OSG-Prothese Berlin – Sprunggelenksendoprothese bei fortgeschrittener Arthrose
Kurz zusammengefasst: Die Sprunggelenksendoprothese ist eine gelenkerhaltende Alternative zur Versteifung bei fortgeschrittener Arthrose des oberen Sprunggelenks — sie erhält die Beweglichkeit des Gelenks und ermöglicht in vielen Fällen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität. Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin wird das Infinity-System von Stryker eingesetzt — ein modernes Implantat der vierten Generation mit optionaler patientenindividueller Planung über das Prophecy-System. Alle Eingriffe erfolgen über den ventralen Zugang, der sich weltweit als Standard etabliert hat. Dr. Böhr führt alle Eingriffe persönlich durch — stationär in der Klinik Sanssouci in Potsdam.
Eine Sprunggelenksendoprothese erhält die Beweglichkeit des Gelenks – und ist für viele Patienten mit fortgeschrittener OSG-Arthrose die richtige Alternative zur Versteifung. Ob sie für Sie infrage kommt, hängt von mehreren individuellen Faktoren ab. Wenn Sie noch abwägen ob eine Prothese oder eine Versteifung für Sie sinnvoller ist: Versteifung oder Prothese? Ihre Entscheidungshilfe

Grundlage jeder Operationsplanung bei Arthrose des oberen Sprunggelenks ist die Digitale Volumentomografie (DVT) – die dreidimensionale Bildgebung unter voller Körperbelastung.
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Inhaltsverzeichnis
- Wann ist eine Sprunggelenksendoprothese sinnvoll?
- Das Implantat: Infinity-System mit optionaler PSI-Planung
- Ablauf: Vorbereitung, OP-Tag und stationärer Aufenthalt
- Nachbehandlung
- Ergebnisse & Erwartungen
- Risiken & Komplikationen
- Häufige Fragen zur Sprunggelenksendoprothese
- Weiterführende Informationen
- Quellen
Wann ist eine Sprunggelenksendoprothese sinnvoll?
Die Entscheidung zur Sprunggelenksendoprothese fällt nicht anhand eines einzelnen Befunds — entscheidend sind der individuelle Leidensdruck, die persönlichen Ansprüche und Ziele, die funktionellen Einschränkungen im Alltag sowie die Frage, ob gelenkerhaltende Optionen noch realistisch sind.
Eine Sprunggelenksendoprothese kommt in Betracht wenn konservative Maßnahmen — Einlagen, Schuhzurichtung, Injektionstherapie, Physiotherapie — keine ausreichende Schmerzlinderung mehr bringen und das Gelenk zu weit fortgeschritten geschädigt ist für gelenkerhaltende Eingriffe wie Arthroskopie oder Osteotomie. Die häufigsten Ursachen sind die posttraumatische Arthrose nach früherer Verletzung sowie die idiopathische und die rheumatoide Arthritis.
Nicht jeder Patient ist für eine Prothese geeignet. Entscheidende Voraussetzungen sind ausreichende Knochenqualität und -substanz für eine stabile Verankerung der Komponenten, eine weitgehend erhaltene Bandstabilität sowie eine Achsstellung die im Rahmen des Eingriffs korrigierbar ist. Bei schwerer Osteoporose, ausgeprägten Knochenzysten oder nicht rekonstruierbaren Bandinstabilitäten ist die Arthrodese die sicherere Wahl.
Die Frage ob Prothese oder Versteifung die richtigere Entscheidung ist, hängt von mehreren individuellen Faktoren ab und verdient eine ausführliche Betrachtung.
→ Versteifung oder Prothese? Ihre Entscheidungshilfe
→ Alle Details zur OSG-Arthrodese
Das Implantat: Infinity-System mit optionaler PSI-Planung
Für die Sprunggelenksendoprothese setzen wir das Infinity-System von Stryker ein — ein Implantat der vierten Generation, das sich durch ein besonders flaches Profil auszeichnet und dadurch eine minimale Knochenresektion ermöglicht. Das System besteht aus zwei fest mit dem Knochen verbundenen Komponenten — einer Titantibiaplatte und einer Kobalt-Chrom-Talarkomponente — die durch ein Polyethylen-Inlay miteinander verbunden sind und die Gleitfläche des künstlichen Gelenks bilden. Die Titanoberfläche der Tibiakomponente ist für das Einwachsen des Knochens optimiert — ohne Zement. Die lange tibiale Auflagefläche sorgt für eine maximale kortikale Abstützung und damit für eine stabile Verankerung im Knochen.
Prophecy — patientenindividuelle Planung
Für komplexere Ausgangssituationen steht das Prophecy-System zur Verfügung — ein CT-basiertes Planungsverfahren das patientenindividuelle Schnittführungsschienen generiert. Diese sind präzise auf die Anatomie des jeweiligen Patienten abgestimmt und ermöglichen eine reproduzierbar genaue Ausrichtung der Prothesenkomponenten.
Ablauf: Vorbereitung, OP-Tag und stationärer Aufenthalt
Vorbereitung
Grundlage jeder Operationsplanung ist die Digitale Volumentomografie (DVT) — die dreidimensionale Bildgebung unter Körperbelastung. Sie zeigt das genaue Ausmaß der Arthrose, die individuelle Knochenstruktur und knöcherne Achsabweichungen. Bei PSI-Planung über das Prophecy-System wird ergänzend ein CT durchgeführt. In Fällen mit erheblichen Achsfehlstellungen ergänzen wir die Planung durch eine Ganzbeinstandaufnahme, um die gesamte Beinachse beurteilen zu können.
Ein wichtiger Hinweis für Raucher und Nutzer von Nikotinprodukten — auch Vaping und E-Zigaretten: Nikotin beeinträchtigt die Durchblutung und das Immunsystem erheblich — und erhöht damit das Risiko einer Protheseninfektion, der ernsthaftesten Komplikation nach diesem Eingriff. Wir empfehlen konsequenten Nikotinverzicht für mindestens 3 Monate rund um die Operation. (Le Y.T.T. et al., Foot Ankle Surg, 2024) → Mehr zu Nikotin und Fuß-OPs
Die Schmerztherapie und die Narkoseform — Regionalanästhesie oder Vollnarkose — besprechen Sie in einem separaten Gespräch mit dem Narkosearzt der Klinik Sanssouci, der Sie individuell berät und gemeinsam mit Ihnen entscheidet.
OP-Tag und stationärer Aufenthalt
Der Eingriff findet stationär in der Privatklinik Sanssouci in Potsdam statt, über den ventralen Zugang — den weltweiten Standard bei Sprunggelenksendoprothesen (Stoops T.K. et al., Foot Ankle Int, 2022). Der Ablauf ist klar strukturiert:
- Tag 1 (Aufnahmetag): Aufnahme, Vorbereitung, Operation durch Dr. Böhr persönlich
- Tag 2–3: Schmerztherapie einstellen, Lymphdrainage, erste isometrische Übungen
- Tag 4–5 (Entlassung): Entlassung nach Hause im Vacoped-Stiefel mit ausführlicher Nachbehandlungsanleitung
Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 4 Nächte. Bei schweren Grunderkrankungen kann der Krankenhausaufenthalt auch länger dauern.
Nachbehandlung
Die Nachbehandlung nach einer Sprunggelenksendoprothese unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von der Arthrodese: statt eines starren Gipses kommt der Vacoped-Stiefel zum Einsatz — ein funktioneller Orthesenstiefel der die Beweglichkeit des Gelenks von Anfang an schonend erhält und gleichzeitig schützt.
Woche 1–2: Vacoped-Stiefel in Neutralstellung, Tag und Nacht. Teilbelastung mit 20 kg an Unterarmgehstützen. Strenge Hochlagerung über Herzhöhe in den ersten 10 Tagen — das ist entscheidend für die Wundheilung und die Abschwellung. Physiotherapie: isometrische Übungen, Lymphdrainage, Kryotherapie, Zehenbeweglichkeit. Fadenzug nach 12–16 Tagen.
Woche 3–6: Der Vacoped-Stiefel kann zur Körperhygiene abgenommen werden. Vollbelastung im Vacoped an Unterarmgehstützen. Physiotherapie: Beginn Fahrradergometer im Vacoped-Stiefel, aktiv-assistierte Bewegungstherapie mit dem Ziel der Dorsalextension. DVT-Kontrolle ca. Woche 6.
Woche 7–12: Vacoped abtrainieren, Übergang in festes Schuhwerk. Intensives Gangtraining, Propriozeptionstraining, leichtes Krafttraining der Wadenmuskulatur. Keine manuellen Mobilisationstechniken in dieser Phase.
Ab Woche 13: Beginn mit gelenkschonenden Sportarten — Radfahren, Schwimmen, Crosstrainer.
| Nachbehandlung | |
|---|---|
| Arbeitsfähigkeit | Je nach Tätigkeit nach 3–12 Wochen |
| Sportfähigkeit | Je nach Sportart nach 4–6 Monaten |
| High-Impact Sport | Dauerhaft vermeiden |
| Autofahren | Frühestens ab Woche 8 — sobald schmerzfreie Vollbelastung im Konfektionsschuh möglich ist |
Ergebnisse & Erwartungen
Die Sprunggelenksendoprothese ist ein gut etabliertes Verfahren mit zuverlässigen Kurzzeitergebnissen. Für das Infinity-System zeigen frühe Daten eine Überlebensrate der Prothese von 94% nach durchschnittlich 24 Monaten — die Langzeitergebnisse über 10 Jahre und mehr werden in laufenden Studien weiter dokumentiert.
Ein wichtiger Punkt für realistische Erwartungen: Die Sprunggelenksendoprothese macht das Gelenk nicht beweglicher als es vor der Operation war. Sie erhält die vorhandene Beweglichkeit — und ermöglicht es, diese Beweglichkeit wieder schmerzfrei zu nutzen. Das ist wissenschaftlich gut belegt: Studien zeigen übereinstimmend, dass die Gesamtbeweglichkeit ein Jahr nach der Operation der präoperativen Beweglichkeit entspricht (Ajis A. et al., Foot Ankle Int, 2013).
Im Vergleich zur Arthrodese zeigen große Untersuchungen kurzfristig etwas bessere Ergebnisse für die Prothese — langfristig sind die Resultate beider Verfahren vergleichbar. Sportliche Aktivität steigt nach der Operation zuverlässig im Vergleich zur Situation vor dem Eingriff — das Aktivitätsniveau vor Beginn der Erkrankung wird aber wahrscheinlich nicht mehr vollständig erreicht (Hanna M. et al., Int Orthop, 2021).
→ Versteifung oder Prothese? Ausführliche Entscheidungshilfe
Risiken & Komplikationen
Wie jeder größere orthopädische Eingriff ist auch die Sprunggelenksendoprothese mit Risiken verbunden, über die wir im Aufklärungsgespräch ausführlich informieren. Die wichtigsten:
Protheseninfektion — die ernsthafteste Komplikation. Eine Infektion der Prothese ist schwer zu behandeln, erfordert oft mehrere Operationen und kann im schlimmsten Fall zur Entfernung der Prothese führen. Nikotin erhöht dieses Risiko nachweislich — dazu mehr in unserem Blogbeitrag. → Rauchen, Vaping & Nikotin rund um die OP
Aseptische Lockerung — die häufigste Ursache für Prothesenversagen. Dabei lösen sich eine oder beide Komponenten vom Knochen ohne dass eine Infektion vorliegt (Kvarda P. et al., J Clin Med, 2024; Jennison T. et al., Bone Jt Open, 2022). Eine Lockerung macht eine erneute Operation notwendig — entweder eine Revision der Prothese oder eine Konversion zur Arthrodese.
Revisionsraten — nach 5 Jahren müssen bei älteren Implantatsystemen 14–32% der Prothesen revidiert werden. Für moderne Systeme der vierten Generation wie das von uns genutzte Infinity-System zeigen frühe Daten bessere Ergebnisse mit einer Überlebensrate von 93,7–100% nach 2 Jahren.
Wundheilungsstörungen — der ventrale Zugang liegt in einem Bereich mit eingeschränkter Durchblutung. Wundheilungsprobleme sind bekannt und werden durch Nikotinverzicht, strenge Hochlagerung in den ersten 10 Tagen und engmaschige Wundkontrollen minimiert.
Häufige Fragen zur Sprunggelenksendoprothese
Kann ich nach einer OSG-Prothese wieder Sport treiben?
Ja — viele Patienten kehren nach vollständiger Rehabilitation zu sportlichen Aktivitäten zurück. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen und Radfahren sind bereits ab etwa 3 Monaten möglich. Sportarten mit höherer Belastung werden individuell freigegeben — in der Regel frühestens nach 4–6 Monaten, abhängig vom Heilungsverlauf. High-Impact-Sportarten wie Laufen, Tennis oder Skifahren sollten dauerhaft vermieden werden, da sie die Prothese übermäßig belasten und das Risiko einer vorzeitigen Lockerung erhöhen.
Wie lange hält eine Sprunggelenksendoprothese?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Für moderne Implantate der vierten Generation wie das von uns genutzte Infinity-System zeigen frühe Daten sehr gute Ergebnisse — die Langzeitergebnisse über 10 Jahre und mehr werden in laufenden Studien weiter dokumentiert. Entscheidend für die Haltbarkeit sind das Körpergewicht, das Aktivitätsniveau und konsequentes Vermeiden von High-Impact-Belastungen.
Was passiert wenn die Prothese versagt?
Wenn eine Prothese versagt — durch Lockerung, Infektion oder Prothesenbruch — ist eine erneute Operation notwendig. Je nach Ausgangssituation ist entweder eine Revision mit Einsetzen einer neuen Prothese möglich, oder das Sprunggelenk wird zur Arthrodese umgewandelt. Beide Optionen sind etablierte Verfahren, erfordern aber eine erneut lange Nachbehandlung.
Warum ist Nikotinverzicht so wichtig?
Nikotin — ob durch Rauchen, Vaping oder andere Produkte — beeinträchtigt die Durchblutung und das Immunsystem nachweislich — und erhöht damit das Risiko einer Protheseninfektion, der ernsthaftesten Komplikation nach diesem Eingriff. Eine Protheseninfektion erfordert oft mehrere Operationen. Wir empfehlen konsequenten Nikotinverzicht für mindestens 3 Monate rund um die Operation. (Le Y.T.T. et al., Foot Ankle Surg, 2024) → Mehr zu Nikotin und Fuß-OPs
Werden die Kosten übernommen?
ORTHO | PEDE ist eine Privatpraxis — wir behandeln Privatpatienten und Selbstzahler. Immer mehr gesetzliche Krankenkassen übernehmen auf Antrag die Kosten für stationäre Eingriffe in der Klinik Sanssouci Potsdam. Die aktuell gültige Liste der Kassen finden Sie direkt auf der Website der Klinik Sanssouci. Sprechen Sie uns gerne an.
Weiterführende Informationen
- Arthrose oberes Sprunggelenk – Krankheitsbild und Therapieoptionen
- Versteifung oder Prothese? Entscheidungshilfe
- OSG-Arthrodese – Sprunggelenksversteifung
- Arthrose an Fuß & Sprunggelenk – Übersicht
- Fußoperation in Berlin – alle Eingriffe im Überblick
Quellen
- Ajis A. et al., Foot Ankle Int, 2013 (PMID 23478890)
- Stoops T.K. et al., Foot Ankle Int, 2022 (PMID 35135339)
- Le Y.T.T. et al., Foot Ankle Surg, 2024 (PMID 38987122)
- Kvarda P. et al., J Clin Med, 2024 (PMID 38337481)
- Jennison T. et al., Bone Jt Open, 2022 (PMID 35880516)
- Hanna M. et al., Int Orthop, 2021 (PMID 34228148)
- Li Y. et al., Orthop Surg, 2020 (PMID 32227465)
Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, ORTHO | PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: März 2026