Knochenbruch beim Kind an Fuß und Sprunggelenk – was ist wichtig?

Kinder toben, rennen und spielen so wie ihnen der Sinn steht. Und das ist gut so! Nicht immer geht das aber ohne Blessuren ab. In den meisten Fällen helfen dann tröstende Worte verbunden mit einer kleinen Ablenkung und alles Leid ist schnell wieder vergessen. Falls Ihr Kind nach dem Unfall jedoch über längere Zeit eine Schonhaltung einnimmt oder das verletzte Bein nicht mehr benutzt, kann dies auf eine schwerwiegende Verletzung hinweisen.

Die häufigsten ernsthaften Verletzungen an Fuß und Sprunggelenk im Kindesalter sind Umknickverletzungen des oberen Sprunggelenks, sprunggelenksnahe Schienbeinbrüche (distale Tibiafraktur oder Übergangsfraktur) sowie der Mittelfußbruch  und Frakturen der Zehen. Alle Verletzungen an Fuß und Sprunggelenk zusammen machen etwa 13% der Knochenbrüche bei Kindern aus.

Dr. Böhr macht eine Ultraschalluntersuchung in der Praxis

Erste Maßnahmen bei Verdacht auf Knochenbruch

Die alte P.E.C.H. Regel gilt unverändert heute noch: Pause, Eis, Compression und Hochlegen sind auch bei Kindern sehr gute Maßnahmen für Ersthelfer. Und natürlich sollte man bei kleinen Kindern das Pusten nicht vergessen.

Ob wirklich ein Knochenbruch vorliegt, kann dann nur ein Arzt feststellen, am besten ein erfahrener Unfallchirurg oder Kinderchirurg. Häufig sind dafür Röntgenaufnahmen nötig. Hier haben viele Eltern Vorbehalte und wollen ihre Kinder vor zu hoher Strahlenbelastung schützen. Gut zu wissen: Ärzte sind gesetzlich dazu verpflichtet, so wenig Strahlenbelastung wie möglich anzuwenden (ALARA-Prinzip).

Falls Sie dennoch Sorge vor unnötiger Strahlenbelastung haben, suchen Sie gleich zu Beginn einen Spezialisten auf. Wir nutzen im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk in Berlin grundsätzlich das hochmoderne Verfahren der Digitale Volumentomografie zur Diagnosestellung – hier kann der behandelnde Arzt die Röntgenstrahlen vor der Untersuchung exakt einstellen und so an die Anwendung bei Kindern anpassen.

Diagnostik bei Kindern mit Frakturen an Fuß und Sprunggelenk

Knochenbruch beim Kind an Fuß und Sprunggelenk – eine häufige Fehldiagnose

Die Beurteilung der Röntgenbilder von Kinderknochen ist für ungeübte Kollegen oft eine Herausforderung. Denn abhängig vom Alter der Kinder zeigen sich die Knochenkerne und Wachstumsfugen an Fuß und Sprunggelenk unterschiedlich ausgeprägt. Das führt regelmäßig dazu, dass ein Knochenbruch vermutet wird, obwohl auf dem Röntgenbild nur eine zum Verwechseln ähnlich aussehende Wachstumszone zu sehen ist. Vor allem Knochenbrüche des fünften Mittelfußknochens sind häufig von dieser Situation betroffen.

Falls sich Zweifel nicht einwandfrei aufklären lassen, nutzen wir das MRT (ohne Röntgenstrahlen) zur Sicherung der Diagnose eines Knochenbruchs.

Kindlicher Rückfuß DVT
Kindlicher Fuß: Wachstumsfugen an der Ferse und am oberen Sprunggelenk regelrecht dargestellt. Krankhafte Knochenunterbrechung des os Naviculare im Mittelfußbereich.

Behandlung eines Knochenbruchs bei Kindern

Gips oder OP?

Knochenbrüche bei Kindern heilen schnell und meist ist Ruhigstellung im Gips die richtige Wahl. Denn insbesondere der Knochen von kleineren Kindern bricht selten komplett, sondern knickt lediglich bei intakter Knochenhaut ab. Diese sogenannte Grünholzfraktur heilt oft zügig und unkompliziert. Wir nutzen für solche Situationen modernen extraleichten Kunststoffgips.

Wann muss ein Knochenbruch bei Kindern operiert werden?

Insbesondere an Fuß und Sprunggelenk gibt es allerdings auch Situationen, in denen die operative Stabilisierung eines Knochenbruchs bei Kindern unumgänglich ist: Falls der Bruch wichtige Teile eines Gelenks mit einbezieht, ist eine Operation ratsam. Ist ein Knochen an mehreren Stellen gebrochen oder besteht ein Rotationsfehler, ist ebenfalls regelhaft eine Operation notwendig. Auch Verletzungen der Wachstumsfuge (Epiphysenfuge) benötigen in vielen Fällen eine operative Stabilisierung. In solchen Situationen sollten Sie unbedingt mit einem Spezialisten für Fuß und Sprunggelenk sprechen!

Ich bin mir nicht sicher, ob mein Kind und ich gut beraten wurden – was kann ich tun?

In unserer Privatpraxis in Berlin bieten wir für Verletzungen an Fuß und Sprunggelenk eine Zweitmeinungssprechstunde an. Natürlich versuchen wir in dringenden Fällen auch kurzfristige Termine möglich zu machen. Bitte zögern Sie nicht, unsere Mitarbeiter direkt per Email oder Telefon zu kontaktieren. Sie sind gesetzlich versichert (z.B. AOK, Techniker, BKK)? Lesen Sie hier unseren BLOG zum Thema Privatabrechnung für Selbstzahler.

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