OSG-Arthrodese Berlin – Sprunggelenksversteifung bei fortgeschrittener Arthrose
Kurzzusammenfassung: Die Versteifung des oberen Sprunggelenks ist bei fortgeschrittener Arthrose der zuverlässigste Weg zurück zur Schmerzfreiheit — und hat trotz des schlechten Rufs, den das Wort „Versteifung“ hat, in der Mehrzahl der Fälle sehr gute Langzeitergebnisse. Entscheidend für ein dauerhaftes Ergebnis sind die individuelle Operationsplanung, die medizinisch begründete Wahl des Implantats und eine konsequente Nachbehandlung. Dr. Böhr führt alle Eingriffe persönlich durch — stationär in der Privatklinik Sanssouci in Potsdam.
Fortgeschrittene Arthrose im oberen Sprunggelenk bedeutet chronischen Schmerz bei fast jedem Schritt – und irgendwann reichen konservative Maßnahmen nicht mehr aus. Wenn Sie noch abwägen ob eine Versteifung oder eine Prothese für Sie sinnvoller ist: Versteifung oder Prothese? Ihre Entscheidungshilfe

Grundlage jeder Operationsplanung ist die Digitale Volumentomografie (DVT) – die dreidimensionale Bildgebung unter Körperbelastung. Sie zeigt das genaue Ausmaß der Arthrose, die individuelle Knochenstruktur und knöcherne Achsabweichungen, die für die Implantatwahl entscheidend sind.
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Inhaltsverzeichnis
Wann ist eine OSG-Arthrodese sinnvoll?
Die Entscheidung zur Sprunggelenksversteifung fällt nicht anhand eines einzelnen Befunds — entscheidend sind der individuelle Leidensdruck, die persönlichen Ansprüche und Ziele, die funktionellen Einschränkungen im Alltag sowie die Frage, ob gelenkerhaltende Optionen noch realistisch sind.
Eine OSG-Arthrodese kommt in Betracht wenn konservative Maßnahmen — Einlagen, Schuhzurichtung, Injektionstherapie, Physiotherapie, orthopädische Stiefel — keine ausreichende Schmerzlinderung mehr bringen und das Gelenk zu weit fortgeschritten geschädigt ist für gelenkerhaltende Eingriffe wie Arthroskopie oder Osteotomie. Die häufigste Ursache ist die posttraumatische Arthrose nach früherer Verletzung. Weitere Indikationen sind die idiopathische Arthrose, die rheumatoide Arthritis sowie das Versagen einer zuvor implantierten Sprunggelenksprothese.
Nicht geeignet für eine OSG-Arthrodese sind Patienten mit einer akuten bakteriellen Infektion der Knochen oder der umgebenden Weichteile, einer schweren Durchblutungsstörung der Beine oder problematischen Weichteilverhältnissen im Operationsbereich.
Eine wichtige Frage stellt sich oft im Vorfeld: Arthrodese oder Sprunggelenksprothese — was ist die richtige Wahl? Diese Entscheidung hängt von mehreren individuellen Faktoren ab und verdient eine ausführliche Betrachtung.
Die Frage ob Arthrodese oder Sprunggelenksprothese die richtigere Entscheidung ist, hängt von mehreren individuellen Faktoren ab.
→ Versteifung oder Prothese? Ihre Entscheidungshilfe
→ Alle Details zur OSG-Prothese
Die Wahl des Implantats — eine medizinische Entscheidung
Es gibt nicht das eine Standardimplantat für die OSG-Arthrodese. Dr. Böhr wählt die Methode individuell nach medizinischen Kriterien — abhängig von Knochenqualität, Voroperationen, Achsstellung und der genauen Ausgangssituation des Patienten.
4-Schrauben-Kompressionsarthrodese nach Zwipp
Die 4-Schrauben-Technik nach Zwipp ist eine bewährte und gut belegte Methode mit hohen Fusionsraten und guten bis sehr guten Langzeitergebnissen bei der Mehrzahl der Patienten (Zwipp H. et al., Clin Orthop Relat Res, 2010). Sie eignet sich besonders bei guter Knochenqualität und überschaubarer Vorgeschichte. Ein praktischer Vorteil: in vielen Fällen ist keine spätere Materialentfernung notwendig.
Zugschraube und winkelstabile Platte
Bei komplexeren Ausgangssituationen — etwa bei eingeschränkter Knochenqualität oder nach größeren Voroperationen — kommt eine Kombination aus Zugschraube und winkelstabiler Platte zum Einsatz. Diese Konstruktion bietet eine hohe Primärstabilität direkt nach der Operation.
Patientenindividuelles Implantat (PSI)
In seltenen Fällen, bei denen mit Standardimplantaten erhebliche operative Schwierigkeiten zu erwarten sind, plant Dr. Böhr den Eingriff mit einem patientenindividuell gefertigten Implantat — ebenfalls eine winkelstabile Platte mit Zugschraube, aber präzise auf die Anatomie des jeweiligen Patienten abgestimmt. Die Planung erfolgt auf Basis von DVT- oder CT-Daten.
Retrograde Nagelarthrodese
Ein Sonderfall: Liegt gleichzeitig eine fortgeschrittene Arthrose im oberen und unteren Sprunggelenk vor, kann eine retrograde Nagelarthrodese über einen transfibularen Zugang sinnvoll sein. Dieser Eingriff ermöglicht die simultane Versorgung beider Gelenke in einer einzigen Operation.
Ablauf: Vorbereitung, OP-Tag und stationärer Aufenthalt
Vorbereitung
Grundlage jeder Operationsplanung ist die Digitale Volumentomografie (DVT) — die dreidimensionale Bildgebung unter Körperbelastung. Sie zeigt das genaue Ausmaß der Arthrose, die individuelle Knochenstruktur und knöcherne Achsabweichungen, die für die Implantatwahl entscheidend sind. In Fällen mit erheblicher Achsfehlstellung ergänzen wir die Planung durch eine Ganzbeinstandaufnahme, um die gesamte Beinachse beurteilen zu können.
Die Schmerztherapie und die Narkoseform — Regionalanästhesie oder Vollnarkose — besprechen Sie in einem separaten Gespräch mit dem Narkosearzt der Klinik Sanssouci, der Sie individuell berät und gemeinsam mit Ihnen entscheidet.
OP-Tag und stationärer Aufenthalt
Der Eingriff findet stationär in der Klinik Sanssouci in Potsdam statt. Der Ablauf ist klar strukturiert:
- Tag 1 (Aufnahmetag): Aufnahme, Vorbereitung, Operation durch Dr. Böhr persönlich
- Tag 2–3: Schmerztherapie einstellen, Lymphdrainage, erste Gangschule mit vollständiger Entlastung
- Tag 4–5 (Entlassung): Entlassung nach Hause mit Castlongette und ausführlicher Nachbehandlungsanleitung
Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 4 Nächte. Bei schweren Grunderkrankungen kann der stationäre Aufenthalt auch länger dauern.
Nachbehandlung
Die Nachbehandlung nach einer OSG-Arthrodese ist deutlich länger als nach kleineren Fußeingriffen — das ist keine Komplikation, sondern liegt in der Natur des Eingriffs: Knochen brauchen Zeit zum Zusammenwachsen, und das obere Sprunggelenk trägt das gesamte Körpergewicht.
Woche 1–2: Castlongette (Gips), vollständige Entlastung und Gehstützen. Manuelle Lymphdrainage und Gangschule in der Klinik. Röntgenkontrolle bei anliegender Castlongette in drei Ebenen. Engmaschige Wundkontrollen bis zum Fadenzug.
Woche 3–8: Zirkulärer Cast oder Longwalker, weiterhin vollständige Entlastung und Gehstützen. Bei Bedarf Kompressionsstrümpfe.
Ab Woche 8: DVT-Kontrolle hochauflösend ohne Belastung zur Beurteilung der Konsolidierung.
- Bei guter Konsolidierung: 20 kg Teilbelastung im Longwalker, Gangschulung
- Bei geringer Konsolidierung: fokussierte Stoßwellentherapie zur Förderung der Knochenheilung
Ab Woche 12: Belastung stetig steigern — ca. 10 kg mehr pro Woche nach Maßgabe der Beschwerden, weiterhin im Longwalker.
Ab Woche 16: Erneute DVT-Kontrolle unter axialer Belastung. Bei weiterer Konsolidierung: Longwalker abtrainieren und Vollbelastung aufnehmen.
| Nachbehandlung | |
|---|---|
| Arbeitsfähigkeit | Je nach Tätigkeit nach 3–20 Wochen |
| Sportfähigkeit | Individuell — sobald der Knochen vollständig und sicher durchgebaut ist |
Ergebnisse & Langzeitprognose
Die OSG-Arthrodese ist ein gut etabliertes Verfahren mit zuverlässigen Langzeitergebnissen. In einer viel beachteten Untersuchung der 4-Schrauben-Technik nach Zwipp erzielten 82,5% der Patienten gute bis sehr gute Ergebnisse nach durchschnittlich 5,6 Jahren (Zwipp H. et al., Clin Orthop Relat Res, 2010). Das versteifte Sprunggelenk bleibt bei erfolgreicher Fusion langfristig schmerzfrei und belastbar.
Im direkten Vergleich mit der Sprunggelenksprothese zeigen große wissenschaftliche Untersuchungen langfristig vergleichbare oder bessere Ergebnisse für die Arthrodese — bei anderen, aber nicht höheren Risiken.
→ Versteifung oder Prothese? Ihre ausführliche Entscheidungshilfe
Was viele Patienten im Vorfeld überrascht: Die funktionellen Einschränkungen im Alltag sind nach einer erfolgreichen OSG-Arthrodese oft geringer als erwartet. Bei normaler Gehgeschwindigkeit ist meist kein Hinken sichtbar — die benachbarten Fußwurzelgelenke übernehmen einen erheblichen Teil der Ausgleichsbewegung. Sportliche Aktivität steigt nach der Operation zuverlässig im Vergleich zur Situation vor dem Eingriff – denn die chronischen Schmerzen entfallen nach der OP weitgehend. Das Aktivitätsniveau vor Beginn der Erkrankung wird aber wahrscheinlich nicht mehr vollständig erreicht (Hanna M. et al., Int Orthop, 2021).
Häufige Fragen zur OSG-Arthrodese
Welche Einschränkungen bleiben nach einer Sprunggelenksversteifung?
Die häufigste und relevanteste Einschränkung: Schuhe mit Absatz sind nach einer OSG-Arthrodese nicht mehr möglich. Laufsport wird nicht empfohlen. Ski alpin und Skilanglauf sind nur sehr eingeschränkt möglich und werden ausdrücklich nicht empfohlen. Was hingegen gut funktioniert: normales Gehen, Wandern auf ebenem Untergrund, Radfahren und Schwimmen. Bei unebenem Gelände ist anfangs mehr Aufmerksamkeit gefragt — das untere Sprunggelenk übernimmt die Ausgleichsbewegung, braucht dafür aber Zeit. Bei normaler Gehgeschwindigkeit ist meist kein Hinken sichtbar.
Was ist eine Pseudarthrose und wie hoch ist das Risiko?
Von einer Pseudarthrose spricht man, wenn die Knochen nach der Versteifungsoperation nicht vollständig zusammenwachsen. Das ist ein relevantes Risiko — in der Literatur wird es mit ca. 5–10% angegeben. Bei beginnender Pseudarthrose (delayed union) setzen wir frühzeitig fokussierte Stoßwellentherapie ein, um die Knochenheilung zu fördern. Wenn das nicht ausreicht, ist eine erneute Operation mit anschließend erneut langer Nachbehandlung notwendig. Zum Vergleich: Eine Sprunggelenksprothese hat ähnlich hohe Komplikationsraten – nur Komplikationen sind andere (zum Beispiel Prothesenlockerung oder Infektion). → Versteifung oder Prothese? Ausführliche Entscheidungshilfe
Wie lange bin ich nach der OSG-Arthrodese krankgeschrieben?
Das hängt stark von der Tätigkeit ab. Bei überwiegend sitzender Tätigkeit sind 3–6 Wochen realistisch. Bei körperlich aktiven Berufen kann die Arbeitsunfähigkeit deutlich länger dauern — bis zu 20 Wochen.
Werden die Kosten übernommen?
ORTHO | PEDE ist eine Privatpraxis — wir behandeln Privatpatienten und Selbstzahler. Immer mehr gesetzliche Krankenkassen übernehmen auf Antrag die Kosten für stationäre Eingriffe in der Klinik Sanssouci Potsdam. Die aktuell gültige Liste der Kassen finden Sie direkt auf der Website der Klinik Sanssouci. Sprechen Sie uns gerne an.
Muss das Implantat später entfernt werden?
Das hängt von der gewählten Methode ab. Bei der 4-Schrauben-Technik nach Zwipp ist in vielen Fällen keine Materialentfernung notwendig. Bei anderen Implantaten entscheiden wir das individuell nach Verlauf und Beschwerdebild.
Weiterführende Informationen
- Arthrose oberes Sprunggelenk – Krankheitsbild und Therapieoptionen
- Versteifung oder Prothese? Entscheidungshilfe
- Arthrose an Fuß & Sprunggelenk – Übersicht
- Fußoperation in Berlin – alle Eingriffe im Überblick
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Quellen
- Zwipp H. et al., Clin Orthop Relat Res, 2010
- Endres T. et al., Oper Orthop Traumatol, 2005
- Li Y. et al., Orthop Surg, 2020
- Hanna M. et al., Int Orthop, 2021
Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, ORTHO | PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: April 2026