Osteochondrale Läsion des Talus – wie schlimm ist er bei mir?
Die Osteochondrale Läsion des Talus ist eine Erkrankung des Knochens (osteo) und des Knorpels (chondral) am Sprungbein des oberen Sprunggelenks. Wie durch ein Ventil kommt Gelenkflüssigkeit bei jedem Schritt des Fußes unter den geschädigten Knorpel des oberen Sprunggelenks. Bei Belastung verdrängt die Gelenkflüssigkeit den umliegenden Knochen und es bilden sich schmerzhafte Zysten. Patienten klagen häufig über belastungsabhängige Beschwerden, Schwellung auf Höhe des „Sprunggelenks“ und schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit.
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Gering ausgeprägte Osteochondrale Läsion des Talus
Die betroffenen Patienten beschreiben unspezifische Beschwerden und Schwellungszustände, sehr häufig nach einer Umknickverletzung. Im MRT zeigt sich an der betroffenen Talusschulter ein Knochenmarködem (KMÖ), also eine Art „blauer Fleck“ im Knochen. Im CT / DVT sind dagegen noch keine Veränderungen der Knochensubstanz zu erkennen. Hier ist in bestimmten Fällen noch eine Therapie ohne Operation sinnvol.
Bei anhaltenden Beschwerden über mehr als 6 Wochen nach einer Sprunggelenksverletzung sollte die Diagnose Osteochondrale Läsion dringend in Erwägung gezogen und und mittels MRT und DVT abgeklärt werden!
Mäßig ausgeprägte Osteochondrale Läsion des Talus
Hier zeigen sich im CT / DVT bereits nachweisbare Veränderungen der Knochenstruktur, zB als kleine Zysten oder beginnende Sklerose (Knochenverdichtung). Die „Deckschicht des Knochens“ zum Knorpel hin ist aber grob erhalten. Dies ist in unserer Praxis die häufigste Form der Osteochondralen Läsion bei Zufallsbefunden. Dann muss von einem Fußspezialisten genau analysiert werden, ob die Beschwerden des Patienten durch die OCL oder durch eine andere Erkrankung von Sprunggelenk oder Rückfuß verursacht werden. Bei bisher unklaren Untersuchungsergebnissen kann ein MRT mit Kontrastmittel oder ein SPECT-CT wichtige zusätzliche Informationen liefern.
Stark ausgeprägte Osteochondrale Läsion des Talus
Die Deckschicht des Knochens (Kortikalis) zum Knorpel hin ist in großen Teilen zerstört und die Osteochondrale Läsion wird oft von Gelenkflüssigkeit umspühlt. Der Knorpel selbst ist oft stark geschädigt oder instabil. Zeigt sich so eine Konstellation in DVT und MRT bei einem Patienten mit ausgeprägten Beschwerden, besteht eine klare OP – Indikation. Auch große Knochenzysten des Talus direkt unter der Osteochondralen Läsion sind Zeichen einer stark ausgeprägten osteochondrale Läsion des Talus.
Luxierte Osteochondrale Läsion des Talus
Bei dieser schwersten Form einer Osteochondralen Läsion hat sich das Knorpel-Knochenfragment vollständig abgelöst und befindet sich als freier Gelenkkörper im oberen Sprunggelenk. Die betroffenen Patienten beschreiben regelmäßig Einklemmungen oder schmerzhafte Blockierungen des oberen Sprunggelenks. Hier besteht ohne Zweifel die Indikation zur operativen Therapie.
Hinweis für medizinisches Fachpersonal:
wir verzichten in diesem Abschnitt bewußt auf die gängigen Einteilungen der Osteochondralen Läsion bzw. Osteochondrosis Dissecans oder die Beschreibung des Knorpelschadens nach ICRS Stadien sowie die verschiedenen Klassifikationen. Unser Ziel ist die Möglichkeit einer vorläufigen Selbsteinschätzung für Patienten vor der ersten Konsultation bei einem Fußspezialisten. Für mehr Informationen und Klassifikationen empfehlen wir unsere sehr viel ausführlichere Website zu diesem Thema: Osteochondrale Läsion des Talus.