzündlichen Reizzuständen kann kurzfristig auch eine Immobilisation sinnvoll sein, um eine Regeneration der Sehnenstruktur zu ermöglichen. Solch eingreifende Maßnahmen versuchen wir jedoch in unserer Praxis, soweit als möglich, zu vermeiden.
Physiotherapie und funktionelle Rehabilitation
Physiotherapeutische Maßnahmen spielen eine wesentliche Rolle bei der Behandlung der Erkrankung. Ziel ist es, die muskuläre Stabilisierung des Fußes zu verbessern und kompensatorische Bewegungsmuster zu korrigieren.
Hierzu gehören insbesondere:
- Kräftigung der tibialis-posterior-unterstützenden Muskelgruppen
- Training der Fußgewölbestabilität
- Verbesserung der Propriozeption
- Optimierung des Gangbildes
- Funktionelles Stabilisationstraining
Die physiotherapeutische Therapie wird häufig mit Eigenübungsprogrammen kombiniert, um eine langfristige Stabilisierung zu erreichen (z.B. Spiraldynamik).
Anpassung von Belastung und Aktivitätsprofil
Ein wichtiger Bestandteil der konservativen Therapie ist die Anpassung belastender Aktivitäten. Hierbei werden sportliche oder berufliche Belastungen individuell analysiert und gegebenenfalls vorübergehend angepasst. Das sind für uns als Fußspezialisten oft intensive Patientengespräche, die viel Fingersptzengefühl und Überzeugungskraft erfordern.
Ziel ist es, Überlastungssituationen zu vermeiden und gleichzeitig eine funktionelle Belastbarkeit des Fußes zu erhalten.
Stadiengerechter konservativer Therapieansatz
In frühen Stadien des Tibialis-posterior-Syndroms erzielen wir in Kombination mit fokussierter Stoßwellentherapie häufig sehr gute Behandlungsergebnisse mit konservativen Maßnahmen. Durch eine konsequente Therapie kann in vielen Fällen eine Stabilisierung der Erkrankung erreicht werden.
Auch bei moderaten Krankheitsstadien kann eine konservative Therapie mit gezielter Behandlung der Arthrose einen wichtigen Beitrag leisten und operative Maßnahmen verzögern oder sogar vermeiden.
Was kann ich selbst tun bei Tibialis-posterior-Syndrom?
Ein Tibialis-posterior-Syndrom (PTTD/PCFD) reagiert häufig gut, wenn die Sehne früh entlastet und der Fuß stabilisiert wird. Diese Maßnahmen können Sie selbst unterstützen:
Geeignetes Schuhwerk
- Tragen Sie stabile, gut geführte Schuhe (feste Fersenkappe, stabiler Mittelfußbereich, eher steife Sohle).
- Vermeiden Sie sehr weiche Sneaker, stark abgelaufene Schuhe, Flip-Flops und längeres Gehen in „flachen“ Minimal-Schuhen.
- Wenn Sie bereits Einlagen haben: Nutzen Sie diese konsequent in stabilen Schuhen – oft ist eine Anpassung sinnvoll, wenn die Beschwerden neu oder stärker sind
Kühlen und Hochlagern bei Reizzustand
- Bei akuter Reizung/Schwellung kann kühlen (10–15 Minuten) und hochlagern helfen – insbesondere nach Belastung.
Belastung sinnvoll steuern
- Reduzieren Sie für Tätigkeiten, die die Sehne besonders reizen: lange Spaziergänge, Treppen, langes Stehen, unebenes Gelände, Sprung- und Laufbelastungen.
- Bleiben Sie dennoch aktiv: Geeignet sind häufig Radfahren (moderat) oder Schwimmen, solange es schmerzarm bleibt.
- Als Faustregel: Schmerz während/ nach Belastung sollte nicht deutlich zunehmen und spätestens am nächsten Tag wieder auf Ausgangsniveau sein.
Gewicht und Entzündungslast
- Jedes Kilogramm weniger reduziert die Dauerlast auf Sehne und Fußgewölbe. Schon kleine Veränderungen können spürbar helfen.
- Achten Sie zusätzlich auf „Entzündungstreiber“: ausreichender Schlaf, regelmäßige Bewegung im schmerzarmen Bereich und ggf. Pausen bei Überlastung.
Eine einfache Übungsrichtung (ohne komplexes Programm)
- Ziel ist, die stabilisierende Funktion der Tibialis-posterior-Sehne und der Fußmuskulatur wieder zu unterstützen – ohne die Sehne zu provozieren.
- Sinnvoll ist häufig ein sanftes, kontrolliertes Kräftigen (z. B. im Sinne von „Fußgewölbe aktiv aufrichten“ und kurze Haltearbeit), nur im schmerzarmen Bereich (Stichwort: Spiraldynamik).
- Wenn Übungen stechende Innenknöchelschmerzen auslösen oder die Beschwerden am Folgetag deutlich verstärken, ist das ein Hinweis, dass zunächst mehr Entlastung/Stabilisierung nötig ist.
Operative Behandlung des Tibialis-posterior-Syndroms und der Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD)
Eine operative Behandlung kann notwendig werden, wenn trotz konsequenter konservativer Therapie weiterhin Schmerzen, Funktionseinschränkung oder eine fortschreitende Fehlstellung des Fußes bestehen. Ziel der Operation ist es dann, die Stabilität des Fußgewölbes wiederherzustellen, Fehlstellungen zu korrigieren und eine langfristige Verbesserung der Gehfunktion zu erreichen.
Die operative Therapie erfolgt in unserem Zentrum grundsätzlich stadiengerecht und individuell angepasst an das Ausmaß der strukturellen Veränderungen. Alle operativen Eingriffe werden persönlich durch Dr. Böhr durchgeführt und erfolgen stationär in der Klinik Sanssouci in Potsdam.
Rekonstruktive Verfahren (Stadium I–II)
In frühen bis moderaten Krankheitsstadien stehen rekonstruktive Operationen im Vordergrund. Ziel dieser Eingriffe ist es, die Funktion der Tibialis-posterior-Sehne wiederherzustellen und die Fußstatik dauerhaft zu stabilisieren.

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Zu den häufig eingesetzten Verfahren gehören:
Sehnenrekonstruktion und Sehnentransfer
Bei struktureller Schädigung der Tibialis-posterior-Sehne kann eine Rekonstruktion oder ein Sehnentransfer erforderlich sein. Häufig wird dabei ein Transfer der Flexor-digitorum-longus-Sehne (FDL-Transfer) durchgeführt, um die stabilisierende Funktion der Tibialis-posterior-Sehne zu unterstützen oder sogar zu ersetzen.
Korrekturosteotomien zur Wiederherstellung der Fußachse
Zur Korrektur der Fußfehlstellung werden knöcherne Achskorrekturen kombiniert eingesetzt. Zu den etablierten Verfahren gehören:
- Medialisierende Kalkaneusosteotomie (MDO) zur Korrektur der Rückfußfehlstellung
- Laterale Säulenverlängerung (Evans-Osteotomie) zur Stabilisierung des Fußgewölbes
- Cotton-Osteotomie zur Korrektur des Vorfußes
Diese Verfahren werden häufig kombiniert durchgeführt, denn die typische knöcherne Fußfehlstellung bei Tibialis-posterior-Syndrom betrifft alle 3 Raumebenen an unterschiedlichen Knochen des Fußes. So kann eine möglichst physiologische Fußfunktion wiederhergestellt werden.
Wadenverlängerung (Strayer-Operation)
Bei bestehender Verkürzung der Wadenmuskulatur kann eine zusätzliche operative Verlängerung der Wadenaponeurose erforderlich sein, um die Belastung des Fußgewölbes zu reduzieren.
Ob eine Strayer-OP notwendig ist, entscheidet sich für jeden Patienten individuell erst während der OP, nachdem die knöcherne Fehlstellung korrigiert wurde.
Warum nicht nur die schmerzhafte Sehne operieren?
Die alleinige Operation an der Tibialis-posterior-Sehne als isolierter Weichteileingriff ist nicht erfolgversprechend. Denn die Ursache der Erkrankung muss behoben werden.
Einzige Ausnahme sind schwere Entzündungen der Tibialis-posterior-Sehne bei ausgeprägter Rheumatoider Arthritis – hier kann in Ausnahmefällen die alleinige Operation an der Tibialis-posterior-Sehne und dem Sehnengleitgewebe ausreichend sein.
Stabilisierende Verfahren (Stadium III–IV)
In fortgeschrittenen Krankheitsstadien kommt es zu Arthrose und die Fehlstellung des Fußes kann bereits fixiert sein. In diesen Fällen stehen stabilisierende operative Verfahren im Vordergrund.
Arthrodesen (Gelenkversteifungen)
Durch gelenkstabilisierende Eingriffe können Fehlstellungen korrigiert und schmerzhafte Gelenkbewegungen reduziert werden. Zu den häufig eingesetzten Verfahren gehören:
- Subtalare Arthrodese
- Doppel- oder Triple-Arthrodese des Rückfußes
Bei zusätzlicher Beteiligung des oberen Sprunggelenks (Stadium IV) können weitere operative Maßnahmen notwendig werden.
Aus unserer Sicht ist es absolut entscheidend solche Maßnahmen nur durch ausgewiesene Spezialisten durchführen zu lassen. Denn es gehört enorm viel Erfahrung dazu, die richtigen OP-Prozeduren für den jeweiligen Patienten individuell richtig zu kombinieren.
Kombinierte Operationsverfahren
Bei vielen Patienten liegt eine komplexe Kombination struktureller Veränderungen vor. In diesen Fällen werden mehrere operative Verfahren miteinander kombiniert, um eine stabile und funktionell belastbare Fußarchitektur wiederherzustellen.
Typische Operationskombinationen umfassen:
- Medialisierende Kalkaneusosteotomie (MDO)
- Laterale Säulenverlängerung (Evans)
- Cotton-Osteotomie
- Sehnentransfer (FDL)
- Wadenverlängerung (Strayer)
Bedeutung moderner Bildgebung für die Operationsplanung
Eine präzise präoperative Planung ist absolut entscheidend für den Operationserfolg. Grundlage der Therapieentscheidung sind eine ausführliche klinische Untersuchung sowie moderne bildgebende Verfahren. Konsultieren Sie dafür unbedingt einen ausgewiesenen Experten!
Die Kombination aus MRT und DVT ermöglicht eine detaillierte Analyse der Sehnenstrukturen, der Bandstabilität sowie der knöchernen Fußarchitektur und stellt die Basis für die individuelle Operationsplanung dar.
Stationäre Behandlung und Nachbehandlung
Alle operativen Eingriffe erfolgen stationär in der Klinik Sanssouci in Potsdam. Die Nachbehandlung richtet sich individuell nach Art und Umfang des Eingriffs. Die Belastbarkeit des Fußes wird für jeden Patienten von Dr. Böhr persönlich festgelegt.
Die operative Behandlung erfolgt in unserem Zentrum durchgehend aus einer Hand – von der Diagnostik über die Operationsplanung bis zur Durchführung und Nachbetreuung.
Selbstverständlich erhalten Sie VOR der Operation einen strukturierten Nachbehandlungsplan mit Instruktionen zu physiotherapeutischer Rehabilitation, Mobilisation und Belatungsaufbau sowie Hinweisen zu Hilfsmitteln (z.B. Gehstützen, Longwalker). Regelmäßige Verlaufskontrollen beim Operateur sind dabei ein wesentlicher Bestandteil des Behandlungskonzeptes.
Ziel der operativen Behandlung
Das übergeordnete Ziel der Operation ist die Wiederherstellung einer stabilen, schmerzarmen und langfristig belastbaren Fußfunktion. Durch stadiengerechte Operationsverfahren lassen sich heute auch bei komplexen Fehlstellungen häufig sehr gute funktionelle Ergebnisse erzielen.
Individuelle Therapieplanung beim Tibialis-posterior-Syndrom
Die Wahl der geeigneten Behandlung erfolgt beim Tibialis-posterior-Syndrom immer individuell und richtet sich nach mehreren Faktoren. Ziel ist es, für jeden Patienten ein auf das Krankheitsstadium, die funktionellen Einschränkungen sowie die persönlichen Belastungsanforderungen abgestimmtes Therapiekonzept zu entwickeln.
Als spezialisiertes Zentrum für Erkrankungen an Fuß und Sprunggelenk verfügen wir über umfangreiche Erfahrung in der stadiengerechten Therapieplanung komplexer Fußfehlstellungen.
Berücksichtigung des Krankheitsstadiums
Ein entscheidender Faktor bei der Therapieplanung ist das Stadium der Erkrankung. In frühen Stadien stehen meist konservative Maßnahmen im Vordergrund, während bei fortgeschrittenen strukturellen Veränderungen operative Verfahren notwendig werden können.
Die stadiengerechte Einordnung erfolgt anhand der klinischen Untersuchung sowie moderner bildgebender Verfahren wie MRT und DVT.
Analyse der individuellen Belastungssituation
Neben dem Krankheitsstadium wird die persönliche Belastungssituation des Patienten berücksichtigt. Dazu gehören berufliche Anforderungen, sportliche Aktivitäten sowie individuelle Alltagsbelastungen.
Diese Faktoren beeinflussen sowohl die Auswahl der Therapie als auch die Intensität der Behandlung.
Berücksichtigung struktureller Veränderungen
Im Rahmen der Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) können neben der Sehneninsuffizienz auch Bandstrukturen, Gelenke und knöcherne Strukturen betroffen sein. Eine detaillierte Analyse dieser Veränderungen ist entscheidend für die Auswahl der optimalen Therapieform.
Zeigen sich bei der individuellen Analyse der Ausgangssituation bereits sehr ausgeprägte Fehlstellungen (z.B. schwere TMT1 Instabilität), kann es sinnvoll sein sein frühzeitig eine operative Therapie zu erwägen.

Multimodales Therapiekonzept
In vielen Fällen erfolgt die Behandlung als Kombination verschiedener Therapieansätze. Konservative Maßnahmen, funktionelle Rehabilitation und gegebenenfalls operative Verfahren werden individuell aufeinander abgestimmt.
Ziel ist es, eine möglichst stabile und langfristige Wiederherstellung der Fußfunktion zu erreichen.
Gemeinsame Therapieentscheidung
Die Therapieplanung erfolgt in enger Abstimmung mit unseren Patienten. Dabei werden medizinische Befunde, funktionelle Anforderungen sowie persönliche Therapieziele und die aktuelle Lebenssituation berücksichtigt.
Eine umfassende Aufklärung über Behandlungsoptionen, Risiken und Erfolgsaussichten bildet die Grundlage für eine individuelle Therapieentscheidung.
Prognose und Heilungschancen beim Tibialis-posterior-Syndrom und PCFD
Die Prognose des Tibialis-posterior-Syndroms hängt wesentlich vom Krankheitsstadium, dem Ausmaß struktureller Veränderungen sowie dem Zeitpunkt der Diagnosestellung ab. Grundsätzlich gilt, dass eine frühzeitige Therapie das Fortschreiten der Erkrankung häufig verhindern und eine gute funktionelle Stabilität des Fußes erhalten kann.
Prognose in frühen Krankheitsstadien
In frühen Stadien bestehen in vielen Fällen sehr gute Behandlungsmöglichkeiten durch konservative Therapieverfahren. Durch eine konsequente Einlagenversorgung, physiotherapeutische Maßnahmen und Anpassung belastender Aktivitäten kann häufig eine Stabilisierung der Erkrankung erreicht werden.
Viele Patienten erreichen unter konservativer Therapie eine deutliche Schmerzreduktion und Verbesserung der Belastbarkeit.
Prognose bei fortgeschrittenen Stadien
Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf kann es zu strukturellen Veränderungen der Fußarchitektur im Rahmen einer Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) kommen. In diesen Fällen können operative Verfahren notwendig werden, um die Fußstatik zu korrigieren und die Funktion langfristig zu verbessern.
Auch bei fortgeschrittenen Stadien lassen sich durch moderne operative Verfahren häufig gute funktionelle Ergebnisse erzielen.
Einflussfaktoren auf den Behandlungserfolg
Der Therapieerfolg wird durch mehrere Faktoren beeinflusst, darunter:
- Krankheitsstadium zum Zeitpunkt der Diagnosestellung
- Ausmaß struktureller Veränderungen
- Konsequente Durchführung konservativer Maßnahmen
- Individuelle Belastungsanforderungen
- Allgemeiner Gesundheitszustand
Bedeutung der frühzeitigen Diagnostik
Eine frühzeitige orthopädische Diagnostik verbessert die Prognose erheblich. Durch eine rechtzeitige Therapie können strukturelle Folgeschäden häufig vermieden und komplexe operative Eingriffe reduziert werden.
Langfristiger Verlauf
Das Tibialis-posterior-Syndrom stellt eine chronische Erkrankung dar, die eine langfristige Betreuung und Behandlung erfordern kann. Durch eine individuell angepasste Therapie lassen sich jedoch in vielen Fällen eine stabile Fußfunktion und eine gute Lebensqualität erreichen.
Wann sollte man bei Beschwerden am Innenknöchel oder Fußgewölbe einen Arzt aufsuchen?
Beschwerden im Bereich des Innenknöchels oder Veränderungen des Fußgewölbes sollten orthopädisch abgeklärt werden, wenn Schmerzen wiederholt auftreten oder sich im Verlauf verstärken. Gerade beim Tibialis-posterior-Syndrom kann eine frühzeitige Diagnostik dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Frühzeitige ärztliche Abklärung wird empfohlen bei:
- Wiederkehrenden Schmerzen hinter oder unter dem Innenknöchel
- Schmerzen bei längeren Gehstrecken oder sportlicher Belastung
- Zunehmender Ermüdung oder Instabilitätsgefühl im Fuß
- Beginnender Absenkung des Fußgewölbes
- Schmerzen beim Einbein-Zehenstand
Diese Beschwerden können frühe Hinweise auf eine Funktionsstörung der Tibialis-posterior-Sehne sein.
Zeitnahe orthopädische Vorstellung sollte erfolgen bei:
- Zunehmenden Schmerzen trotz Schonung
- Sichtbarer Veränderung der Fußstellung
- Entwicklung eines Knick-Senkfußes
- Schwellungen entlang der Sehne
- Schmerzen am Innen- und Außenknöchel
Diese Symptome können auf eine fortschreitende Erkrankung im Sinne einer Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) hinweisen.
Dringende ärztliche Abklärung wird empfohlen bei:
- Deutlicher Einschränkung der Gehfähigkeit
- Unfähigkeit zum Einbein-Zehenstand
- Rasch zunehmender Fehlstellung des Fußes
- Anhaltenden starken Schmerzen
In diesen Fällen können bereits strukturelle Veränderungen der Fußarchitektur vorliegen.
Bedeutung einer frühzeitigen Diagnostik
Eine frühzeitige orthopädische Untersuchung ermöglicht eine genaue Einordnung des Krankheitsstadiums und verbessert die Behandlungsmöglichkeiten erheblich. Insbesondere in frühen Krankheitsstadien lassen sich Beschwerden häufig konservativ behandeln und strukturelle Folgeschäden vermeiden. Bei entsprechenden Beschwerden beraten wir Sie sehr gerne in unserem spezialisierten privatärztlichen Zentrum für Fuß & Sprunggelenk in Berlin.
Häufige Fragen zum Tibialis-posterior-Syndrom und PCFD (FAQ)
Was ist ein Tibialis-posterior-Syndrom?
Das Tibialis-posterior-Syndrom beschreibt eine Funktionsstörung der Tibialis-posterior-Sehne, die das Fußgewölbe stabilisiert. Unbehandelt kann es zu einer fortschreitenden Fußfehlstellung im Sinne einer Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD) kommen.
Welche Symptome sind typisch für ein Tibialis-posterior-Syndrom?
Typisch sind Schmerzen hinter dem Innenknöchel, Belastungsschmerzen beim Gehen, Schwellungen entlang der Sehne sowie eine zunehmende Absenkung des Fußgewölbes.
Wie wird ein Tibialis-posterior-Syndrom diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch eine orthopädische Untersuchung sowie durch bildgebende Verfahren wie MRT und DVT, die Sehnen- und Knochenstrukturen detailliert darstellen.
Kann sich ein Tibialis-posterior-Syndrom von selbst zurückbilden?
Ohne Behandlung kann sich die Erkrankung nur in absoluten Ausnahmefällen von selbst zurückbilden. Eine frühzeitige Therapie kann den Krankheitsverlauf jedoch häufig sehr positiv beeinflussen.
Wann ist eine Operation notwendig?
Eine Operation wird erwogen, wenn trotz konservativer Therapie weiterhin Schmerzen bestehen oder sich eine fortschreitende Fehlstellung entwickelt. Die Wahl des Eingriffs richtet sich nach dem Krankheitsstadium.
Welche Operationen werden beim Tibialis-posterior-Syndrom durchgeführt?
Je nach Stadium kommen rekonstruktive Verfahren, Sehnentransfers, Achskorrekturen oder stabilisierende Gelenkeingriffe zum Einsatz. Fast immer werden mehrere Operationsverfahren kombiniert.
Wie lange dauert die Heilung nach einer Operation?
Die Heilungsdauer hängt vom Operationsverfahren ab. In der Regel ist eine mehrmonatige Nachbehandlung mit schrittweisem Belastungsaufbau erforderlich.
Kann man nach der Behandlung wieder Sport treiben?
In vielen Fällen ist nach erfolgreicher Therapie eine Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten möglich. Zeitpunkt und Belastungsumfang hängen vom Krankheitsstadium und der Therapieform ab.
Was ist der Unterschied zwischen PTTD und PCFD?
PTTD beschreibt primär die Funktionsstörung der Tibialis-posterior-Sehne. PCFD bezeichnet ein umfassenderes Krankheitsbild, bei dem zusätzlich Bandstrukturen und Gelenkstellungen betroffen sein können.
Kann ein Knick-Senkfuß durch ein Tibialis-posterior-Syndrom entstehen?
Ja. Eine Insuffizienz der Tibialis-posterior-Sehne kann zu einer fortschreitenden Absenkung des Fußgewölbes und zur Entwicklung eines Knick-Senkfußes führen.