Arthrose an Fuß & Sprunggelenk
Arthrose an Fuß und Sprunggelenk betrifft viele Gelenke: von der Großzehe über den Mittelfuß bis zum oberen und unteren Sprunggelenk. Diese Seite gibt einen Überblick über Ursachen, Diagnostik und Therapieprinzipien – mit direkten Links zu den einzelnen Erkrankungen.
Was ist Arthrose an Fuß & Sprunggelenk?
Arthrose bedeutet Gelenkverschleiß: Der schützende Knorpel, der die Gelenkflächen überzieht, wird zunehmend abgebaut. Anders als bei Knie- oder Hüftarthrose ist das Lebensalter am Fuß oft nicht die wichtigste Ursache. Häufiger spielen Verletzungsfolgen, knöcherne Fehlstellungen und chronische Überlastung die entscheidende Rolle.
Der Fuß trägt bei jedem Schritt das gesamte Körpergewicht – beim Sport ein Vielfaches davon. Wenn Knochen nicht optimal ausgerichtet sind oder Gelenke nach einer Verletzung falsch verheilen, entstehen Druckspitzen, die den Knorpel dauerhaft schädigen. Wer nur die Schmerzsymptome behandelt, ohne die Ursache zu beseitigen, wird langfristig keinen Erfolg haben.
Einmal entstandener Knorpelschaden kann nicht rückgängig gemacht werden. Umso wichtiger ist die frühzeitige Diagnose: Je früher Arthrose erkannt wird, desto mehr gelenkerhaltende Therapieoptionen stehen zur Verfügung – von konservativen Maßnahmen bis hin zu schonenden operativen Eingriffen, die das Gelenk erhalten.
Welche Gelenke am Fuß können von Arthrose betroffen sein?
Arthrose am Fuß ist keine einheitliche Erkrankung. Je nach betroffenem Gelenk unterscheiden sich Beschwerden, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten erheblich. Die vier häufigsten Lokalisationen in unserer Sprechstunde:
Arthrose der Großzehe (Hallux Rigidus)
Die Arthrose im Großzehengrundgelenk ist die häufigste Fußarthrose – mehr als 30 % der Patienten über 50 Jahre sind betroffen. Der Gelenkverschleiß führt zu einer zunehmend schmerzhaften Bewegungseinschränkung beim Abrollen. Da die Großzehe bis zu 50 % des Körpergewichts trägt, entstehen schon früh Ausweichbewegungen, die weitere Strukturen belasten. Wir klassifizieren die Erkrankung nach Coughlin & Shurnas in Stadium 0 bis 4, um die passende Therapie auszuwählen – von der Cheilektomie bis zur Versteifung.
→ Ausführliche Informationen zu Hallux Rigidus
Arthrose oberes Sprunggelenk (OSG)
Das obere Sprunggelenk ist das am stärksten belastete Gelenk des menschlichen Körpers. Trotzdem entsteht Arthrose hier seltener als an Hüfte oder Knie – wenn sie entsteht, dann fast immer als Folge einer früheren Verletzung oder knöchernen Fehlstellung. Typisch: Anlaufschmerz am Morgen, Schwellung und Schmerzen beim Laufen auf unebenem Boden. Das therapeutische Spektrum ist breit: Arthroskopie, supramalleolare Osteotomie, Knorpelregeneration, Arthrodese und Sprunggelenksendoprothese – patientenindividuell mit 3D-Planung.
→ Ausführliche Informationen zu Arthrose oberes Sprunggelenk
Arthrose unteres Sprunggelenk (USG)
Das untere Sprunggelenk ermöglicht die Ausgleichsbewegungen des Fußes nach innen und außen. Arthrose hier entsteht häufig nach Fersenbeinfraktur oder Talusfraktur, seltener durch rheumatoide Arthritis oder als Folge einer Tarsalen Coalitio. Typisches Kennzeichen: Schmerzen auf unebenem Untergrund und diffuse Beschwerden rund um die Ferse. Bei fortgeschrittener Arthrose ist die operative Versteifung – von der isolierten talo-calcanearen Arthrodese bis zur Triple-Arthrodese – das Mittel der Wahl.
→ Ausführliche Informationen zu Arthrose unteres Sprunggelenk
Arthrose Mittelfuß
Im Mittelfuß befinden sich mehrere kleine Gelenke mit sehr geringer Eigenbeweglichkeit. Arthrose entsteht hier als Folge eines ausgeprägten Senk-Spreizfußes, einer Lisfranc-Verletzung oder einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Konservative Maßnahmen bringen oft nur begrenzte Linderung. Die operative Versteifung (Arthrodese) der betroffenen Mittelfußgelenke führt in aller Regel zu sehr guten Ergebnissen – da die Gelenke kaum Eigenbeweglichkeit hatten, entstehen nach der OP keine nennenswerten Einschränkungen.
Diagnostik – wie wir Arthrose am Fuß beurteilen
Eine präzise Diagnose ist die Voraussetzung für jede sinnvolle Therapie. In unserem Zentrum in Berlin-Zehlendorf beginnt die Abklärung immer mit einem ausführlichen Gespräch und der klinischen Untersuchung: Beweglichkeit, Druckschmerz, Schwellung und Gangbild liefern bereits entscheidende Hinweise.
Digitale Volumentomografie (DVT) – Das DVT ist bei jeder Arthrose-Abklärung unser erstes bildgebendes Verfahren. Die dreidimensionale Aufnahme unter voller Körperbelastung zeigt die Knochen, die Ausprägung des Gelenkspaltes, Osteophyten und – entscheidend – knöcherne Achsabweichungen als Ursache der Arthrose. Konventionelles Röntgen im Liegen kann diese Fehlstellungen oft nicht abbilden.
MRT (Magnetresonanztomografie) – Das MRT ergänzt das DVT, ersetzt es aber nicht. Es bewertet den Knorpelzustand, deckt Knochenmarködem als Frühzeichen auf und hilft, Differenzialdiagnosen auszuschließen. Besonders relevant bei jüngeren Patienten und mild ausgeprägter Arthrose, wenn noch gelenkerhaltende Eingriffe in Frage kommen.
Ultraschall – Direkt in der Sprechstunde verfügbar. Zeigt das Ausmaß der Gelenkentzündung und ermöglicht gezielte Infiltrationen unter Sichtkontrolle.
Ganganalyse / Pedobarografie – Quantifiziert Ausweichbewegungen und Fehlbelastungen, die durch Arthrose entstehen. Wichtig für die Therapieplanung und zur Erfolgskontrolle nach Einlagenversorgung.
Weiterführende Informationen: Digitale Volumentomografie (DVT) · MRT im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk · Ultraschall · Ganganalyse & Pedobarografie
Behandlung von Arthrose an Fuß & Sprunggelenk
Arthrose am Fuß ist nicht heilbar – aber mit der richtigen Therapie sind Schmerzfreiheit und volle Alltagsbelastbarkeit über viele Jahre erreichbar. Das Ziel ist immer, die Ursache zu adressieren und nicht nur Symptome zu lindern.
Konservative Therapie
Am Beginn steht fast immer die konservative Behandlung: Einlagen, Schuhzurichtungen (Abrollhilfe, Pufferabsatz, Sohlenzurichtung), Physiotherapie zum Erhalt der Beweglichkeit sowie entzündungshemmende Medikamente zur kurzfristigen Beschwerdelinderung. Ziel ist es, das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen und das Gelenk so lange wie möglich belastbar zu halten.
Injektionstherapie
Wenn Einlagen und Physiotherapie nicht ausreichen, können Injektionen mit Hyaluronsäure oder Eigenbluttherapie (ACP / PRP) eine sinnvolle Ergänzung sein. Beide Verfahren haben das Ziel, das Gelenk zu entlasten und eine Operation hinauszuzögern. Ob und welche Injektion sinnvoll ist, entscheiden wir individuell für jeden Patienten.
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Schmerzlinderung mehr bieten, ist ein operativer Eingriff die richtige Konsequenz. Das Spektrum reicht von gelenkerhaltenden Eingriffen – Arthroskopie, Knorpelregeneration, Osteotomie zur Achskorrektur – bis hin zu gelenkopfernden Verfahren wie der Arthrodese (Versteifung) oder der Sprunggelenksendoprothese. Die Wahl des Eingriffs hängt von der Lokalisation, der Ausprägung der Arthrose und dem Aktivitätsniveau ab.
Alle operativen Eingriffe führt Dr. Böhr persönlich durch – stationär in der Klinik Sanssouci Potsdam, bei komplexen Eingriffen mit patientenindividueller 3D-Planung auf Basis der DVT-Daten.
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Häufige Fragen zu Arthrose an Fuß & Sprunggelenk
Kann Arthrose am Fuß von selbst besser werden?
Nein. Einmal entstandener Knorpelschaden bildet sich nicht zurück. Mit der richtigen Therapie sind die Beschwerden aber oft lange kontrollierbar und ein Fortschreiten der Arthrose lässt sich verlangsamen. Ziel der Behandlung ist deshalb: Ursache beseitigen, Beschwerden lindern, Lebensqualität erhalten.
Wann ist eine Operation bei Fußarthrose notwendig?
Eine Operation ist dann sinnvoll, wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Schmerzlinderung mehr bringen und die Lebensqualität dauerhaft eingeschränkt ist. Entscheidend sind nicht Röntgenbefund oder Stadiumeinteilung allein, sondern der individuelle Leidensdruck und die funktionellen Einschränkungen im Alltag.
Versteifung oder Prothese – was ist bei Sprunggelenksarthrose besser?
Langfristig zeigen beide Verfahren in Studien vergleichbare Ergebnisse bei Schmerzreduktion und sportlicher Aktivität. Die Arthrodese ist stabiler und eignet sich besser für jüngere, körperlich aktive Patienten. Die Endoprothese erhält die Beweglichkeit, hat aber höhere Revisionsraten. Die Entscheidung fällt individuell nach ausführlicher Diagnostik. Mehr dazu: Versteifung oder Prothese? Entscheidungshilfe
Sind Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose am Fuß sinnvoll?
Die wissenschaftliche Datenlage für Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose ist insgesamt schwach. Einzelne Substanzen zeigen in manchen Studien leichte Effekte, eine verlässliche Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Mehr dazu: Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose – sinnvoll?
Arthrose an Fuß & Sprunggelenk – alle Themen im Überblick
Krankheitsbilder
- Arthrose der Großzehe (Hallux Rigidus)
- Arthrose oberes Sprunggelenk
- Arthrose unteres Sprunggelenk
- Arthrose Mittelfuß
Therapie & Eingriffe
- Hyaluronsäure an Fuß & Sprunggelenk
- PRP / ACP – Eigenbluttherapie bei Arthrose
- Knorpeltransplantation an Fuß & Sprunggelenk
Ratgeber & Erfahrungen
- Arthrosebehandlung an Fuß & Sprunggelenk
- Versteifung oder Prothese am OSG? Entscheidungshilfe
- Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose – sinnvoll?
- Erfahrungsberichte Hallux Rigidus
Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: März 2026