Spreizfuß
Kurz zusammengefasst:
Ein Spreizfuß ist eine häufige Veränderung im Vorfuß, bei der sich die Mittelfußknochen verbreitern und die Druckverteilung beim Gehen ungünstig wird. Dadurch können Ballenschmerzen, Beschwerden unter den Mittelfußköpfchen, Probleme der Kleinzehen oder ein Morton-Neurom entstehen. Auf dieser Seite finden Sie einen verständlichen Überblick über typische Beschwerden, die passende Diagnostik und die Behandlungsmöglichkeiten in unserer spezialisierten Privatpraxis in Berlin-Zehlendorf.
Inhaltsverzeichnis
Was ein Spreizfuß eigentlich bedeutet
Ein Spreizfuß ist keine seltene Besonderheit, sondern eine sehr häufige Veränderung im Bereich des Vorfußes. Dabei verbreitert sich der Vorfuß, und die Belastung verteilt sich beim Gehen nicht mehr so gleichmäßig wie bei einem stabilen, gut geführten Fuß. Viele Betroffene merken das zunächst nur an Druckstellen, Ballenschmerzen oder daran, dass bestimmte Schuhe unangenehm werden.
Mit der Zeit kann ein Spreizfuß aber mehr sein als nur ein „breiter Vorfuß“. Er verändert die gesamte Belastung im Bereich der Mittelfußköpfchen und der Zehen. Genau dadurch entstehen oft Beschwerden, die zunächst ganz unterschiedlich wirken, obwohl sie denselben Hintergrund haben.
In unserer spezialisierten Privatpraxis in Berlin-Zehlendorf schauen wir deshalb nicht nur auf den Schmerzpunkt, sondern auf die gesamte Vorfußstatik. So lässt sich oft besser erkennen, ob ein Spreizfuß tatsächlich die eigentliche Ursache der Beschwerden ist oder ob zusätzlich andere Veränderungen im Vorfuß vorliegen.

Einen Überblick über typische Beschwerden und Zusammenhänge im Vorfuß finden Sie auch auf unserer Seite Vorfußschmerzen, Kleinzehen & Morton-Neurom.
Welche Beschwerden ein Spreizfuß auslösen kann
Typisch sind Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen, vor allem beim längeren Gehen oder Stehen. Viele Betroffene beschreiben ein Druckgefühl im Ballenbereich, zunehmende Beschwerden in engen Schuhen oder das Gefühl, dass der Vorfuß beim Abrollen zu stark belastet wird.
Je nach Ausprägung kann ein Spreizfuß auch zu Reizzuständen zwischen den Zehen, zu Druckstellen an den Kleinzehen oder zu einer sichtbaren Veränderung der Vorfußform führen. Manche Patienten spüren eher ein Brennen oder Kribbeln, andere vor allem eine mechanische Überlastung unter dem Ballen.
Gerade weil die Beschwerden unterschiedlich sein können, wird der Spreizfuß oft erst spät als eigentliche Ursache erkannt. Umso wichtiger ist es, die Vorfußstatik gezielt mit in die Untersuchung einzubeziehen.
Warum ein Spreizfuß oft nicht allein kommt
Hallux valgus
Ein Hallux valgus tritt häufig nicht isoliert auf. Ein Spreizfuß kann die Belastung im Vorfuß so verändern, dass die Fehlstellung der Großzehe begünstigt oder verstärkt wird. Umgekehrt verschärft ein ausgeprägter Hallux valgus oft die gesamte Vorfußstatik zusätzlich.
Morton-Neurom
Auch ein Morton-Neurom steht oft in Zusammenhang mit einem Spreizfuß. Wenn der Vorfuß breiter wird und die Belastung zwischen den Mittelfußköpfchen zunimmt, kann der dort verlaufende Nerv stärker gereizt werden. Dann entstehen eher brennende oder einschießende Schmerzen im Vorfuß.
Hammerzehe und Krallenzehe
Ein Spreizfuß kann außerdem die Entstehung von Hammerzehen oder Krallenzehen begünstigen. Wenn sich die Druckverhältnisse im Vorfuß verändern, geraten auch die kleinen Zehen leichter aus dem Gleichgewicht und können sich mit der Zeit fehlstellen.
Schneiderballen
Auch der Schneiderballen an der Außenseite des Vorfußes kann durch eine verbreiterte Vorfußform verstärkt werden. Dann stehen weniger die optische Veränderung, sondern vor allem Druckschmerz und Schuhkonflikt im Vordergrund.
Wie wir einen Spreizfuß in unserer Praxis untersuchen
Klinische Untersuchung
Am Anfang steht die genaue klinische Untersuchung. Dabei beurteilen wir die Form des Vorfußes, die Stellung der Zehen, typische Druckschmerzpunkte, die Beweglichkeit und das Belastungsmuster beim Stehen und Gehen. Gerade hier zeigt sich oft schon, ob der Spreizfuß allein im Vordergrund steht oder ob weitere Vorfußprobleme beteiligt sind.
Ultraschall
Der Ultraschall an Fuß & Sprunggelenk kann zusätzliche Hinweise auf Reizzustände der Weichteile, Nerven oder begleitende Probleme im Vorfuß geben. Er ergänzt die klinische Untersuchung besonders dann sinnvoll, wenn Schmerzen oder Reizzustände genauer eingeordnet werden sollen.
DVT & MRT als komplementäre Bildgebung
Wenn die Vorfußstatik, knöcherne Stellung oder Begleitveränderungen genauer beurteilt werden müssen, ergänzen sich DVT und MRT sinnvoll. Die DVT hilft vor allem bei der Beurteilung der knöchernen Architektur, das MRT bei Nerven, Weichteilen und Knochenmarkreaktionen. Beide Verfahren sind nicht alternativ, sondern komplementär.
Welche Behandlung infrage kommt
Konservative Behandlung
Viele Spreizfußbeschwerden lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Wichtig ist, die Belastung im Vorfuß zu verbessern und die tatsächlich schmerzauslösenden Strukturen zu entlasten. Je nach Befund kommen dazu angepasste Schuhe, Kinesiotape, Einlagen, funktionelle Übungen und weitere konservative Maßnahmen infrage.
Entscheidend ist dabei, dass nicht nur ein allgemeines „Vorfußproblem“ behandelt wird, sondern die konkrete Ursache der Beschwerden. Bestehen zusätzlich ein Morton-Neurom, ein Hallux valgus oder Fehlstellungen der Kleinzehen, muss das in die Behandlung mit einbezogen werden.
Operative Behandlung
Eine Operation an Fuß & Sprunggelenk kann dann sinnvoll werden, wenn die Vorfußstatik deutlich gestört ist, Beschwerden im Alltag oder im Schuhwerk stark einschränken oder konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Welche Operation infrage kommt, richtet sich immer nach dem gesamten Befund und nicht nach dem Spreizfuß allein. Stationäre Operationen erfolgen in der Klinik Sanssouci Potsdam, Dr. Böhr operiert persönlich.
Weiterführende Informationen zum Spreizfuß
Häufige Folgen im Vorfuß
Diagnostik & Behandlung
- Ultraschall an Fuß & Sprunggelenk
- Digitale Volumentomografie (DVT)
- MRT im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk
- Operationen an Fuß & Sprunggelenk
Häufige Fragen zum Spreizfuß
Was ist ein Spreizfuß?
Ein Spreizfuß ist eine Veränderung im Vorfuß, bei der sich die Mittelfußknochen verbreitern und die Belastung ungünstig verteilt wird. Dadurch können Schmerzen unter dem Ballen und weitere Vorfußbeschwerden entstehen.
Welche Beschwerden kann ein Spreizfuß machen?
Typisch sind Ballenschmerzen, Druck unter den Mittelfußköpfchen, Probleme in engen Schuhen und Beschwerden der Kleinzehen. Auch ein Morton-Neurom kann im Zusammenhang mit einem Spreizfuß auftreten.
Ist ein Spreizfuß die gleiche Diagnose wie Hallux valgus?
Nein. Ein Hallux valgus ist eine Fehlstellung der Großzehe, während der Spreizfuß die Vorfußstatik betrifft. Beide Probleme treten allerdings häufig zusammen auf und können sich gegenseitig beeinflussen.
Welche Bildgebung ist bei Spreizfuß sinnvoll?
Je nach Fragestellung sind DVT und MRT hilfreich. Die DVT eignet sich besonders für die Beurteilung der knöchernen Stellung, das MRT vor allem für Nerven, Weichteile und Knochenmarkreaktionen.
Muss ein Spreizfuß immer operiert werden?
Nein. Viele Spreizfußbeschwerden lassen sich zunächst konservativ behandeln. Eine Operation wird dann sinnvoll, wenn die Beschwerden deutlich bestehen bleiben oder die Vorfußstatik stärker gestört ist.
Fazit
Ein Spreizfuß ist eine häufige Ursache für Beschwerden im Vorfuß und sollte nicht nur als „breiter Fuß“ abgetan werden. Er kann Ballenschmerzen, Fehlstellungen der Kleinzehen oder ein Morton-Neurom begünstigen und die Vorfußstatik deutlich verändern. Eine gezielte Untersuchung hilft, die tatsächliche Ursache zu erkennen und die Behandlung passend darauf abzustimmen.
Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: März 2026