Chronische Instabilität des oberen Sprunggelenks

Kurz zusammengefasst:
Eine chronische Instabilität des oberen Sprunggelenks entsteht meist nach nicht vollständig ausgeheilten Bandverletzungen oder wiederholtem Umknicken. Typisch sind Unsicherheit beim Auftreten, wiederkehrende Schwellung, Schmerzen und das Gefühl, dem Gelenk nicht vertrauen zu können. Entscheidend sind eine präzise Diagnostik mit klinischer Untersuchung und moderner Bildgebung sowie die Frage, ob eine intensive konservative Behandlung ausreicht oder eine operative Stabilisierung sinnvoll ist.

Wenn das Sprunggelenk dauerhaft instabil bleibt

Nach einem Bänderriss oder wiederholten Umknickverletzungen kann das obere Sprunggelenk dauerhaft an Stabilität verlieren. Viele Betroffene berichten dann nicht nur über Schmerzen, sondern vor allem über Unsicherheit beim Gehen, wiederholtes Wegknicken und das Gefühl, dem Gelenk nicht mehr vertrauen zu können.

Als Ursache kommen verschleppte Verletzungen wie Instabilität der Syndesmose, Osteochondrale Läsion des Talus, Sprunggelenkfraktur oder auch „nur“ ein schwerer Bänderriss am oberen Sprunggelenk in Frage.

Gerade diese chronische Instabilität sollte nicht unterschätzt werden. Bleibt sie unbehandelt, drohen Folgeprobleme wie Impingement, Knorpelschäden oder eine frühzeitige Arthrose des oberen Sprunggelenks. Deshalb ist eine strukturierte Diagnostik wichtig, um die Ursache genau einzuordnen und die passende Behandlung festzulegen.

In unserer spezialisierten Privatpraxis in Berlin-Zehlendorf prüfen wir, ob eine funktionell-konservative Behandlung ausreicht oder ob eine operative Stabilisierung sinnvoll ist. Dazu gehören die klinische Untersuchung, der Ultraschall sowie bei Bedarf DVT und MRT als komplementäre Bildgebung.

OSG lateral Schmerzen

Ursache und Krankheitsbild

Bei einer Instabilität klagen Patienten oft über unspezifische Beschwerden im Bereich des Sprunggelenks wie Schwellung, Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit oder fehlende Stabilität bei Belastung. Die ursächliche Verletzung kann manchmal Jahre zurück liegen oder ist gar nicht mehr erinnerlich.

Eine eingehende Untersuchung durch einen erfahrenen Fußspezialisten führt zusammen mit moderner Bildgebung (Sonografie / DVT / MRT) häufig zur richtigen Diagnose. Ohne Therapie kommt es oft zu schweren Folgeschäden. Die chronische Instabilität ist mit 50% die häufigste Ursache für eine Endoprothese des oberen Sprunggelenks.

Therapie bei Instabilität des oberen Sprunggelenks

Konservativ

Sind Diagnose und Ursache geklärt, beginnt für die meisten Patienten ein intensives Trainingsprogramm mit Steigerung der Propriozeption, elektrischer Muskelstimulation, Kinesiotape-Therapie, individueller Orthesenversorgung, entzündungshemmenden Medikamenten und physiotherapeutischer Kräftigung. Nur bei ausbleibender Besserung unter intensiver funktionell-konservativer Therapie über 3-6 Monate kommt eine Operation als Lösung in Frage.

Operative Therapie bei chronischer Instabilität

Stellt sich trotz intensiver funktionell-konservativer Therapie keine ausreichende Besserung ein, ist eine operative Stabilisierung der Bänder sinnvoll. Je nach Befund – lateraler Bandapparat, medialer Bandapparat oder kombiniert mit Impingement, OCL oder Achsfehlstellung – kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.

Alle Informationen zu den operativen Verfahren, Kombinationseingriffen und der Nachbehandlung finden Sie auf unserer Seite zur Bandrekonstruktion Sprunggelenk Berlin.

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Arthrose bei chronischer Instabilität des oberen Sprunggelenks

Bleibt eine chronische Instabilität des oberen Sprunggelenks lange unbehandelt, kann sie zu einer Arthrose des oberen Sprunggelenks führen. Die Prognose ist dann weniger günstig – aber auch in diesem Stadium gibt es je nach Ausmaß der Arthrose sinnvolle Behandlungsoptionen.

Bei milder Arthrose kann eine Arthroskopie des Sprunggelenks helfen – oft in Kombination mit einer Mini-Open Technik zur Entfernung störender Knochenanbauten.

Bei fortgeschrittener Arthrose des oberen Sprunggelenks sind größere Eingriffe notwendig: eine OSG-Arthrodese (Versteifung) oder eine OSG-Prothese (Endoprothese). Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt vom Ausmaß der Arthrose, dem Alter und den individuellen Anforderungen des Patienten ab.

In solch schwerwiegenden Fällen besprechen wir die möglichen Konsequenzen und Alternativen besonders ausführlich mit unseren Patienten – denn nur ein gut informierter Patient kann zusammen mit Dr. Böhr die individuell beste Lösung finden.

Weiterführende Informationen

Verletzungen & Folgen

Diagnostik

Behandlung

Häufige Fragen zur chronischen Instabilität des Sprunggelenks

Was bedeutet chronische Instabilität am Sprunggelenk?

Damit ist gemeint, dass das obere Sprunggelenk dauerhaft an Stabilität verloren hat. Typisch sind wiederholtes Wegknicken, Unsicherheit beim Gehen, Schwellung und belastungsabhängige Schmerzen.

Wie entsteht eine chronische Instabilität?

Häufig entsteht sie nach nicht vollständig ausgeheilten Bandverletzungen oder nach wiederholten Umknickereignissen. Auch wenn die ursprüngliche Verletzung lange zurückliegt, kann sie die Ursache der heutigen Beschwerden sein.

Welche Folgen kann eine chronische Instabilität haben?

Bleibt die Instabilität unbehandelt, können Impingement, Knorpelschäden, Fehlbelastungen und eine frühzeitige Arthrose des oberen Sprunggelenks entstehen. Deshalb sollte die Ursache gezielt abgeklärt werden.

Kann die Instabilität ohne Operation behandelt werden?

Ja, häufig beginnt die Behandlung mit einem intensiven funktionell-konservativen Programm. Dazu gehören Training der Propriozeption, gezielte Kräftigung, Orthesenversorgung und physiotherapeutische Übungen.

Wann wird eine Operation notwendig?

Eine Operation kommt infrage, wenn trotz konsequenter konservativer Behandlung keine ausreichende Stabilität erreicht wird oder bereits Folgeprobleme wie Impingement oder strukturelle Bandinsuffizienz bestehen. Stationäre Operationen erfolgen in der Klinik Sanssouci Potsdam, Dr. Böhr operiert persönlich.

Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: April 2026