Achillessehnenruptur

Ursache und Krankheitsbild

Die Achillessehne ist die dickste Sehne des gesamten menschlichen Körpers. Entsprechend gravierend sind die Auswirkungen bei einer Verletzung dieser Sehne mit sofort eintretenden starken Schmerzen meist begleitet von einem hörbaren Knallen oder Schnappen.

Nur etwa 10% aller Achillessehnenrupturen entstehen durch ein direktes Trauma, etwa beim Fußball oder Handball durch Tritt eines Gegners direkt gegen die Achillessehne. Fast 90% der Achillessehnenrupturen entstehen nach einem indirekten Trauma, zum Beispiel während eines Tennisspiels beim Abbremsen oder auch einfach Zuhause beim Treppe steigen. Hier gibt es eine deutliche Häufung bei Männern zwischen 30-50 Jahren.

Therapie Achillessehnenruptur

Eine Achillessehnenruptur sollte unbedingt von einem Spezialisten behandelt werden, denn nicht immer muss operiert werden. Oft ist eine Ausheilung ohne Operation möglich. Die Entscheidung, ob operiert werden soll oder nicht, muss sehr sorgfältig abgewogen und zusammen mit dem Patienten getroffen werden. Denn für beide Vorgehensweisen gibt es gute Argumente mit entsprechenden Konsequenzen für die Patienten.

Operation ja oder nein?

Manchmal ergibt sich diese Entscheidung aus den medizinischen Tatsachen: Mit einer Ultraschalluntersuchung überprüfen wir im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk, ob die gerissenen Enden der Achillessehne nahe genug zusammengeführt werden können. Ist das nicht der Fall, wird eine Operation empfohlen.

Falls eine Operation nötig ist, sollte diese innerhalb von zwei Wochen nach dem Unfall erfolgen. Es bleibt also nach der Diagnose noch genug Zeit, einen erfahrenen Spezialisten für die Therapie zu finden. Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk führt Dr. Böhr solche Eingriffe immer persönlich mit Lupenbrillenvergrößerung als stationäre Operation durch.

Longwalker Fa Medi Achillessehne
Langer Stiefel zur Ruhigstellung der Achillessehne

Operation bei Achillessehnenruptur

Falls eine Naht der Achillessehne notwendig wird, kommen grundsätzlich zwei Techniken in Frage:

  • minimalinvasive Naht der Achillessehne mit dem Dresdner Instrumentarium (pDI-Naht) bei frischem Achilleessehnenriss, der erst wenige Tage zurück liegt.
  • offene Naht der Achillessehne bei älteren Achillessehnenrissen, besonderen Rissformen (z.B. nach oben eingeschlagener Sehnenstumpf) oder komplexen Rekonstruktionen der Achillessehne mit Defektdeckung.

Für beide Methoden gibt es Vor- und Nachteile. Die Entscheidung, welche Methode für Sie persönlich die richtige ist, sollten Sie zusammen mit einem Spezialisten für Fuß und Sprunggelenkchirurgie treffen.

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Operation bei Substanzverlust der Achillessehne

Nur wenn die gerissenen Enden nahe genug zusammenkommen, kann die Achillessehne gut verheilen. Sonst entsteht eine funktionslose Narbe und die Kraft der Wadenmuskeln wird nicht gut übertragen – die Patienten humpeln.

Bei einer erneuten Ruptur nach bereits erfolgter Therapie stellt sich oft dieses Problem. Ebenso wenn die Verletzung der Achillessehne schon viele Wochen oder Monate zurück liegt und bisher nicht effektiv behandelt wurde. Besonders ausgepägte Narben und Defekte der Achillessehne entstehen nach einer Infektion oder bei chronischer Ruptur nach mehrfachen Injektionen mit Cortison.

Eine funktionslose Narbe der Achillessehne muss bei der OP entfernt werden. Je größer der dabei entstehende Defekt, desto anspruchsvoller ist die operative Versorgung. Dabei entscheidet die Länge des Defekt, welche OP Methode jeweils in Frage kommt:

  • Defekte bis 2cm können durch Faszienkerbung am Unterschenkel , Verlängerung der Achillessehne nach Hooke und Verstärkung der Naht durch den Plantarismuskel oft gut überbrückt werden.
  • Defekte von 2-5cm Länge können mit Griffelschachtelplastik oder Umkippplastik der Achillessehne therapiert werden.
  • Bei Defekten über 5cm ist meist eine Sehnenersatzplastik nötig. Dabei wird eine gesunde Sehne des Patienten genutzt, um den Defekt der Achillessehne zu überbrücken. Welche Sehne dafür in Frage kommt , hängt ganz entscheidend von der individuellen Situation des Patienten ab.