Arthrose der Großzehe (Hallux rigidus)

Ursache und Krankheitsbild

Der Gelenkverschleiß des Großzehengrundgelenks (Arthrose der Großzehe, Hallux rigidus) ist ein häufiges Problem: mehr als 3% der Patienten über 50 Jahre sind betroffen. Ursache ist die zunehmende Abnutzung und Zerstörung des Gelenkknorpels. Dabei stehen Schmerzen und Bewegungseinschränkung sowie wiederkehrende Entzündung bei Belastung im Vordergrund.

Vorfuß Schmerzen

Das Abrollen des Fußes ist bei Arthrose deutlich erschwert, denn die Großzehe trägt dabei bis zu 50% des Körpergewichts. Bei sportlichen Belastungen, wie Rennen oder Springen, kann sich diese Belastung sogar noch um ein Vielfaches steigern! Viele Patienten erlernen daher über Jahre unbewusst Ausweichbewegungen und verlagern dadurch die Belastung auf anderen Strukturen wie den Fußaußenrand, was dann wiederum zu Folgeproblemen führt.

Therapie bei Arthrose der Großzehe

Nach Diagnosestellung ist fast immer zunächst die funktionell-konservative Therapie angezeigt. Diese umfasst spezielle Einlagen, Schuhzurichtungen, entzündungshemmende Medikamente, physikalische Maßnahmen und Physiotherapie. Ziel aller Maßnahmen ist es, das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen und schmerzfreies Laufen zu ermöglichen.

Großzehe Arthrose 2D sagital
DVT Bild von Dr. Böhr: weit fortgeschrittene Arthrose im Großzehegrundgelenk

Bevor eine Operation geplant wird, sollte möglichst lange die konservative Behandlung erfolgen. Damit kann zwar der Verschleiß nicht rückgängig gemacht werden, jedoch ist eine schmerzfreie Mobilität im Alltag überraschend oft über längere Zeit möglich. Arthrose im Großzehengrundgelenk kann nicht rückgängig gemacht werden. Ab einem bestimmten Grad der Abnutzung erreichen konservative Maßnahmen keine ausreichende Schmerzlinderung mehr. Dann kann eine Operation helfen, die Belastbarkeit der Großzehe wiederherzustellen.

Cheilektomie

Für leichte und mittelgradige Arthrosen ist die Cheilektomie das Mittel der Wahl. Dabei wird das Gelenk bei der Operation mobilisiert und geglättet, entzündliches Gewebe entfernt und abschließend dekomprimiert. Solche Eingriffe führt Dr. Böhr persönlich unter Lupenbrillenvergrößerung durch. Abhängig vom Alter des Patienten und den Begleiterkrankungen ist dies als ambulante OP oder als stationärer Eingriff möglich.

Youngswick-Osteotomie

Bei leicher und mittelgradiger Arthrose des Großzehengrundgelenks in Kombination mit einem milden Spreizfuß nutzen wir die Youngswick-Osteotomie. Dabei erfolgt eine Verschiebung des ersten Mittelfußknochens und es kommt zur Entlastung des Großzehengrundgelenks. Mit dieser Methode kann auch ein milder Spreizfuß mit Hallux Valgus zusätzlich korrigiert werden.

Cartiva-Implantat

Bei fortgeschrittener Arthrose im Großzehengrundgelenk gab es bis vor kurzem wenig Auswahl für Patienten. Goldstandard ist unverändert die Versteifungsoperation. Nun steht mit Cartiva© eine Möglichkeit zur Verfügung, die Versteifung hinauszuzögern und das Gelenk länger beweglich zu halten. Bei der Operation wird ein Abstandhalter aus Polyvinylalkohol in das Gelenk eingebracht. Dadurch entsteht mehr Abstand zwischen den verschlissenen Gelenkflächen und die Beschwerden durch die Arthrose können sich deutlich reduzieren. Und das wichtigste: es ist nicht gleich eine Versteifung notwendig! Das Großzehengrundgelenk bleibt beweglich.

Cartiva - Implantat Fa. Wright Medical

Versteifung / Arthrodese

Weit fortgeschrittene Arthrose der Großzehengrundgelenkes werden mit einer operativen Versteifung behandelt. Dies ist eine seit vielen Jahren erprobte Methode mit oft exzellenten Ergebnissen. Auch bei jungen und sportlich sehr aktiven Patienten kommt diese OP-Methode mit großem Erfolg zum Einsatz. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass vor allem die ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose) nach so einer Versteifungsoperation problematisch ist. Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk nutzt Dr. Böhr die OP-Variante mit dem geringsten Risiko einer Pseudarthrose: die Zugschraube kombiniert mit einer winkelstabilen Platte.

Noch zwei weitere Probleme treten gelegentlich nach der Versteifung des Großzehengrundgelenks auf: Mittelfußschmerzen bei zu starker Belastung der benachbarten Zehen und eingeschränkte Schuhwahl. Denn aufgrund der fehlenden Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk können nach einer Versteifungsoperation keine hohen Absätze mehr getragen werden.

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