Plantarfasziitis/Fersensporn: 3 einfache Übungen gegen Ihre Fersenschmerzen

Kurzprogramm (2–5 Minuten): Diese drei Übungen können bei Plantarfasziitis/Fersensporn helfen, die Plantarfaszie und Wadenmuskulatur zu entlasten. Führen Sie die Übungen idealerweise täglich durch – moderat und ohne „Reinschmerz“. Wenn die Beschwerden länger als 2–3 Wochen anhalten oder deutlich zunehmen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Aus ärztlicher Sicht des Experten für Fuß & Sprunggelenk gibt es klare Empfehlungen zur ganzheitlichen Therapie von Plantarfasziitis & Fersensporn. Physiotherapie, Silikonfersenpolster, passive und aktive Einlagen, Kinesiotape und Stoßwellentherapie führen oft zu einer deutlichen Schmerzreduktion. Auch Injektionen mit PRP / ACP sowie die gezielte Fotobiomodulation können zur Linderung der Schmerzen bei Plantarfasziitis & Fersensporn beitragen.

Um noch schneller zum Ziel zu kommen, nutzen viele unsere Patienten zusätzlich Eigenübungen, an den Tagen zwischen Stoßwellentherapie und Physiotherapie. Hier stellen Ihnen unsere Fußspezialisten drei einfache Eigenübungen vor, die bei Plantarfasziitis & Fersensporn zum Nachmachen geeignet sind.

Dehnung der Plantarfaszie, der Fußsohle und der Wade

Bei dieser Übung sitzt der Patient meist auf dem Boden, zieht das schmerzhafte Bein an, greift den eigenen Vorfuß mit beiden Händen und streckt dann langsam das Bein. Bei dieser Übung kommt es zu einer Dehnung der Plantarfaszie, der Fußsohle und der Wadenmuskulatur. Wer Schwierigkeiten hat mit beiden Händen den eigenen Vorfuß zu erreichen, kann einen Gürtel, ein zusammengerolltes Handtuch oder ein kräftiges Gummiband zu Hilfe nehmen.

Dauer: jeweils circa 30 Sekunden
Wiederholungen: 2–3×
Intensität: deutlich spürbar, aber nicht stechend

Dehnung der Wadenmuskulatur im Stand

Bei dieser sehr wirkungsvollen und einfachen Übung steht man mit dem Gesicht zu einer Wand, so dass beide ausgestreckten Arme mit den Handflächen die Wand berühren. Der schmerzhafte Fuß ist dabei etwas weiter hinten – also weiter von der Wand entfernt. Nun beugt man das vordere Knie und reduziert mit beiden Händen langsam den Abstand zur Wand. Wichtig: der Oberkörper soll während der ganzen Übung aufrecht bleiben, das hintere Bein ist die ganze Zeit komplett gestreckt und am wichtigsten: beide Fersen sollen fest auf dem Boden bleiben.

Diese Übung kann fast überall und ohne große Vorbereitung durchgeführt werden. Wer die Übung regelmäßig durchführt, sollte die Wadenmuskeln beider Beine nacheinander dehnen. Sonst entsteht auf Dauer ein Ungleichgewicht zwischen rechtem und linkem Fuß – was wiederum zu eigenen Beschwerden führen kann.

Dauer: jeweils circa 30 Sekunden
Wiederholungen: 2–3×
Intensität: deutlich spürbar, aber nicht stechend

Direkte Massage der schmerzhaften Stelle mit z.B. Faszienrolle oder Tennisball

Für diese Übung setzt man sich zu Beginn am besten auf einen Stuhl. Mit einem widerstandsfähigen Gegenstand beginnt man die schmerzhafteste Stelle der Plantarfaszie zu massieren.

Nutzt man einen kleinen runden Gegenstand wie etwa einen Igelball, Tennisball oder Golfball, entstehen kreisende Bewegungen. Nach und nach kann man den Druck steigern, die Muskelspannung lässt nach und mit etwas Übung kann man später dieselbe Übung, auch ohne Stuhl, im Stand ausführen.

Fußsohle mit markierter Schmerzstelle der Plantarfaszie nahe der Ferse
Die Markierung zeigt die typische Schmerzregion bei Plantarfasziitis unter der Ferse häufig innen In vielen Fällen mit Ausstrahlung in Richtung der Zehen

Schon seit längerer Zeit nutzen immer mehr Patienten kleinere oder größere Rollen (zum Beispiel: Blackroll ©) mit unterschiedlicher Bezeichnung aber immer sehr ähnlichem Prinzip (Faszienrolle). Beginnend am schmerzhaftesten Punkt der Plantarfaszie wird die auf dem Boden liegende Rolle langsam die Fußsohle entlang in Richtung Zehen gerollt. Wir empfehlen keine zu große Rolle zu nutzen (wie zur Eigenbehandlung bei Rückenschmerzen), da sonst der wesentliche Effekt verloren geht. Falls Sie Fragen zur richtigen Auswahl der für Sie passenden Faszienrolle haben, unterstützt Sie Ihr Physiotherapeut sicher sehr gerne!

Dauer: 2-3 Minuten
Wiederholungen: 1x
Intensität: deutlich spürbar in den Schmerz „reingehen“

Was ist bei Plantarfasziitis-Übungen zu beachten?

  • Die Übungen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Im Alltag realistisch ist mindestens einmal pro Tag an mindestens 6 Tagen in der Woche.
  • Der schmerzlindernde Effekt tritt erst nach und nach ein. „Mit dem Kopf durch die Wand“ ist hier nicht angebracht. Also besser täglich und über einen längeren Zeitraum die Übungen mit mittlerer Intensität konsequent durchführen als einmal die Woche zu intensiv.
  • Jeder muss für sich selbst die richtige Intensität finden. Zu Beginn können die Schmerzen der Plantarfasziitis nach den Übungen etwas verschlimmern. Spätestens am nächsten Morgen sollte dieser Effekt aber wieder verschwunden sein. Bereits nach wenigen Wochen tritt dieser Effekt nur noch sehr begrenzt oder gar nicht mehr auf und kann als erster eigener Therapieerfolg gewertet werden!

Wichtig: Stechender Schmerz, deutliche Verschlechterung am Folgetag oder starke Schwellung sind ein Zeichen, die Intensität zu reduzieren oder abzuklären. Bei Beschwerden länger als 2–3 Wochen oder zunehmender Einschränkung empfehlen wir eine Untersuchung.

Weitere Informationen & nächste Schritte

Mini-FAQ: Übungen bei Plantarfasziitis & Fersensporn

Wie oft sollte ich die Übungen machen?

Am sinnvollsten ist Regelmäßigkeit: realistisch ist mindestens 1× täglich an mindestens 6 Tagen pro Woche. Lieber konsequent mit mittlerer Intensität über mehrere Wochen als selten und dafür zu intensiv.

Welche drei Eigenübungen empfiehlt ORTHO | PEDE typischerweise?

  1. Dehnung der Plantarfaszie/Fußsohle/Wade (im Sitzen mit Griff an den Vorfuß; ggf. mit Gurt/Handtuch).
  2. Waden-Dehnung im Stand an der Wand (Fersen am Boden, hinteres Bein gestreckt).
  3. Selbstmassage der schmerzhaften Stelle (z. B. Tennis-/Igelball, kleine Faszienrolle; Druck langsam steigern).

Warum sind die Schmerzen morgens (Anlaufschmerz) oft am stärksten?

Typisch ist der morgendliche Anlaufschmerz: Nach den ersten Schritten wird es häufig besser, nach Ruhephasen kommt der Schmerz wieder. Dieses sehr typische Muster entsteht durch die aufflammende Entzündungsreaktion in Ruhephasen/ über Nacht.

Ist der „Fersensporn“ die eigentliche Ursache meiner Beschwerden?

Meist nicht. Der im Röntgen sichtbare knöcherne Sporn ist häufig Folge wiederkehrender Entzündungen/Überlastung – die Beschwerden entstehen in der Regel durch die Reizung/Entzündung der Plantarfaszie.

Was, wenn die Übungen zunächst mehr weh tun?

Gerade zu Beginn können die Schmerzen nach den Übungen vorübergehend zunehmen. Wichtig ist: Spätestens am nächsten Morgen sollte dieser Effekt wieder verschwunden sein. Wenn es dauerhaft stärker wird, Intensität reduzieren und lieber moderat, aber regelmäßig trainieren.

Wann sollte ich ärztlich abklären lassen – und wann ist Bildgebung sinnvoll?

Wenn die Beschwerden länger anhalten, wiederkehren oder ihr Verlauf unklar ist, ist eine strukturierte Abklärung sinnvoll. Auf eurer Krankheitsseite werden dafür v. a. klinische Untersuchung und hochauflösender Ultraschall genannt; je nach Fragestellung/Verlauf auch MRT (z. B. zum Ausschluss einer Stressfraktur oder anderer Ursachen) und DVT (z. B. zur Statik-/Sporn-/Gelenkbeurteilung).

Was kann zusätzlich helfen, wenn Übungen allein nicht reichen?

Physiotherapie, Silikonfersenpolster, Einlagen, Kinesiotape und Stoßwellentherapie bei Plantarfasziitis/Fersensporn (Berlin & Brandenburg); in den ersten drei Wochen auch Photobiomodulation.
(Details: Stoßwellentherapie: Ablauf & Indikationen)

Medizinisch geprüft von: Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie
Aktualisiert am: 02-2026