Aktiveinlagen

Kurz zusammengefasst
Aktiveinlagen funktionieren anders als klassische Stützeinlagen: Sie geben dem Fuß bei jedem Schritt gezielte sensomotorische Reize, die die Muskulatur aktivieren statt zu ersetzen. Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk werden Aktiveinlagen der Firma Medreflexx nach einer individuellen neurofunktionellen Testung angefertigt – hauptsächlich für Kinder mit Fußfehlhaltungen, bei mildem Hallux Valgus und bei Instabilität des oberen Sprunggelenks.

Inhaltsverzeichnis

Das Wirkprinzip von Aktiveinlagen ist die Verbesserung der muskulären Balance und der neuromuskulären Ansteuerung. Das sensomotorische Konzept ist ein Lernprozess: Der Körper bekommt bei jedem Schritt gezielte Reize, die die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur funktionell unterstützen können. Ziel ist nicht „korrigieren um jeden Preis“, sondern eine bessere Belastbarkeit, mehr Stabilität und weniger Beschwerden – dort, wo es medizinisch sinnvoll ist.

Aktioveinlagen der Firma Medreflexx
Typische Modelle der Aktiveinlagen, die wir im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk regelmäßig mit großem Erfolg nutzen

Aktiveinlagen nutzen wir in unserer Praxis häufig bei Kindern und Jugendlichen mit funktionellen Fußfehlhaltungen, außerdem bei ausgewählten Erwachsenen mit milden Hallux-Valgus-Beschwerden oder bei Instabilität am oberen Sprunggelenk.

Sensomotorik mit Aktiveinlagen individuell gestalten

Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk nutzen wir individuell angefertigte Aktiveinlagen der Firma Medreflexx. Die Therapie wird eingeleitet durch eine neurofunktionelle Untersuchung mittels sensomotorischem Koordinationstest nach Omura. Damit wird festgelegt, wie die patientenindividuelle Aktiveinlage anzufertigen ist.

Voraussetzung für den Therapieerfolg ist dann das regelmäßige Tragen der Aktiveinlagen im Alltag. Nach einigen Wochen sollten die Einlagen und der Therapieerfolg zum ersten Mal vom behandelnden Arzt kontrolliert und falls notwendig weiter optimiert werden.

Dr. Böhr nimmt aktiv an wissenschaftlichen Studien zur weiteren Verbesserung und Entwicklung von Aktiveinlagen teil und besucht regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen zum Thema Sensomotorik.

Aktiveinlagen bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern steht die Funktion im Vordergrund: Können sie schmerzfrei laufen und springen, sind sie belastbar und knicken nicht ständig um. Viele Fußformen im Wachstum sind normal und benötigen keine Behandlung. Eine Einlage ist deshalb keine automatische Standardlösung, sondern eine Option, wenn sie ein konkretes Problem verbessert.

Aktiveinlagen können bei Kindern und Jugendlichen sinnvoll sein, wenn Beschwerden wiederkehren, die Belastbarkeit sinkt oder das Sprunggelenk instabil wirkt. Auch bei bestimmten Fehlbelastungen, die zu wiederkehrenden Schmerzen führen, kann eine gezielte sensomotorische Unterstützung helfen, die muskuläre Kontrolle zu verbessern.

Wann Aktiveinlagen für Kinder eher nicht nötig sind

Wenn ein Kind zwar einen „flachen“ Fuß hat, aber schmerzfrei ist, normal sportlich mitmacht und der Fuß beweglich bleibt, reicht häufig Beobachten und Verlauf. In diesen Fällen geht es nicht darum, eine Optik zu „behandeln“, sondern die Entwicklung zu begleiten. Wird ein Fuß dagegen steif, deutlich einseitig auffällig oder nimmt die Belastbarkeit spürbar ab, sollte erst die Ursache ärztlich geklärt werden, bevor man mit Hilfsmitteln arbeitet.

Diagnostik & Therapie an Fuß und Sprunggelenk – weiterführende Informationen

Verstehen & Einschätzen

Therapie & Behandlung

Verwandte Themen

Häufige Fragen zu Aktiveinlagen

Was ist der Unterschied zwischen Aktiveinlagen und klassischen Einlagen?

Klassische orthopädische Einlagen stützen oder korrigieren den Fuß mechanisch – sie übernehmen gewissermaßen die Arbeit, die der Fuß selbst nicht leisten kann. Aktiveinlagen verfolgen einen anderen Ansatz: Über gezielte Druckreize auf der Fußsohle stimulieren sie die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur, die gewünschte Haltung selbst einzunehmen. Das Ziel ist ein aktiver Lernprozess, der langfristig die muskuläre Kontrolle verbessert.

Wie läuft die Testung für Aktiveinlagen ab?

Vor der Anfertigung steht eine neurofunktionelle Untersuchung mittels sensomotorischem Koordinationstest nach Omura. Dabei wird geprüft, welche Reizmuster auf welchem Teil der Fußsohle die gewünschte muskuläre Reaktion auslösen. Die Ergebnisse bestimmen direkt, wie die individuelle Einlage aufgebaut wird. Die Testung erfolgt in unserer Praxis durch Dr. Böhr persönlich.

Wie lange muss man Aktiveinlagen tragen, bis eine Wirkung eintritt?

Aktiveinlagen brauchen Zeit, weil sie auf einem Lernprozess beruhen. Erste Veränderungen sind oft nach 4 bis 8 Wochen spürbar – vorausgesetzt, die Einlagen werden konsequent im Alltag getragen. Nach dieser ersten Phase erfolgt eine Kontrolluntersuchung, bei der der Therapieerfolg bewertet und die Einlage bei Bedarf weiter optimiert wird.

Für welche Kinder sind Aktiveinlagen geeignet?

Nicht jede auffällige Fußform im Kindesalter braucht eine Einlage. Aktiveinlagen kommen bei Kindern in Frage, wenn wiederkehrende Beschwerden bestehen, die Belastbarkeit eingeschränkt ist oder das Sprunggelenk instabil wirkt. Ein schmerzfreies Kind mit flachem Fuß, das normal sportlich mitmacht, braucht in der Regel keine Behandlung. Wir klären das bei jedem Kind individuell.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Aktiveinlagen?

Aktiveinlagen der Firma Medreflexx sind Privatleistungen und werden von gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Als Privatpatient oder Selbstzahler können Sie die Versorgung jederzeit in Anspruch nehmen. Gerne informieren wir Sie beim Termin über die aktuellen Kosten.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der Orientierung und ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung, Beratung oder Anweisung.

Fazit: Aktiveinlagen als Teil eines individuellen Therapiekonzepts

Aktiveinlagen sind kein Allheilmittel – aber in den richtigen Situationen ein wirkungsvolles Werkzeug. Ihr Vorteil gegenüber klassischen Stützeinlagen liegt im Wirkprinzip: Statt den Fuß passiv zu korrigieren, fördern sie aktiv die muskuläre Eigenleistung. Das macht sie besonders für Kinder mit funktionellen Fußfehlhaltungen interessant, bei denen der Bewegungsapparat noch in der Entwicklung ist und auf Reize anspricht.

Entscheidend ist die richtige Indikationsstellung. Wer Aktiveinlagen ohne vorherige Testung verordnet, verschenkt den größten Teil ihres Potenzials. Im Zentrum für Fuß & Sprunggelenk erfolgt deshalb vor jeder Versorgung eine neurofunktionelle Untersuchung – damit die Einlage dort wirkt, wo sie gebraucht wird.

Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, ORTHO | PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: März 2026