Habe ich Plantarfasziitis? 5 typische Zeichen

Fersenschmerzen können viele Ursachen haben. Aber es gibt einige Zeichen, die sehr typisch für eine Plantarfasziitis sind – und die Sie selbst einschätzen können. Dieser Artikel hilft Ihnen dabei, Ihre Beschwerden besser einzuordnen. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung, kann aber ein erster Orientierungspunkt sein.

Was ist eine Plantarfasziitis?

Die Plantarfasziitis ist eine Reizung und Entzündung der Plantarfaszie – einer kräftigen Sehnenplatte an der Fußsohle, die das Längsgewölbe von der Ferse bis zu den Zehen stützt. Sie ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen überhaupt. Umgangssprachlich wird sie oft als „Fersensporn“ bezeichnet – das ist medizinisch nicht ganz korrekt: Der knöcherne Sporn, der im Röntgenbild sichtbar sein kann, ist meist eine Folge der wiederholten Entzündung, nicht deren Ursache. Mehr dazu in unserer ausführlichen Übersicht zu Plantarfasziitis und Fersensporn.

5 typische Zeichen einer Plantarfasziitis

Starker Anlaufschmerz morgens beim ersten Schritt

Das ist das klassische Leitsymptom: Der erste Schritt aus dem Bett tut weh – oft beschreiben Betroffene ein Stechen oder Brennen direkt unter der Ferse, manchmal auch an der Innenseite. Nach einigen Minuten Gehen lässt der Schmerz nach. Kehrt er nach längeren Ruhephasen (z. B. nach langem Sitzen) wieder, ist das besonders charakteristisch für eine Plantarfasziitis.

Schmerz genau am Innenrand der Ferse

Typisch ist ein klar lokalisierter Druckschmerz an der Innenseite des Fersenballens – also nicht diffus über die ganze Ferse, sondern an einem bestimmten Punkt. Wenn Sie mit dem Daumen fest auf die Innenseite Ihrer Ferse drücken und dort einen deutlichen Druckschmerz spüren, ist das ein starker Hinweis auf eine Plantarfasziitis.

Beschwerden, die mit Belastung zunehmen

Anfangs tritt der Schmerz vor allem nach Belastung auf – nach einem langen Spaziergang, nach dem Sport, nach einem Tag viel Stehen. Mit fortschreitender Erkrankung verschlechtern sich die Beschwerden auch während der Belastung. Bei Sportlern ist häufig das Aufwärmen beschwerlich, und Sprung- oder Start-Stop-Bewegungen verstärken die Schmerzen deutlich.

Schmerz, der durch Dehnen des Fußes kurz besser wird

Viele Betroffene bemerken, dass das Hochziehen der Zehen Richtung Schienbein – also eine Dehnung der Fußsohle – den Anlaufschmerz etwas lindert. Dieser „Windlass-Test“ ist auch ein klinisches Untersuchungszeichen, das Fußspezialisten bei der Diagnose nutzen.

Keine Besserung durch Schonung allein

Plantarfasziitis bessert sich selten durch einfaches Ausruhen. Typisch ist: Nach dem Urlaub oder einem Wochenende mit wenig Belastung sind die Beschwerden kaum besser – oder kommen sofort zurück, sobald die Belastung wieder steigt. Das liegt daran, dass die eigentliche Ursache – Fußfehlstellung, verkürzte Wadenmuskulatur, Überlastung – durch Schonung nicht behoben wird.

Was spricht eher gegen eine Plantarfasziitis?

Nicht jeder Fersenschmerz ist eine Plantarfasziitis. Folgende Zeichen deuten eher auf eine andere Ursache hin und sollten ärztlich abgeklärt werden:

  • Schmerzen eher hinten an der Ferse, am Achillessehnenansatz → mögliches Haglund-Syndrom
  • Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Brennen an der Fußsohle oder den Zehen → mögliches Tarsaltunnel-Syndrom
  • Schmerz, der nach einem konkreten Ereignis (Sturz, Unfall) begann und nicht nachlässt → mögliche Stressfraktur
  • Starke Schmerzen auch in Ruhe und nachts ohne typisches Anlaufmuster → weitergehende Abklärung erforderlich

Wie wird eine Plantarfasziitis sicher diagnostiziert?

Ein erfahrener Fußspezialist kann die Diagnose durch klinische Tests häufig bereits beim ersten Termin mit hoher Sicherheit stellen. Ergänzend liefert ein hochauflösender Ultraschall mit Doppler-Technologie (SMI) direkt sichtbare Hinweise: Eine gesunde Plantarfaszie ist etwa 3–4 mm dick, bei einer Plantarfasziitis kann sie auf 6–10 mm anschwellen. In bestimmten Situationen – bei längerem Verlauf oder atypischem Bild – ergänzen wir die Diagnostik durch eine Digitale Volumentomografie (DVT) oder ein MRT.

Was tun, wenn der Verdacht besteht?

Wenn Sie mehrere der oben beschriebenen Zeichen bei sich erkennen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll – vor allem dann, wenn die Beschwerden länger als 2–3 Wochen bestehen oder wiederkehren. In der Zwischenzeit können erste Maßnahmen helfen:

  • Schuhe mit weicher Fersenzone auch zu Hause tragen
  • Silikonfersenpolster als erste Entlastung
  • Gezielte Dehnübungen für Plantarfaszie und Wadenmuskulatur: → 3 einfache Übungen

Alle weiteren Informationen zu Ursachen, Diagnostik und Therapie finden Sie hier: → Plantarfasziitis & Fersensporn: Ausführliche Übersicht

Wenn Sie sich eine klare Einschätzung wünschen: Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk führen wir bereits beim Ersttermin alle wesentlichen Untersuchungen durch – damit Sie wissen, womit Sie es wirklich zu tun haben.

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Inhalt medizinisch kontrolliert von: Dr. med. Stefan Böhr, Ärztlicher Leiter & Inhaber, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk in Berlin

Letztes Update: 21-02-2026