Arthrose Großzehengrundgelenk und Cartiva

Cartiva Implantat

Bei fortgeschrittener Arthrose im Großzehengrundgelenk gab es bis vor kurzem wenig Auswahl für Patienten. Goldstandard ist unverändert die Versteifungsoperation (Arthrodese). Nun steht mit Cartiva© eine Möglichkeit zur Verfügung, die Versteifung hinauszuzögern und das Gelenk länger beweglich zu halten.

Bei der Cartiva Operation wird ein Abstandhalter aus Polyvinylalkohol in das Gelenk eingebracht. Dadurch entsteht mehr Abstand zwischen den verschlissenen Gelenkflächen und die Beschwerden durch die Arthrose können sich deutlich reduzieren. Und das wichtigste: es ist nicht gleich eine Versteifung notwendig! Das Großzehengrundgelenk bleibt beweglich.

Cartiva - Implantat Fa. Wright Medical
Copyright: Fa. Wright Medical

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für das Cartiva Implantat?

Die privaten Krankenkassen übernehmen im Rahmen einer ambulanten Operation die Kosten für das Cartiva Implantat. Daher operiert Dr. Böhr die meisten seiner privat versicherten Cartiva-Patienten in Berlin ambulant.

Die Cartiva-Implantation im Rahmen eines stationären Eingriffs ist aktuell aus wirtschaftlichen Gründen nur schwer umsetzbar. Das betrifft die gesetzlichen Krankenkassen und die privaten Krankenkassen gleichermaßen. Die Kosten für das Cartiva-Implantat sind im Moment noch sehr hoch (Stand Februar 2021). Die Krankenkassen erstatten den Krankenhäusern die Materialkosten im Rahmen einer Pauschale – dabei sind sehr hohe Materialkosten wie für das Cartiva Implantat nicht vorgesehen. Dadurch ist es Krankenhäusern nur in Einzelfällen möglich, eine stationäre Cartiva Implantation wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen.

Die Nutzung des Cartiva-Implantats bei einer ambulanten Operation von gesetzlich Versicherten Patienten ist in unserer Praxis leider nicht möglich.

Cartiva im Vergleich zur Gelenkversteifung

Die Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenks ist bei fortgeschrittener Arthrose ein seit vielen Jahren erfolgreich angewendetes Verfahren mit guten bis sehr guten Ergebnissen. Die Cartiva Implantation bietet mittelfristig vergleichbare Ergebnisse, hällt jedoch das Gelenk beweglich. Dies ist für viele Patienten das Hauptargument, eine Cartiva Implantation in Erwägung zu ziehen.

Das Cartiva Implantat kann aber auf Dauer kein gesundes Gelenk ersetzen. Auch bei sehr günstigem Verlauf kommt es, ähnlich wie bei Hüft- oder Knieendoprothesen, nach einigen Jahren zu erneuten Beschwerden. Je nach Situation kann dann ein neues Cativa-Implantat eingesetzt oder das Großzehengrundgelenk versteift werden (Arthrodese).

Welche Untersuchungen sind vor der Cartiva Implantation notwendig?

Wichtigster Schritt ist die sorgfältige Untersuchung und Sonografie durch einen Spezialisten für Fußchirurgie. Mit Geduld und Erfahrung muss abgewogen werden, ob die Ziele des Patienten mit dem Cartiva Implantat erreicht werden können.

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, sind folgende Untersuchungen notwendig:

Nicht jeder Patient ist für die Cartiva-Op geeignet. Für einige Patienten ist die Gelenkversteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenks die bessere Wahl. Ein große Gruppe von Patienten ist aber weder mit dem Cartiva Implantat noch mit der Gelenkversteifung gut beraten. Denn auch die Cheilekomie des Großzehengrundgelenks oder die Youngswick-Osteotomie können bei bestimmten Patienten zu guten und sehr guten Ergebnissen führen.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin!
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