Ganganalyse
Kurz zusammengefasst
Die Ganganalyse (dynamische Pedobarografie) misst die Druckverteilung unter dem Fuß während des Gehens und liefert objektive Daten über Fehlbelastungen und Bewegungsmuster. Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk nutzt Dr. Böhr die Ergebnisse direkt zur Planung von Einlagenversorgung, Kinesiotape und weiteren konservativen Maßnahmen. Die Untersuchung ist strahlungsfrei, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
Inhaltsverzeichnis
- Was misst die Ganganalyse genau?
- Statische und dynamische Pedobarografie: der Unterschied
- Bei welchen Erkrankungen setzen wir die Ganganalyse ein?
- Von der Ganganalyse zur Therapie
- Häufige Fragen zur Ganganalyse
- Diagnostik & Therapie an Fuß und Sprunggelenk – weiterführende Informationen
- Fazit: Ganganalyse als Grundlage jeder präzisen Therapieplanung
Die Ganganalyse oder dynamische Pedobarografie beurteilt den menschlichen Bewegungsapparat ganzheitlich. Es handelt sich um eine funktionelle Untersuchung des Gangbildes und des Bewegungsapparates. Die Ganganalyse ist strahlungsfrei und dauert nur wenige Minuten.

Anhand der Ergebnisse erkennt Dr Böhr, ob der Bewegungsapparat während des Gangzyklus korrekt funktioniert. So können Rückschlüsse auf die Ursache von Fehlbelastungen oder Schmerzursachen gezogen werden. Ziel der Ganganalyse ist die Ableitung der optimalen Therapie durch das Erkennen funktioneller Zusammenhänge zwischen Bewegung und Belastung.
Mit unserem zusätzlichen Messmodul der statischen Pedobarografie können auch Gleichgewichtsstörungen gemessen und dargestellt werden. Dies ist besonders bei Patienten mit Gangunsicherheit ein wichtiger Teil der Diagnostik.
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Was misst die Ganganalyse genau?
Beim Gehen verteilt sich das Körpergewicht in Bruchteilen von Sekunden über die gesamte Fußfläche – vom Fersenauftritt über die Abrollphase bis zum Abstoß über die Zehen. Dieser komplexe Ablauf folgt bei einem gesunden Fuß einem charakteristischen Muster. Weicht ein Patient davon ab – etwa durch Schonhaltung, Fehlstellung oder muskuläre Schwäche – zeigt die Ganganalyse genau, wo und wie stark die Abweichung ist.
Konkret erfasst unser System:
- Die Druckverteilung unter dem gesamten Fuß (Vorfuß, Mittelfuß, Ferse)
- Den zeitlichen Ablauf der Belastung während des Gangzyklus
- Den Seitenvergleich zwischen rechtem und linkem Fuß
- Gleichgewichtsparameter über das statische Messmodul (besonders relevant bei Gangunsicherheit)
Statische und dynamische Pedobarografie: der Unterschied
Unser Messsystem vereint zwei Untersuchungsmodule in einem. Die statische Pedobarografie misst die Druckverteilung im ruhigen Stand – sie gibt Auskunft über die Grundbelastung und die Körperschwerpunktlage. Dies ist besonders bei Patienten mit Gleichgewichtsproblemen oder zur Überprüfung der Schuhversorgung hilfreich.
Die dynamische Pedobarografie – die eigentliche Ganganalyse – erfasst dagegen das gesamte Bewegungsprogramm beim Gehen. Da viele Beschwerden erst unter Belastung und Bewegung auftreten, liefert die dynamische Messung oft entscheidende Zusatzinformationen, die im Stand nicht sichtbar wären.
Bei welchen Erkrankungen setzen wir die Ganganalyse ein?
Wir nutzen die Ganganalyse z.B. regelmäßig bei folgenden Krankheitsbildern und Fragestellungen:
- Plantarfasziitis und Fersensporn – zur Analyse der Fersenbelastung und Ableitung der optimalen Einlagenversorgung
- Knick-Senkfuß und Plattfuß – zur Beurteilung der funktionellen Auswirkungen der Fußfehlstellung auf den Gangzyklus
- Hallux Valgus – zur Dokumentation der Vorfußbelastung vor und nach konservativer oder operativer Therapie
- Achillodynie – zur Identifikation der Belastungsmuster, die die Sehne überlasten
- Tibialis-Posterior-Syndrom (PCFD) – um den Schweregrad der Fehlstellung und die ausweichbewegungen darzustellen
Von der Ganganalyse zur Therapie
Die Messung allein ist kein Therapieziel – entscheidend ist, was daraus folgt. Dr. Böhr bespricht die Ergebnisse direkt in der Sprechstunde mit dem Patienten am Bildschirm. Zeigt die Analyse eine Überlastung des Vorfußes beim Abrollvorgang, lässt sich daraus zum Beispiel eine individuell angepasste Aktiveinlage ableiten. Bei asymmetrischer Belastung beider Füße kann ein gezieltes Kinesiotape-Konzept oder ein physiotherapeutisches Kräftigungsprogramm empfohlen werden.
So wird die Ganganalyse zur Brücke zwischen Diagnose und maßgeschneiderter Therapie – und legt die Grundlage dafür, dass konservative Maßnahmen auch tatsächlich an der richtigen Stelle ansetzen.
Häufige Fragen zur Ganganalyse
Was ist der Unterschied zwischen statischer und dynamischer Pedobarografie?
Bei der statischen Pedobarografie steht der Patient ruhig auf der Messplatte – so lässt sich die Druckverteilung im Stand und die Körperschwerpunktlage beurteilen und erfolgt häufig im Sanitätshaus zur Einlagenherstellung. Die dynamische Pedobarografie (Ganganalyse) erfasst dagegen die Druckverläufe während des Gehens Schritt für Schritt. Beide Messmodule stehen in unserer Praxis zur Verfügung und werden je nach Fragestellung kombiniert.
Bei welchen Beschwerden ist eine Ganganalyse sinnvoll?
Eine Ganganalyse ist immer dann hilfreich, wenn Beschwerden durch Fehlbelastung entstehen oder unterhalten werden – zum Beispiel bei Plantarfasziitis, Achillodynie, Knick-Senkfuß, Hallux Valgus, Knieschmerzen durch Fußfehlstellung oder bei unklaren Schmerzen, die sich im Stehen und Gehen verschlechtern. Auch zur Kontrolle nach einer Einlagenversorgung oder nach einer Operation ist die Ganganalyse wertvoll.
Wie läuft die Ganganalyse in der Praxis ab?
Der Patient geht barfuß mehrfach über eine spezialisierte Druckmessplatte. Das System erfasst dabei für jeden einzelnen Schritt die Druckverteilung, den zeitlichen Ablauf der Belastung und eventuelle Seitenunterschiede. Die Auswertung erfolgt direkt am Bildschirm und wird von Dr. Böhr gemeinsam mit dem Patienten besprochen. Die gesamte Untersuchung dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten.
Was passiert nach der Ganganalyse mit den Ergebnissen?
Die Messdaten fließen direkt in die Therapieplanung ein. Zeigt die Ganganalyse zum Beispiel eine Überlastung des Vorfußes oder eine asymmetrische Belastung, kann daraus gezielt eine Einlagenversorgung, ein Kinesiotape-Konzept oder ein physiotherapeutisches Übungsprogramm abgeleitet werden. Bei Patienten nach einer Operation dienen die Ergebnisse zur objektiven Verlaufskontrolle.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Ganganalyse?
Die Ganganalyse und Pedobarografie sind Leistungen der modernen Privatmedizin und werden von gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Als Privatpatient oder Selbstzahler können Sie die Untersuchung jederzeit in Anspruch nehmen. Sprechen Sie uns bei Fragen zu den Kosten gerne direkt an.
Diagnostik & Therapie an Fuß und Sprunggelenk – weiterführende Informationen
Verstehen & Einschätzen
- Digitale Volumentomografie (DVT) – 3D-Bildgebung der Knochen unter Belastung
- Ultraschall an Fuß und Sprunggelenk – Sehnen, Entzündungen, Weichteile
- MRT – Hochauflösende Darstellung von Sehnen und Weichteilen
Therapie & Behandlung
- Aktiveinlagen – sensomotorische Einlagenversorgung nach Ganganalyse
- Kinesiotape – Stabilität und Entlastung bei Fehlbelastung
- Stoßwellentherapie – bei chronischen Überlastungsbeschwerden
- Fußoperationen – wenn konservative Therapie nicht ausreicht
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Fazit: Ganganalyse als Grundlage jeder präzisen Therapieplanung
Schmerzen an Fuß und Sprunggelenk entstehen selten zufällig – hinter ihnen steckt fast immer ein Muster aus Fehlbelastung, muskulärer Dysbalance oder gestörter Fußstatik. Die Ganganalyse macht dieses Muster sichtbar: objektiv, reproduzierbar und direkt in der Praxis. Wer ohne diese Information behandelt, behandelt an der Ursache vorbei.
Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk gehört die Pedobarografie deshalb für viele Patienten zum diagnostischen Standardprogramm – nicht als isolierte Maßnahme, sondern als Brücke zwischen Befund und Therapie. Die Ergebnisse fließen direkt in die Auswahl der richtigen Einlagen, das Kinesiotape-Konzept und physiotherapeutische Empfehlungen ein. So wird aus einer Messung ein konkreter Behandlungsplan, der auf Sie persönlich zugeschnitten ist.
Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: März 2026