Arthrose Mittelfuß
Arthrose im Mittelfuß entsteht häufig als Folge eines Senk-Spreizfußes, einer Lisfranc-Verletzung oder einer rheumatischen Erkrankung. Die kleinen Mittelfußgelenke reagieren auf konservative Therapie oft nur begrenzt – die operative Versteifung (Arthrodese) führt in aller Regel zu sehr guten Ergebnissen ohne nennenswerte Einschränkungen im Alltag.
Inhaltsverzeichnis
- Ursache und Krankheitsbild
- Diagnostik bei Arthrose im Mittelfuß
- Konservative Therapie der Mittelfußarthrose
- Operative Therapie bei Mittelfußarthrose – die Arthrodese
- Häufige Fragen zur Mittelfußarthrose
- Arthrose an Fuß & Sprunggelenk – alle Themen im Überblick
- Fazit – Arthrose im Mittelfuß konsequent behandeln
Ursache und Krankheitsbild
Als Mittelfußarthrose bezeichnet man den Verschleiß der kleinen Gelenke im mittleren Fußabschnitt – zwischen den Fußwurzelknochen und den Mittelfußknochen (Lisfranc-Gelenk) sowie zwischen den einzelnen Fußwurzelknochen selbst. Diese Gelenke haben im Vergleich zu Sprunggelenk oder Großzehengrundgelenk sehr wenig Eigenbeweglichkeit – ihre Aufgabe ist in erster Linie Stabilität, nicht Bewegung. Trotzdem können sie Arthrose entwickeln und erhebliche Beschwerden verursachen.
Häufige Ursachen der Mittelfußarthrose
Senk-Spreizfuß mit Hallux Valgus – Die häufigste Ursache in unserer Sprechstunde. Ein ausgeprägter Senk-Spreizfuß verändert die Lastverteilung im Mittelfuß dauerhaft. Die Gelenke werden chronisch ungleichmäßig belastet, was über Jahre zu Knorpelschäden führt. Gleichzeitig besteht oft ein Hallux Valgus, der die Fehlbelastung weiter verstärkt.
Lisfranc-Verletzung – Eine Verletzung des Lisfranc-Gelenks – ob durch Unfall, Sturz oder sportliche Überlastung – wird häufig unterschätzt oder initial falsch diagnostiziert. Auch nach korrekter Behandlung kann sich langfristig eine posttraumatische Arthrose im Lisfranc-Gelenk entwickeln. Typisch: Patienten beschreiben anhaltende Schmerzen im Mittelfuß nach einer scheinbar harmlosen Verletzung, die „nie richtig geheilt ist“.
Rheumatoide Arthritis – Chronisch entzündliche Erkrankungen befallen bevorzugt die kleinen Gelenke des Fußes. Der Mittelfuß ist dabei häufig früh betroffen. Charakteristisch ist der symmetrische Befall beider Füße sowie eine ausgeprägte Morgensteifigkeit.
Primäre Arthrose – In einem kleineren Teil der Fälle lässt sich keine klare Ursache finden. Die Arthrose entsteht dann durch eine individuelle Knorpelschwäche in Kombination mit dauerhafter Alltagsbelastung.

Typische Beschwerden
Patienten mit Mittelfußarthrose berichten häufig über belastungsabhängige Schmerzen im Mittelfuß, die sich beim langen Stehen oder Gehen verschlechtern. Typisch ist auch eine Schwellung auf dem Fußrücken nach Belastung. Manche Patienten bemerken, dass bestimmte Schuhe – besonders solche mit wenig Sohle – kaum noch toleriert werden. Im fortgeschrittenen Stadium entstehen sichtbare knöcherne Vorwölbungen auf dem Fußrücken (Osteophyten), die im Schuh drücken.
Diagnostik bei Arthrose im Mittelfuß
Die Mittelfußarthrose ist eine der Diagnosen, bei der eine präzise Bildgebung besonders entscheidend ist – denn die vielen kleinen Gelenke lassen sich im konventionellen Röntgen nur unzureichend beurteilen. In unserer Praxis in Berlin-Zehlendorf beginnt die Abklärung mit dem direkten Gespräch und der klinischen Untersuchung: Druckschmerz auf dem Fußrücken, Schmerz bei passiver Bewegung der Mittelfußgelenke und Schwellungsgrad geben wichtige erste Hinweise.
Digitale Volumentomografie (DVT) unter Belastung – Die DVT ist das wichtigste bildgebende Verfahren bei Verdacht auf Mittelfußarthrose. Die dreidimensionale Aufnahme unter voller Körperlast zeigt genau, welche Gelenke betroffen sind, wie ausgeprägt die Arthrose ist und ob eine knöcherne Fehlstellung als Ursache vorliegt. Nur mit dieser Information lässt sich entscheiden, welche Gelenke bei einer eventuellen Arthrodese versteift werden müssen. → Mehr zur Digitalen Volumentomografie
MRT (Magnetresonanztomografie) – Wenn nach DVT und klinischer Untersuchung nicht abschließend geklärt werden kann, welche Gelenke genau beteiligt sind, ergänzen wir die Diagnostik durch ein MRT. Es zeigt Knochenmarködem als Frühzeichen aktiver Entzündung und hilft, Differenzialdiagnosen wie Stressfraktur, Knochenmarködemsyndrom oder eine Lisfranc-Bandverletzung ohne knöcherne Beteiligung auszuschließen. → Mehr zum MRT im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk
Ultraschall & Pedobarografie – Direkt in der Sprechstunde liefert der Ultraschall Hinweise auf das Ausmaß der Gelenkentzündung. Die dynamische Ganganalyse (Pedobarografie) zeigt Fehlbelastungen und Druckspitzen im Mittelfuß, die bei der Therapieplanung berücksichtigt werden müssen.
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Konservative Therapie der Mittelfußarthrose
Konservative Maßnahmen können den Knorpelschaden im Mittelfuß nicht rückgängig machen. Sie können jedoch Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen – zumindest vorübergehend. Gerade weil die Mittelfußgelenke wenig Eigenbeweglichkeit haben, stoßen konservative Maßnahmen hier häufig früher an ihre Grenzen als bei anderen Gelenkarthrosen.
Schuhversorgung & Einlagen – Eine Sohlenversteifung mit Mittelfußrolle reduziert die Bewegung der betroffenen Gelenke beim Abrollen und entlastet so den Mittelfuß wirksam. Eine zusätzliche Fersenweichbettung dämpft die Stoßbelastung beim Auftreten. Diese Maßnahmen sind einfach umzusetzen und oft der erste Schritt.
Entzündungshemmende Medikamente – NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) können akute Entzündungsschübe kurzfristig lindern. Eine dauerhafte Einnahme ist wegen der bekannten Nebenwirkungen nicht empfehlenswert.
Injektionstherapie – Bei ausgeprägten Beschwerden können gezielte Injektionen mit Hyaluronsäure oder Cortison kurzfristig Linderung verschaffen und eine Operation hinauszögern. Wichtig: Die Injektion muss gezielt in das betroffene Gelenk erfolgen – am besten unter Ultraschallkontrolle.
Viele Patienten kommen mit konservativen Maßnahmen nicht dauerhaft zurecht. Da die Mittelfußgelenke aus funktioneller Sicht in erster Linie Stabilität bereitstellen müssen, ist die operative Versteifung bei fortgeschrittener Arthrose die konsequente und langfristig zuverlässige Lösung.
Operative Therapie bei Mittelfußarthrose – die Arthrodese
Bei fortgeschrittener Mittelfußarthrose ist die operative Versteifung (Arthrodese) der betroffenen Gelenke das Mittel der Wahl. Vor der Entscheidung für eine Operation legt Dr. Böhr auf Basis der DVT-Bilder genau fest, welche Gelenke versteift werden müssen – und welche erhalten werden können. Eine unnötig ausgedehnte Versteifung wird vermieden.
Die Arthrodese der Mittelfußgelenke führt fast nie zu nennenswerten Einschränkungen im Alltag. Der Grund: Diese Gelenke hatten bereits vor der Operation kaum Eigenbeweglichkeit. Für die Patienten bedeutet das nach der Ausheilung: normales Gehen, normale Schuhe, keine dauerhaften Funktionseinbußen – dafür deutliche und dauerhafte Schmerzfreiheit.
Arthrodese bei posttraumatischer Lisfranc-Arthrose
Nach einer Lisfranc-Verletzung ist die Arthrodese der betroffenen Gelenkanteile besonders häufig notwendig. Je nach Ausprägung der Verletzung und entstandener Arthrose werden ein, zwei oder alle drei Anteile des Lisfranc-Gelenks versteift. Die Stabilisierung erfolgt mit winkelstabilen Platten und Zugschrauben, um eine sichere Knochenheilung zu gewährleisten.
Arthrodese bei rheumatischer Mittelfußarthrose
Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist die Mittelfußarthrodese häufig Teil einer umfassenderen operativen Rekonstruktion des Vorfußes. Die Planung erfolgt in enger Abstimmung mit dem behandelnden Rheumatologen. Der Eingriff selbst wird stationär in der Klinik Sanssouci Potsdam durchgeführt.
Keypoints Arthrodese Mittelfuß
Klinik: 3–5 Tage stationär, Klinik Sanssouci Potsdam
Implantat: winkelstabile Platte / Zugschrauben / Klammern
Stabilität: übungsstabil
Nachbehandlung: Gehstützen und Shortwalker
Dauer der Teilbelastung: 6–8 Wochen
Materialentfernung: je nach Implantat und Verlauf, nach 12–18 Monaten möglich
Häufige Fragen zur Mittelfußarthrose
Kann man nach einer Versteifung der Mittelfußgelenke noch normal laufen?
Ja, in aller Regel schränkt die Arthrodese der Mittelfußgelenke die Gehfähigkeit nicht nennenswert ein. Da diese Gelenke schon vor der Operation kaum Eigenbeweglichkeit hatten, fehlt nach der Versteifung funktionell wenig. Die meisten Patienten können nach vollständiger Ausheilung wieder normale Schuhe tragen und berichten über eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.
Ich hatte vor Jahren eine Fußverletzung – kann das jetzt Arthrose im Mittelfuß sein?
Ja. Lisfranc-Verletzungen werden häufig zunächst unterschätzt oder als einfache Verstauchung behandelt. Auch nach korrekter Erstversorgung kann sich im Laufe von Jahren eine posttraumatische Arthrose im Lisfranc-Gelenk entwickeln. Wenn Sie nach einer früheren Mittelfußverletzung unter anhaltenden Schmerzen leiden, ist eine spezialisierte Abklärung mit DVT und MRT sinnvoll.
Wie lange bin ich nach einer Mittelfußarthrodese arbeitsunfähig?
Das hängt von der Art Ihrer Tätigkeit ab. Bei überwiegend sitzender Büroarbeit ist nach 4–6 Wochen eine Rückkehr in angepasster Form möglich. Bei körperlich belastenden Berufen sollten mindestens 3 Monate eingeplant werden. Dr. Böhr bespricht die zu erwartende Ausfallzeit individuell beim Aufklärungsgespräch.
Arthrose an Fuß & Sprunggelenk – alle Themen im Überblick
Zur Übersicht
Krankheitsbilder
Therapie & Eingriffe
- Hyaluronsäure an Fuß & Sprunggelenk
- PRP / ACP – Eigenbluttherapie bei Arthrose
- Knorpeltransplantation an Fuß & Sprunggelenk
Ratgeber & Erfahrungen
- Arthrosebehandlung an Fuß & Sprunggelenk
- Versteifung oder Prothese? Entscheidungshilfe
- Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose – sinnvoll?
- Cartiva-Implantat – aktueller Stand
- Erfahrungsberichte Hallux Rigidus
Fazit – Arthrose im Mittelfuß konsequent behandeln
Arthrose im Mittelfuß wird häufig zu lange mit unzureichenden Mitteln behandelt – Einlagen und Schmerzmittel können Symptome lindern, lösen aber die Ursache nicht. Wer die Diagnose kennt und die konservative Therapie bereits ausgeschöpft hat, sollte nicht auf eine weitere Verschlechterung warten: Je ausgeprägter die Fehlstellung und der Knorpelschaden zum Zeitpunkt der Operation, desto anspruchsvoller der Eingriff.
Die operative Versteifung der betroffenen Mittelfußgelenke ist technisch gut beherrschbar und führt bei richtiger Indikationsstellung zu dauerhafter Schmerzfreiheit ohne relevante Funktionseinbußen. Das liegt daran, dass diese Gelenke ohnehin kaum Eigenbeweglichkeit haben – ihre Funktion ist Stabilität, und genau die stellt die Arthrodese wieder her.
Wenn Sie unter Mittelfußschmerzen leiden, die auf konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichend ansprechen, sprechen Sie uns an. Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk in Berlin-Zehlendorf erhalten Sie eine präzise Diagnose mit DVT und MRT sowie eine individuelle Therapieempfehlung – von Dr. Böhr persönlich.
Zur Übersicht aller Arthrose-Erkrankungen an Fuß & Sprunggelenk: Arthrose an Fuß & Sprunggelenk – Überblick
Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: März 2026