Sinus Tarsi Syndrom – was kann man tun?
Die Ursache für ein Sinus Tarsi Syndrom zu identifizieren, kann selbst für erfahrene Orthopäden & Unfallchirurgen sehr anspruchsvoll sein. Falls die individuelle Ursache Ihrer Beschwerden noch nicht identifiziert ist, wenden Sie sich an einen Spezialisten für Fuß und Sprunggelenk!
Übrigens: Sinus Tarsi Syndrom und Canalis Tarsi Syndrom beschreiben nicht die selbe Erkrankung. Das Canalis Tarsi Syndrom ist eine wirklich seltene Erkrankung mit Schmerzen auf der Innenseite des Fußes (und nicht auf der Außenseite wie beim Sinus Tarsi Syndrom).

Konservative Therapie bei Sinus Tarsi Syndrom
Nach erfolgreicher Schmerzreduktion durch eine erste Injektion in den Sinus Tarsi kann eine Serie von Injektionen mit immer größer werdenden Abständen erfolgreich sein. Nach einer Untersuchung von H. Zipp (1994) sind in aller Regel sechs aufeinanderfolgende Injektionen in den Sinus Tarsi ausreichend. Dieses Vorgehen führt bei etwa 80% der Patienten zur dauerhaften Beschwerdelinderung.
Ist ein schwerer Knick-Senkfuß Hauptauslöser der Beschwerden, können passiv stützende Einlagen zur Beschwerdebesserung beitragen. Steht die Diagnose Rheumatoide Arthritis im Vordergrund, muss mit einer gezielten Therapie der Grunderkrankung begonnen werden.
Zusätzliche spezifische Therapieoptionen
Je nach Ursache des Sinus Tarsi Syndroms sind physikalische Maßnahmen (Lymphdrainage, Manuelle Therapie, Wärme- / Kälteanwendungen) indiziert. Steht nach einem Unfall die Instabilität im Vordergrund, kommen physiotherapeutische Übungsbehandlungen zum Einsatz. Oft ist es zu Beginn der Therapie hilfreich, bestimmte Belastungen zu vermeiden (z.B. gehen/laufen auf unebenem Untergrund). Zur vorübergehenden Schmerzlinderung kommen auch entzündungshemmende Medikamente in Betracht.
Operative Therapie bei Sinus Tarsi Syndrom
Nach abgeschlossener Injektionsbehandlung über mindestens 12 Wochen klagt etwas jeder fünfte Patient weiterhin die typischen Beschwerden des Sinus Tarsi Syndroms. In diesen Fällen ist eine Operation indiziert.
Wir bevorzugen die arthroskopische minimalinvasive Operation. Mit einer winzigen Optik aus der Handchirurgie (1,9mm oder 2,1mm Durchmesser) werden Sinus Tarsi und unteres Sprunggelenk direkt sichtbar. So kann zeitgleich Diagnostik und Therapie durchgeführt werden. Dazu sind in der Regel nur zwei oder drei kleine Hautschnitte nötig.
In einer Studie von Frey konnte bei allen mit Sinus Tarsi Syndrom arthroskopierten Patienten durch den Eingriff eine spezifischere Diagnose und genauere Beschreibung des Problems erfolgen (Frey C. et al., FAI 1999).
In seltenen Ausnahmefällen führen wir bei Sinus Tarsi Syndrom eine offene Operation durch. Dabei nutzt Dr. Böhr dann den Ollier-Zugang mit einem Hautschnitt auf der Außenseite des Fußes unterhalb des Außenknöchels. Diese Methode wird bei anderen fußchirurgischen Erkrankungen regelmäßig genutzt (z.B. Versteifung des unteren Sprunggelenks) und ist in geübten Händen ein komplikationsarmes Standardvorgehen. In schwierigen Fällen kann so der Sinus Tarsi sicher und vollständig dargestellt und gleichzeitig chirurgisch therapiert werden.
Informieren Sie sich zusätzlich zu Ursache, Anatomie und Diagnosefindung auf unserer ausführlichen Website zum Sinus Tarsi Syndrom.