Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz – Regeneration für angeschlagene Füße


Kurzorientierung: Fersenschmerz ist nicht gleich Fersensporn. Häufige Ursachen sind Plantarfasziitis (Schmerz unter der Ferse/Anlaufschmerz), Achillodynie (Schmerz einige Zentimeter oberhalb der Ferse) oder ein Haglund-Syndrom / hinterer Fersensporn (Schmerz am Achillessehnenansatz). Die Stoßwellentherapie kann – je nach Diagnose – ein wichtiger Baustein sein, wirkt aber am besten im Gesamtkonzept aus Ursachenanalyse, Belastungssteuerung und ergänzenden Maßnahmen.

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Stoßwelle kurz erklärt: Bei der fokussierten Stoßwellentherapie werden gebündelte Schallwellen gezielt in das betroffene Areal eingebracht. Dadurch können körpereigene Reize gesetzt werden, die die Durchblutung und Gefäßversorgung unterstützen. Entscheidend ist jedoch die Diagnose und die Ursachenanalyse – Stoßwelle ist meist ein Baustein, nicht die alleinige Lösung. Generelles zu Ablauf & Indikationen der Stoßwellentherapie finden Sie hier: Stoßwellentherapie im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk

Regeneration für angeschlagene Füße

Immer mehr Menschen nutzen Laufsport als Ausgleich zum Berufsalltag und für die Fitness. Und oft beginnen mit intensiverem Lauftraining auch typische Beschwerden an der Ferse wie Achillodynie, Plantarfasziitis und Haglund-Syndrom. Mit fokussierter Stoßwellentherapie ist es möglich die Regeneration und Heilung bei diesen Krankheitsbildern zu fördern. Auch bei verzögerter Knochenheilung nach Operationen unterstützt die Stoßwelle die Genesung.

Häufige Ursachen von Fersenschmerzen

Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk von Dr. Stefan Böhr nutzen wir die fokussierte Stoßwellentherapie. Dabei werden gebündelte Schallwellen (energiereiche Druckimpulse) gezielt für die Therapie eingesetzt. Großer Vorteil: auch tiefer liegende Areale des Körpers wie zum Beispiel die Plantarfaszie werden erreicht. Die Stoßwellentherapie führt zur Freisetzung von körpereigenen Substanzen und mechanischen Reizen, wodurch die Durchblutung und Gefäßversorgung verbessert wird. Dadurch werden körpereigene Reparaturmechanismen in Gang gesetzt, die im Rahmen unseres ganzheitlichen Therapiekonzeptes einen wesentlichen Beitrag zur Linderung der Beschwerden leisten.

Wichtigster Teil der Therapie ist jedoch die gezielte Identifizierung der Ursache für Ihre Beschwerden. Nur so kann ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden um die Stoßwellentherapie optimal zu nutzen.

Ein Fuß wird mit Stoßwellentherapie behandelt

In diesem Blog finden Sie kurz zusammengefasste Informationen zu Plantarfasziitis, Achillodynie und Haglund-Syndrom – die drei häufigsten Ursachen für Fersenschmerzen, die sich gut mit Stoßwellentherapie therapieren lassen.

Mehr Infos zum Ablauf der Stoßwellentherapie auf unserer Therapieseite zur fokussierten Stoßwellentherapie.

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Ihre nächsten Schritte (je nach Ursache)

Plantarfasziitis – das Wichtigste auf einen Blick

Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk behandeln wir die Plantarfasziitis in drei wesentlichen Schritten:

  1. Suche nach der Ursache der Erkrankung
    Ausführliche Anamnese und weiterführende Untersuchungen – in der Regel bereits bei der Erstvorstellung in der Praxis.
  2. Kurzfristige Beschwerdelinderung
    unsere Favoriten: Kinesiotape, Faszientherapie, Stoßwellentherapie, Kryotherapie, Silikonfersenpolster, speziellen Orthesen und/oder passiven Einlagen mit Silikonweichbettung.
  3. Mittel- und langfristige Beschwerdelinderung sowie Rezidivprophylaxe
    Hier kommen spezielle Physiotherapie-Programme (z.B. Spiraldynamik©), Aktiveinlagen, die elektronische Muskelstimulation und Osteopathie-Konzepte zur Anwendung. Dazu besprechen wir mit jedem Patienten in der Praxis einen individuellen Therapieplan.

Die Ursache der Plantarfasziitis ist die Entzündung einer kräftigen Sehnenplatte (der Plantarfaszie), die das Fußgewölbe von der Ferse bis zu den Zehengelenken überspannt. Ursache für diese Entzündung ist oft eine zunehmende Fußfehlstellung (z.B. Senk-Spreizfuß), eine angeborene Fehlstellung (z.B. Hohl-Spreizfuß) oder eine mechanische Überlastung (sportliche Belastung, Übergewicht, schlechtes Schuhwerk).

Plantarfaszie schmerzen

Achillodynie – das Wichtigste auf einen Blick

Achillodynie bezeichnet einen schmerzhaften Zustand der Achillessehne. Dies zeigt sich mit einer druckschmerzhaften Schwellung und spindelförmigen Verdickung der Achillessehne etwas oberhalb der Knöchelgabel. Es handelt sich um eine Tendinopathie – also eine Erkrankung des Sehnengewebes selbst.

Ursache der Achillodynie ist eine zu geringe Blutversorgung der Achillessehne meist aufgrund von mechanischer Überlastung. Oberhalb der Knöchelgabel ist die Achillessehne am Schlechtesten mit Blut versorgt, so dass die Achillodynie typischerweise an dieser Stelle entsteht. Unser Körper versucht dann behelfsmäßig, die Blutversorgung der Achillesehne über die umliegende Sehnenscheide sicherzustellen. Dadurch geht aber die Gleitfähigkeit der Achillessehne in ihrer Sehnenscheide verloren und es entstehen noch mehr Schmerzen.

Die Achillodynie hat nichts zu tun mit der Insertionstendinopathie der Achillessehne – auch Haglund-Syndrom genannt. Obwohl beide Krankheitsbilder nur wenige Zentimeter voneinander entfernt an der Achillessehne auftreten, ist die Behandlungsstrategie völlig unterschiedlich.

Für die Therapie der Achillodynie gibt es im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk ein festgelegtes Therapieschema:

Haglund-Syndrom – das Wichtigste auf einen Blick

Das Haglund-Syndrom beschreibt Schmerzen am Achillessehnenansatz der Ferse. Ursache ist eine Formstörung des Fersenbeins, die auch als Hinterer Fersensporn oder Haglund-Ferse bezeichnet wird. Die Formstörung kann zu Entzündungen der Achillessehne (Insertionstendinopathie) und einem sehr schmerzhaften Knochenmarködem führen. Die Schmerzen treten oft bei Belastung auf, gefolgt von Schwellung, Rötung und Druckstellen im Schuh.

Haglund Ferse / dorsaler Fersensporn vor OP
DVT Bilder aus der Privatpraxis von Dr Böhr Ausgeprägter dorsaler Fersensporn mit Haglund Syndrom Copyright Dr Stefan Böhr

Wenn ein Haglund- Syndrom über längere Zeit besteht, kann es zu dauerhaften Strukturveränderungen der Achillessehne kommen. Es entstehen Kalkeinlagerungen in der Achillessehne und am Fersenbein, die dann als eigenständiges Problem (hinterer Fersensporn) Druckstellen, Schwellung und Schmerzen verursachen können.

Um das Haglund-Syndrom effizient zu therapieren, ist zu Beginn eine genaue Ursachenabklärung notwendig. Neben einer ausführlichen Anamnese wird dabei in jedem individuellen Einzelfall entschieden, welche zusätzlichen Untersuchungen notwendig sind (z.B. dynamische PedobarografieDVTMRT).

Abhängig von der Ursache legen wir dann ein konsequentes Therapiekonzept fest. In den allermeisten Fällen beginnen wir mit einer funktionell konservativen Therapie. Diese beinhaltet die Fersenweichbettung, entlastendes Kinesiotape, Silikonpolster für die Ferse, Einlagenversorgung,   Stoßwellentherapie, Schuhberatung und Physiotherapie.

Nur bei sehr ausgeprägten Befunden oder ausbleibender Beschwerdebesserung über mehrere Wochen trotz konsequenter Therapie kommt für uns eine Operation in Frage.

Häufige Fragen zur Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz

Hilft Stoßwellentherapie bei jedem Fersenschmerz?

Nein – Stoßwelle ist keine Universallösung. Sie wirkt am besten, wenn die Ursache des Fersenschmerzes klar ist. Bei Plantarfasziitis, Achillodynie und Haglund-Syndrom ist sie gut belegt. Bei anderen Ursachen muss zunächst eine sorgfältige Diagnose erfolgen.

Wie viele Sitzungen Stoßwellentherapie sind bei Fersenschmerz nötig?

In der Regel sind 3–5 Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen vorgesehen. Die genaue Anzahl richtet sich nach Diagnose, Beschwerdedauer und individuellem Ansprechen auf die Behandlung.

Ist Stoßwellentherapie schmerzhaft?

Die Behandlung kann während der Sitzung unangenehm sein, besonders im direkt betroffenen Bereich. Die meisten Patientinnen und Patienten tolerieren sie gut. In den ersten 1–2 Tagen nach der Behandlung ist eine vorübergehende Schmerzverstärkung möglich.

Muss ich nach der Stoßwellentherapie eine Pause einlegen?

Eine kurze Schonphase von 24–48 Stunden nach jeder Sitzung ist sinnvoll. Intensiver Sport oder starke Belastung sollten in dieser Zeit vermieden werden. Den genauen Umfang der Belastungspause besprechen wir individuell in der Praxis.

Wann ist Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz nicht geeignet?

Bei akuten Entzündungen, Infektionen im Behandlungsbereich, Gerinnungsstörungen, Schwangerschaft oder bestimmten Medikamenten (z. B. Blutverdünner) ist Stoßwellentherapie kontraindiziert. Auch bei unklarer Diagnose sollte zuerst die Ursache abgeklärt werden.

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Fazit

Stoßwellentherapie kann bei Fersenschmerzen durch Plantarfasziitis, Achillodynie und Haglund-Syndrom ein wirksamer Baustein sein – vorausgesetzt, die Diagnose ist gesichert. Entscheidend ist nicht die Behandlungsmethode allein, sondern das Gesamtkonzept: Ursachenanalyse, Belastungssteuerung und gezielte Therapie. Wenn Sie unter anhaltenden Fersenschmerzen leiden, lohnt sich eine fachärztliche Einschätzung, bevor mit einer Methode begonnen wird.

Inhalt medizinisch kontrolliert von: Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC), Ärztlicher Leiter & Inhaber, ORTHO|PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin. Letztes Update: 05.03.2026