Morbus Köhler 1 & 2

Ursache und Krankheitsbild

Morbus Köhler wird durch schlechte Durchblutung eines Fußknochens verursacht. Dadurch stirbt der Knochen langsam ab, verliert immer mehr an Substanz und bricht unbehandelt schließlich in sich zusammen. Warum das genau passiert, bleibt in fast allen Fällen ungeklärt. 

Von dieser insgesamt seltenen Erkrankung betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche. Meist ist nur ein Fuß betroffen.

Fußspezialisten unterscheiden zwei Typen dieser Erkrankung:

  • Morbus Köhler 1 / Morbus Köhler-Albau / Aseptische Knochennekrose des os naviculare pedis mit Schmerzen im Bereich des Mittelfußes. Sehr selten tritt dies auch beim Erwachsenen auf – und heißt dann Müller-Weiss-Syndrom.
  • Morbus Köhler 2 / Morbus Köhler-Freiberg / Morbus Freiberg / Aseptische Knochennekrose des Metatarsale 2 Köpfchens mit Schmerzen im und unter dem Grundgelenk der zweiten Zehe – direkt neben der Großzehe.

Die Patienten zeigen ein Schonhinken und die betroffene Region ist stark druckschmerzhaft. Wichtig ist eine frühzeitige ärztliche Vorstellung beim Fußspezialisten, um langfristige Folgen zu reduzieren.

Verlauf des Morbus Köhler 1 & 2

Zu Beginn zeigt sich im DVT eine Kondensation (Verdichtung) des betroffenen Knochens, dann folgt eine Fragmentation (Zersetzung) und abschließend die Reossifizierung / das Reparationsstadium. Unbehandelt entsteht manches Mal eine Fehlstatik des Fußes und über die Jahre eine ausgeprägte Arthrose.

Manche Patienten mit Morbus Köhler 1 und 2 erleben einen sehr milden Erkrankungsverlauf und gehen nicht zum Arzt. So kann es vorkommen, dass erst viele Jahre später die Diagnose Morbus Köhler gestellt wird.

Diagnstik bei Morbus Köhler 1 & 2

Die Verdachtsdiagnose Morbus Köhler wird oft anhand von Röntgenbildern gestellt. Um Morbus Köhler dann sicher zu diagnostizieren, sind oft MRT und DVT Bilder des Fußes nötig. So können auch wichtige alternative Diagnosen mit ähnlichen Beschwerden in unserer Privatpraxis ausgeschlossen werden. Vor allem Knochenbrüche, gutartige und bösartige Knochentumore sowie die Osteomyelitis / Knochenmarkentzündung verursachen vergleichbare Symptome.

Morbus Koehler 2 DVT tranversal mit blau gezeichnetem Köpfchen
DVT Bild bei Morbus Köhler 2: das Köpfchen des zweiten Mittelfußknochens ist deutlich abgeflacht (blau im Bild eingezeichnet) und es zeigen sich Knochenzysten. Als Folge der Erkrankung ist auch eine krankhafte Veränderung und Abflachung des direkt beachbarten Knochens zu erkennen. Copyright: Dr. S. Böhr
Morbus Koehler 1 DVT
Morbus Köhler 1 im DVT

Hat die Erkrankung Morbus Köhler in der Kindheit keine oder sehr geringe Beschwerden bereitet, erfolgt die Erstdiagnose oft erst im Erwachsenenalter. Manches Mal als Zufallsbefund, oft aber wegen zunehmender Bewegungseinschränkung und Schmerzen im Grundgelenk der 2. Zehe (Morbus Köhler 2) oder im Mittelfuß (Morbus Köhler 1).

Therapie bei Morbus Köhler 1 & 2

Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen der jungen Patienten zu reduzieren und eine dauerhafte Fehlform und Arthrose zu vermeiden. So kommt es nach einigen Monaten (bis zu zwei Jahren) zur Ausheilung der Erkrankung.

Wichtig ist nach meiner Erfahung eine konsequente und frühzeitige Therapie mit Reduzierung der Belastung. Bei Morbus Köhler 1 beginnt die Therapie der oft noch sehr jungen Patienten mit einer mehrwöchigen Ruhigstellung im Gips.

Davon abgesehen stehen bei Morbus Köhler 1 & 2 Schmerzlinderung, Weichbettung mit passiven Einlagen und physiotherapeutische Beübung zum Erhalt der Beweglichkeit im Vordergrund.

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Operation bei Morbus Köhler 1 & 2

Bei Patienten mit Morbus Köhler 1 (os naviculare pedis) ist in meiner Privatpraxis eine Operation nur ausgesprochen selten notwendig. Allenfalls in sehr ausgeprägten Fällen mit schwerer Arthrose oder beim Müller-Weiss-Syndrom ist später eine Versteifung / Arthrodese nötig.

Beim Morbus Köhler 2 (Metatarsale 2) bleibt fast immer ein verformtes Köpfchen des zweiten Mittelfußknochens zurück. Dies kann langfristig zu Einschränkungen der Beweglichkeit und zu Arthrose führen, so dass in ausgeprägten Fällen eine operative Korrektur notwendig wird.

Ein Teil unserer Patienten ist schon erwachsen, wenn zum ersten Mal starke Beschwerden auftreten. Die eigentliche Erkrankung hat sich in der Kindheit abgespielt, aber durch die damals aufgetretenen Veränderungen kommt es über Jahre zu Abnutzung, Fehlstellung, Bewegungseinschränkung und Arthrose. In solchen Fällen ist dann nach individueller Analyse und Planung oft ein operativer Eingriff nötig, um die Beschwerden zu lindern.