Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz – Regeneration für angeschlagene Füße

In den kommenden Wochen beginnt trotz Corona wie jedes Jahr die Laufsaison. Und damit beginnen auch die typischen Beschwerden wie Achillodynie, Plantarfasziitis und Haglund-Syndrom. Mit fokussierter Stoßwellentherapie ist es möglich die Regeneration und Heilung bei diesen Krankheitsbildern zu fördern. Auch bei verzögerter Knochenheilung nach Operationen unterstützt die Stoßwelle die Genesung.

Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk von Dr. Stefan Böhr nutzen wir die fokussierte Stoßwellentherapie. Dabei werden gebündelte Schallwellen (energiereiche Druckimpulse) vom Arzt ganz gezielt für die Therapie eingesetzt. Großer Vorteil: auch tiefer liegende Areale des Körpers wie zum Beispiel die Plantarfaszie werden erreicht. Die Stoßwellentherapie führt zur Freisetzung von körpereigenen Substanzen und mechanischen Reizen, wodurch die Durchblutung und Gefäßversorgung verbessert wird. Dadurch werden körpereigene Reparaturmechanismen in Gang gesetzt, die im Rahmen unseres ganzheitlichen Therapiekonzeptes einen wesentlichen Beitrag zur Linderung der Beschwerden leisten.

Wichtigster Teil der Therapie ist jedoch die gezielte Identifizierung der Ursache für Ihre Beschwerden. Nur so kann ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden um die Stoßwellentherapie optimal zu nutzen.

Ein Fuß wird mit Stoßwellentherapie behandelt

In diesem BLOG finden Sie kurz zusammengefasste Informationen zu Plantarfasziitis, Achillodynie und Haglund-Syndrom – drei sehr häufigste Ursachen für Fersenschmerzen, die sich gut mit Stoßwellentherapie therapieren lassen.

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Plantarfasziitis – das Wichtigste auf einen Blick

Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk behandeln wir die Plantarfasziitis in drei wesentlichen Schritten:

  1. Suche nach der Ursache der Erkrankung
    Ausführlichen Anamnese und weiterführende Untersuchungen – in der Regel bereits bei der Erstvorstellung in der Praxis.
  2. Kurzfristige Beschwerdelinderung
    unsere Favoriten: Kinesiotape, Faszientherapie, Stoßwellentherapie, Kryotherapie, Silikonfersenpolster, speziellen Orthesen und/oder passiven Einlagen mit Silikonweichbettung.
  3. Mittel- und langfristige Beschwerdelinderung sowie Rezidivprophylaxe
    Hier kommen spezielle Physiotherapie-Programme (z.B. Spiraldynamik©), Aktiveinlagen, die elektronische Muskelstimulation und Osteopathie-Konzepte zur Anwendung. Dazu besprechen wir mit jedem Patienten in der Praxis einen individuellen Therapieplan.

Die Ursache der Plantarfasziitis ist die Entzündung einer kräftigen Sehnenplatte (der Plantarfaszie), die das Fußgewölbe von der Ferse bis zu den Zehengelenken überspannt. Ursache für diese Entzündung ist oft eine zunehmende Fußfehlstellung (z.B. Senk-Spreizfuß), eine angeborene Fehlstellung (z.B. Hohl-Spreizfuß) oder eine mechanische Überlastung (sportliche Belastung, Übergewicht, schlechtes Schuhwerk).

Plantarfaszie schmerzen

Achillodynie – das Wichtigste auf einen Blick

Achillodynie bezeichnet einen schmerzhaften Zustand der Achillessehne. Dies zeigt sich mit einer druckschmerzhaften Schwellung und spindelförmigen Verdickung der Achillessehne etwas oberhalb der Knöchelgabel. Es handelt sich um eine Tendinopathie – also eine Erkrankung des Sehnengewebes selbst.

Ursache der Achillodynie ist eine zu geringe Blutversorgung der Achillessehne meist aufgrund von mechanischer Überlastung. Oberhalb der Knöchelgabel ist die Achillessehne am Schlechtesten mit Blut versorgt, so dass die Achillodynie typischerweise an dieser Stelle entsteht. Unser Körper versucht dann behelfsmäßig, die Blutversorgung der Achillesehne über die umliegende Sehnenscheide sicherzustellen. Dadurch geht aber die Gleitfähigkeit der Achillessehne in ihrer Sehnenscheide verloren und es entstehen noch mehr Schmerzen.

Die Achillodynie hat nichts zu tun mit der Insertionstendinopathie der Achillessehne – auch Halgund-Syndrom genannt. Obwohl beide Krankheitsbilder nur wenige Zentimeter voneinander entfernt an der Achillessehne auftreten, ist die Behandlungsstrategie vollig unterschiedlich.

Für die Therapie der Achillodynie gibt es im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk ein festgelegtes Therapieschema:

Haglund-Syndrom – das Wichtigste auf einen Blick

Das Haglund-Syndrom beschreibt Schmerzen am Achillessehnenansatz der Ferse. Ursache ist eine Formstörung des Fersenbeins, die auch als Hinterer Fersensporn oder Haglund-Ferse bezeichnet wird. Die Formstörung kann zu Entzündungen der Achillessehne (Insertionstendinopathie) und einem sehr schmerzhaften Knochenmarködem führen. Die Schmerzen treten oft bei Belastung auf, gefolgt von Schwellung, Rötung und Druckstellen im Schuh.

Halgund Ferse / dorsaler Fersensporn vor OP
DVT Bilder von Dr. Böhr: Ausgeprägter dorsaler Fersensporn mit Haglund-Syndrom

Wenn ein Haglund- Syndrom über längere Zeit besteht, kann es zu dauerhaften Strukturveränderungen der Achillessehne kommen. Es entstehen Kalkeinlagerungen in der Achillessehne und am Fersenbein, die dann als eigenständiges Problem (hinterer Fersensporn) Druckstellen, Schwellung und Schmerzen verursachen können.

Um das Haglund-Syndrom effizient zu therapieren, ist zu Beginn eine genaue Ursachenabklärung notwendig. Neben einer ausführlichen Anamnese wird dabei in jedem individuellen Einzelfall entschieden, welche zusätzlichen Untersuchungen notwendig sind (z.B. dynamische PedobarografieDVTMRT).

Abhängig von der Ursache legen wir dann ein konsequentes Therapiekonzept fest. In den allermeisten Fällen beginnen wir mit einer funktionell konservativen Therapie. Diese beinhaltet die Fersenweichbettung, entlastendes Kinesiotape, Silikonpolster für die Ferse, Einlagenversorgung,   Stoßwellentherapie, Schuhberatung und Physiotherapie.

Nur bei sehr ausgeprägten Befunden oder ausbleibender Beschwerdebesserung über mehrere Wochen trotz konsequenter Therapie kommt für uns eine Operation in Frage.