PRP & ACP bei Plantarfasziitis – platelet rich plasma kann zur Heilung bei Fersenschmerzen beitragen
Kurzdefinition: PRP/ACP ist plättchenreiches Eigenblut (platelet rich plasma) und wird in der Orthopädie seit Jahren zur Behandlung von Beschwerden wie Fersenschmerzen bei Plantarfasziitis eingesetzt. Eine Einordnung zu Ursachen, Diagnostik und Therapie finden Sie hier: Plantarfasziitis/Fersensporn – Übersicht. Ziel ist, körpereigene Heilungs- und Regenerationsprozesse zu unterstützen. Entscheidend ist jedoch eine saubere Diagnose und die Einbettung in ein Gesamtkonzept aus Ursachenanalyse, Belastungssteuerung und begleitenden Maßnahmen (z. B. Übungen/Physiotherapie). PRP/ACP ist damit typischerweise ein Baustein nicht als erster Schritt, sondern bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden.
Auf einen Blick
- Wofür? Plantarfasziitis/Fersenschmerz – als ergänzender Baustein
- Wann sinnvoll? Häufig bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden trotz konsequenter Basistherapie
- Erwartung: In Studien wird eine relevante Verbesserung teils schon nach ca. 1 Monat beschrieben; Effekte können auch nach 12 Monaten nachweisbar sein
- Wichtig: Diagnose & Ursachenanalyse müssen passen (sonst greift die Maßnahme ins Leere)
- Durchführung: bevorzugt ultraschallgestützt (präzisere Platzierung, potenziell weniger Nebenwirkungen)
- Konzept: Kombination mit Belastungssteuerung, Übungen/Physiotherapie, ggf. weiteren Bausteinen
Studienlage zu PRP/ACP bei Plantarfasziitis
Plättchenreiches Eigenblut (PRP / ACP) wird schon lange erfolgreich von Orthopäden zur Behandlung von Fersenschmerzen bei Plantarfasziitis genutzt. Inzwischen gibt es vor allem für die Plantarfasziitis eine überzeugende Anzahl von qualitativ hochwertigen Studien, die Nutzen und Wirksamkeit von PRP / ACP belegen.
Welche Ergebnisse werden berichtet?
Aus unserer Sicht das entscheidende Argument zur Nutzung von PRP / ACP bei Plantarfasziitis ist, dass bereits ein Monat nach der Behandlung eine relevante Verbesserung (im Vergleich zur Therapie ohne PRP / ACP) auftritt und auch 12 Monate nach der Therapie immer noch nachweisbar bleibt (Ruiz-Hernandez I.M. et al., FAS 2024).

Patienten profitieren langfristig von der PRP / ACP Therapie bei Plantarfasziitis und Fersensporn – das zeigte 2020 auch die Studie von Hurley (Hurley ET. et al., Orthop J Sports Med, 2020). 6 Monate und 12 Monate nach Beginn der zusätzlichen Therapie mit PRP / ACP zeigte sich eine deutlichere Verbesserung als bei herkömmlicher Therapie.
Sogar im direkten Vergleich zur althergebrachten Injektion mit Cortison (heute nur noch in sehr seltenen Ausnahmefällen indiziert) rund um die Plantarfaszie zeigt die Therapie mit PRP in den ersten 12 Monaten bessere Ergebnisse (Hohmann E. et al., Am J Sports Med, 2021).
Warum sollte PRP/ACP Therapie bei Plantarfasziitis ultraschallgestützt erfolgen?
Eine ultraschallgestützte Injektion ermöglicht eine genauere Platzierung im Zielgebiet und kann dadurch die Behandlung präziser machen. Gleichzeitig kann sie mit einem geringeren Risiko für Nebenwirkungen einhergehen, da die Injektion kontrolliert und strukturschonend durchgeführt wird. Gerade bei komplexen Beschwerden im Bereich der Plantarfaszie ist das ein wichtiger Qualitätsfaktor. (Maida E. et al., J Ultrasound Med 2013).
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PRP/ACP ist häufig sinnvoll, wenn…
- eine Plantarfasziitis diagnostisch gut eingeordnet ist
- Beschwerden trotz konsequenter konservativer Therapie anhalten oder wiederkehren
- ein strukturiertes Vorgehen (Therapieplan bei Plantarfasziitis) umgesetzt wird und PRP/ACP als Baustein im Gesamtkonzept geplant ist
PRP/ACP ist eher nicht der richtige nächste Schritt, wenn…
- die Ursache/Diagnose unklar ist (z. B. atypische Schmerzlokalisation oder untypischer Verlauf)
- belastende Faktoren unverändert bleiben (Überlastung/Schuhwerk/Statik) und keine Basismaßnahmen durchgeführt wurden
- akute Warnzeichen vorliegen (dann zuerst ärztlich abklären)
Was kann ich erwarten – Ablauf & Einordnung ins Gesamtkonzept
PRP/ACP ist keine „Sofortmaßnahme“. Viele Patient:innen spüren nicht von heute auf morgen eine deutliche Veränderung, sondern eher eine schrittweise Verbesserung von Schmerz und Belastbarkeit über Wochen. In Studien wird beschrieben, dass bereits nach etwa einem Monat eine relevante Verbesserung möglich ist und dass Effekte auch nach 12 Monaten noch nachweisbar sein können.
PRP/ACP ist ein Baustein – nicht die alleinige Lösung
Wichtig ist ein realistisches Erwartungsmanagement: PRP/ACP wird in der Regel als Baustein im Gesamtkonzept eingesetzt. Das heißt: Belastung sinnvoll steuern, Ursachen konsequent adressieren und begleitende Maßnahmen (z. B. Übungen/Physiotherapie, ggf. Einlagen) weiterführen. So erhöhen Sie die Chance, dass die Behandlung nicht nur kurzfristig wirkt, sondern nachhaltig zu einer besseren Belastbarkeit führt.
Wenn Sie strukturiert vorgehen möchten: Therapieplan Plantarfasziitis/Fersensporn (Stufenplan).
Häufige Fragen zu PRP/ACP bei Plantarfasziitis
Was ist PRP/ACP?
PRP/ACP ist plättchenreiches Eigenblut (platelet rich plasma). Dabei wird eine kleine Menge Blut abgenommen und so aufbereitet, dass der Anteil an Blutplättchen (Thrombozyten) erhöht ist. In der Orthopädie wird PRP/ACP seit Jahren eingesetzt, um bei Beschwerden wie Fersenschmerzen bei Plantarfasziitis regenerative Prozesse zu unterstützen.
Wann kann PRP/ACP sinnvoll sein?
PRP/ACP ist häufig dann sinnvoll, wenn eine Plantarfasziitis diagnostisch gut eingeordnet ist und Beschwerden trotz konsequenter konservativer Therapie anhalten oder wiederkehren. In der Regel wird PRP/ACP als Baustein im Gesamtkonzept eingesetzt – also zusammen mit Ursachenanalyse, Belastungssteuerung und begleitenden Maßnahmen (z. B. Übungen/Physiotherapie, ggf. Einlagen).
Wann kann eine Besserung spürbar sein – und wie lange hält der Effekt?
PRP/ACP ist keine Sofortmaßnahme. In Studien wird beschrieben, dass bereits nach etwa einem Monat eine relevante Verbesserung möglich sein kann und dass Effekte auch nach 12 Monaten noch nachweisbar sind. Entscheidend ist dabei ein realistisches Erwartungsmanagement: Ziel ist meist eine schrittweise Verbesserung von Schmerz und Belastbarkeit über Wochen bis Monate – parallel zu den begleitenden Maßnahmen.
Wie schneidet PRP im Vergleich zu Cortison ab?
In Studien werden für PRP im Vergleich zu Cortisoninjektionen in den ersten 12 Monaten bessere Ergebnisse beschrieben. Cortison wird heute im Bereich der Plantarfaszie nur noch selten eingesetzt und ist – wenn überhaupt – ausgewählten Situationen vorbehalten. Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Befund, Verlauf und individuellen Faktoren ab.
Warum sollte PRP/ACP ultraschallgestützt erfolgen?
Eine ultraschallgestützte Injektion ermöglicht eine genauere Platzierung im Zielgebiet und kann dadurch die Behandlung präziser machen. Gleichzeitig kann sie mit einem geringeren Risiko für Nebenwirkungen einhergehen, da die Injektion kontrolliert und strukturschonend durchgeführt wird. Gerade bei komplexen Beschwerden im Bereich der Plantarfaszie ist das ein wichtiger Qualitätsfaktor.
Ist PRP/ACP eine „Alleinlösung“?
Meist nicht. PRP/ACP ist in der Regel ein Baustein – nachhaltige Verbesserungen werden eher erreicht, wenn parallel die auslösenden Faktoren adressiert werden: z. B. Belastung sinnvoll steuern, passende Übungen konsequent durchführen und (falls notwendig) statische oder muskuläre Ursachen behandeln.
Für wen ist PRP/ACP eher nicht der richtige nächste Schritt?
PRP/ACP ist weniger zielführend, wenn die Diagnose unklar ist oder wenn zentrale auslösende Faktoren unverändert bleiben (z. B. anhaltende Überlastung ohne Anpassung). Auch bei atypischem Verlauf oder Warnzeichen sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen, um andere Ursachen auszuschließen.
Weitere Informationen & nächste Schritte
- Plantarfasziitis/Fersensporn: Ursachen, Diagnostik & Therapie (Übersicht)
- Therapieplan Plantarfasziitis/Fersensporn (Stufenplan)
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Medizinisch geprüft von: Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie
Aktualisiert am: 02-2026