Was kostet eine Hallux-Valgus-Operation?

Kurzantwort: Eine pauschale Antwort gibt es nicht – die Kosten einer Hallux-Valgus-Operation hängen von der gewählten Methode, dem Umfang des Eingriffs und davon ab, ob ambulant oder stationär operiert wird. Einen festen Pauschalpreis können und dürfen wir dabei nicht nennen: Als Ärzte sind wir gesetzlich verpflichtet, nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abzurechnen, und die konkrete Höhe ergibt sich erst aus dem individuellen Befund. Wie die Kosten abgerechnet und von wem sie übernommen werden, hängt zudem von Ihrem Versicherungsstatus ab – ob privat, Beihilfe, gesetzlich versichert oder Selbstzahler. Eine verlässliche Einschätzung ist deshalb immer individuell – auf Basis Ihrer Untersuchung und des konkreten Befunds.

Inhaltsverzeichnis

Warum es keinen Pauschalpreis gibt

Anders als bei vielen anderen Dienstleistungen gibt es für eine Hallux-Valgus-Operation keinen Festpreis – und das hat einen rechtlichen Grund. Als Ärztinnen und Ärzte sind wir gesetzlich verpflichtet, unsere Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abzurechnen. Diese Gebührenordnung bildet jede einzelne erbrachte Leistung ab und richtet sich nach dem tatsächlichen Aufwand. Ein pauschales Komplettangebot wäre damit nicht vereinbar.

Hinzu kommt, dass keine zwei Hallux-Valgus-Operationen gleich sind. Wie aufwändig der Eingriff ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab: von der gewählten Methode (eine gelenkerhaltende Osteotomie unterscheidet sich deutlich von einer Lapidus-Arthrodese), vom Umfang der Korrektur, von der Narkose und davon, ob ambulant oder stationär operiert wird.

Besonders deutlich steigt der Aufwand einer Operation, wenn neben der Großzehe auch Korrekturen an den Kleinzehen nötig sind – dann umfasst der Eingriff mehr, und entsprechend höher fallen die Kosten aus.

Genau deshalb lässt sich der Preis nicht vorab pauschal beziffern, sondern ergibt sich erst, wenn Befund, Methode und Rahmenbedingungen feststehen. Damit für Sie überhaupt eine Vorstellung entstehen kann, in welcher Größenordnung sich die reinen OP-Kosten bewegen, hier der nach unserer Erfahrung typische Kostenkorridor: 1100 bis 7900 Euro. Wie Sie zu einer konkreten Einschätzung kommen, lesen Sie weiter unten.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Die Gesamtkosten einer Hallux-Valgus-Operation setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die zum Teil von verschiedenen Stellen abgerechnet werden:

  • Die ärztliche OP-Leistung – die Operation selbst, abgerechnet nach GOÄ. Ihr Umfang richtet sich nach der gewählten Methode und dem Aufwand der Korrektur.
  • Die Narkose – die Leistung des Narkosearztes, abhängig von Art und Dauer der Anästhesie.
  • Die Klinik – Nutzung von OP-Saal und Infrastruktur sowie, bei einem stationären Eingriff, der Klinikaufenthalt selbst. Hier macht es einen großen Unterschied, ob ambulant oder stationär operiert wird.
  • Die Nachbehandlung – die ärztliche Nachsorge nach der Operation, etwa Kontrolltermine und Verbandswechsel.

Wichtig zu wissen: Diese Bausteine stammen nicht immer alle aus einer Hand. Die ärztliche OP-Leistung rechnen wir als Operateur ab, die Kosten für Klinik und Aufenthalt laufen meist über die Klinik. Das erklärt, warum es je nach Versicherungsstatus unterschiedliche Wege gibt, an einen Kostenvoranschlag zu kommen – dazu gleich mehr.

Wer übernimmt die Kosten – und wie Sie eine Einschätzung bekommen

Wie die Kosten abgerechnet werden und auf welchem Weg Sie eine Einschätzung erhalten, hängt von Ihrem Versicherungsstatus ab. Hier das Wichtigste für die drei Gruppen.

Privatversicherte und Beihilfeberechtigte

Bei privat Versicherten und Beihilfeberechtigten werden die OP-Kosten in der Regel übernommen – die Abrechnung der OP-Kosten erfolgt nach den gesetzlichen Regeln der GOÄ. Gerne geben wir Ihnen nach vollständiger Bildgebung und einer persönlichen Untersuchung durch den Operateur hierzu eine grobe Kostenschätzung.

Für einen stationären Eingriff erhalten Sie von der Klinik einen Kostenvoranschlag; dieser umfasst die Klinikleistungen, jedoch noch nicht die ärztliche OP-Leistung.

Wir empfehlen jedem Patienten dringend, den Kostenvoranschlag der Klinik vorab bei seiner Versicherung beziehungsweise Beihilfestelle einzureichen und die Übernahme klären zu lassen – bei der Erstattung kommt es sonst leider immer wieder zu Schwierigkeiten.

Selbstzahler

Wenn Sie die Operation selbst zahlen, ist der Weg am einfachsten: Sie erhalten von der Klinik einen Kostenvoranschlag als Komplettpaket – inklusive der ärztlichen OP-Leistung. So sehen Sie die zu erwartenden Gesamtkosten auf einen Blick. Diese Summe kann sich je nach tatsächlich erbrachter Leistung noch geringfügig ändern, trifft in der Praxis aber fast immer sehr genau zu.

Gesetzlich Versicherte

Auch als gesetzlich versicherter Patient können Sie sich bei uns operieren lassen – allerdings gibt es einige Besonderheiten. Der Eingriff ist für gesetzlich Versicherte nur stationär möglich; ambulante Operationen bieten wir in diesem Rahmen nicht an. Die gesetzlichen Krankenkassen stellen hierzu strikte Regeln auf, welche Eingriffe ambulant und welche stationär erbracht werden können.

Die Abrechnung läuft dann direkt zwischen der Klinik und Ihrer Krankenkasse, die ärztliche OP-Leistung ist dabei eingeschlossen. Welche gesetzlichen Krankenkassen mitmachen, können Sie vorab direkt auf der entsprechenden Übersicht der Klinik Sanssouci nachsehen.

Um die stationäre Einweisung sowie die Versorgung mit Hilfsmitteln und Rezepten kümmern Sie sich selbst. Wichtig zu wissen: Das Genehmigungsverfahren der gesetzlichen Krankenkassen dauert in der Regel mindestens acht Wochen. Einen kurzfristigen OP-Termin können wir zwar vereinbaren, die Kostenzusage steht dann aber oft noch aus – was für Sie eine gewisse Planungsunsicherheit bedeutet.

Häufige Fragen zu den Kosten einer Hallux-Valgus-OP

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Hallux-Valgus-OP?

Wenn die Operation medizinisch notwendig ist – also Beschwerden und Funktionseinschränkungen vorliegen –, übernehmen die Krankenkassen die Kosten; rein kosmetische Eingriffe dagegen nicht. Bei gesetzlich Versicherten ist der Eingriff bei uns nur stationär möglich und läuft über das Genehmigungsverfahren der Kasse. Privatversicherte und Beihilfeberechtigte sollten die Übernahme vorab mit ihrem Kostenträger klären.

Kann die Operation auch ambulant durchgeführt werden?

Bei privat Versicherten und Selbstzahlern kann nach Eingriff sowohl ambulant als auch stationär operiert werden. Für gesetzlich Versicherte bieten wir die Operation ausschließlich stationär an. Was im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Methode und Aufwand ab.

Warum nennen Sie keinen festen Preis?

Als Ärzte sind wir gesetzlich verpflichtet, nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abzurechnen – ein pauschaler Festpreis ist damit nicht zulässig. Zudem hängen die Kosten stark von Methode, Umfang und den Rahmenbedingungen des Eingriffs ab. Eine belastbare Einschätzung ist deshalb nur individuell möglich.

Was kostet die Operation, wenn beide Füße betroffen sind?

Die Kosten fallen grundsätzlich pro Fuß an – zwei Füße bedeuten also einen höheren Gesamtaufwand. Ob beide Füße in einer Sitzung oder nacheinander operiert werden, entscheiden wir zusammen mit Ihnen als Patient individuell anhand von Befund und Belastbarkeit. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Frage, ob man beide Füße gleichzeitig operieren sollte.

Fazit

Eine Hallux-Valgus-Operation lässt sich nicht mit einem einzigen Preis beziffern – dafür hängen Methode, Umfang und Rahmenbedingungen zu stark vom individuellen Befund ab. Verlässlich wird die Kostenfrage deshalb erst, wenn Befund und Methode feststehen – und je nach Versicherungsstatus der passenden Weg: den Komplett-Kostenvoranschlag der Klinik für Selbstzahler, die GOÄ-Erstattung für Privat- und Beihilfeversicherte oder das Genehmigungsverfahren der Kasse für gesetzlich Versicherte.

Wenn Sie wissen möchten, was für Ihren Fall gilt, klären wir das gern persönlich – nach Untersuchung und Bildgebung. Vereinbaren Sie dazu einen Termin in unserer Privatpraxis ORTHO | PEDE, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk – telefonisch unter 030 34 39 59 47 oder direkt über unsere Online-Terminvereinbarung.

Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, ORTHO | PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026