Luxation Peronealsehnen

Ursache und Krankheitsbild

Die Luxation der Peronealsehnen ist oft eine Unfallfolge: Nach einer Umknickverletzung treten Schmerzen und Schwellung hinter und unter dem Außenknöchel auf. Häufig betroffen sind Fußballspieler, Skifahrer und Segler. Viele Patienten können nach dem Unfall durch hochziehen des Fußaußenrandes ein schmerzhaftes hervorspringen und schnappen der Peronealsehnen hinter dem Außenknöchel hervorrufen. Dieses Phänomen nennt man Peronealsehnenluxation.

Risikofaktoren für eine solche Verletzung sind eine zu flache Gleitrinne für die Peronealsehnen hinter dem Außenknöchel, eine chronische Instabilität des oberen Sprunggelenks, ein Hohlfuß oder eine generalisierte Bandlaxizität.

Die schmerzhaften Luxationen treten zunehmend ungewollt bei den Patienten auf. Es entsteht eine chronische Entzündung mit schwerer Degeneration der Peronealsehnen und drohender Ruptur. Eine konservative Therapie ist in dieser Situation nicht sinnvoll.

Peronealsehnen Schmerzen

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Therapie Peronealsehnenluxation

Auch beim erstmaligen Auftreten einer Luxation der Peronealsehnen sollte die operative Therapie erfolgen. Da die Peroneusmuskulatur eine wichtige Halte- und Stabilisierungsfunktion erfüllt, werden deren Sehnen bei jedem Schritt angespannt und eine Ausheilung ohne Operation hat nur geringe Erfolgschancen.

Um die passende OP-Methode für jeden Patienten individuell festlegen zu können, sind vor dem Eingriff DVT und MRT Untersuchungen notwendig. Denn je nach Schwere der Verletzung und Ausprägung der peronealen Gleitrinne kommen unterschiedliche OP-Methoden zur Anwendung.

Bei chronischer Instabilität der Peronealsehnen sollten bei einer Operation vorhandene Längsrisse in den Peronealsehnen genäht werden. Solche Verletzungsfolgen können sehr gut im MRT nachgewiesen werden. Chronische Instabilitäten des oberen Sprunggelenks können während eines Eingriffs bei Peronealsehnenluxation ebenfalls mit adressiert werden.

DVT Bilder von Dr. Böhr: Sehr flache Peronealsehnenrinne – Fußballspieler mit chronischer Luxation

Operation bei Peronealsehnenluxation

In Ausnahmenfällen kann bei frischen Verletzungen und ausgeprägter peronealer Gleitrinne die operative Rekonstruktion des Retinakulum peroneale superius erfolgreich sein.

In vielen Fällen ist aber eine Vertiefung der peronealen Gleitrinne erforderlich. Bei dieser OP wird die harte äußere Schicht des Knochens im Bereich der Peronealsehnenrinne wie ein Türflügel aufgeklappt und der dahinterliegende weiche Knochen zum Teil entfernt. Dann kann der „harte Türflügel“ wieder zugeklappt werden und eine vertiefte Gleitrinne für die Peronealsehnen ist entstanden.

Bei besonders schweren Fällen kann es vorkommen, dass eine dreidimensionale Verschiebung der Spitze des Wadenbeins zur Stabilisierung der Peronealsehnen notwendig ist. Dann wird der verschobene Knochenanteil durch zwei Schrauben befestigt, die in aller Regel nach 12 Monaten wieder entfernt werden.

Peronealsehnenrinne nach Vertiefung durch Operation
OP von Dr. Böhr: selber Patient wie im Bild zuvor. Nun nach operativer Vertiefung der Peronealsehnenrinne. 12 Monate nach OP beschwerdefrei