Hallux Valgus OP – spielt die Psyche eine Rolle?

Kurzzusammenfassung: Die psychische Verfassung hat nachweislich Einfluss auf das Ergebnis einer Hallux-Valgus-Operation. Patienten, die positiv auf ihre Genesung eingestellt sind, zeigen bessere Verläufe. Auch bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen ist eine OP grundsätzlich möglich – vorausgesetzt, die Erkrankung ist stabil eingestellt. Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk wird das psychische Wohlbefinden der Patienten als fester Bestandteil der Behandlungsqualität verstanden.

Grundsätzlich sind wir im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk der Meinung, dass die Psyche einen sehr großen Einfluss auf das Wohlbefinden und den Heilungsverlauf unserer Patienten hat. Vor allem wenn es um Therapieentscheidungen und Operationen geht, spielen Psyche und Wohlbefinden eine besonders wichtige Rolle! Denn vielen Patienten mit Hallux Valgus sind in Ihrem Alltag durch die Beschwerden ganz erheblich eingeschränkt und erleben oft einen ausgeprägten Verlust an Lebensfreude.

In diesem Beitrag wollen wir für Sie den Hintergrund und die Zusammenhänge zwischen Psyche und Hallux Valgus OP bewerten.

Hallux Valgus Schmerzen

Aus Untersuchungen zu anderen Erkrankungen an Fuß & Sprunggelenk (hier: Plantarfasziitis) wissen wir, dass schon der Glaube an eine zu erwartende Besserung oft einen erheblichen Effekt hat (Viglione V. et at., EFORT Open Rev, 2023). Dieser Effekt zeigt sich unabhängig davon, ob es um eine Operation geht oder um eine andere Form der Therapie. Jeder Patient selbst kann als schon dadurch sein individuelles Ergebnis verbessern, in dem er an die zu erwartende Besserung glaubt. Abseits der zugrunde liegenden medizinischen Entscheidungen kann hierbei auch der beteiligte Arzt eine ganz wesentliche Rolle übernehmen.

Vor diesem Hintergund legen wir in unserem Zentrum für Fuß & Sprunggelenk nicht nur sehr großen Wert auf medizinisch exzellente Ergebnisse, sondern auch auf die Wahrnehmung und das Wohlbefinden unsere Patienten.

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Hallux Valgus OP trotz psychischer Erkranknung?

Immer wieder werden wir im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk daruaf angesprochen, ob eine Hallux Valgus OP trotz zugrunde liegender psyhchischer Erkrankung möglich und sinnvoll ist. In den häufisgsten Fällen berichten die ratsuchenden Patienten von einer schweren Depression.

Medizinisch notwendige, planbare Operationen sollten grundsätzlich auch bei psychischen Erkranknungen nicht verschoben werden. Voraussetzung ist aber, dass eine stabile Situation der Erkrankung besteht – also zum Beispiel die Depression medikamentös sehr gut eingestellt und kontrolliert ist.

Patienten mit psychischer Erkrankung zeigen ein erhöhtes Risiko das Ergebnis einer Operation an Fuß & Sprunggelenk schlechter wahrzunehmen als Patienten ohne psychische Erkrankung (Arshad Z. et al., FAS 2024).

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Häufige Fragen – Psyche und Hallux-Valgus-OP

Hat die psychische Verfassung wirklich Einfluss auf das OP-Ergebnis?

Ja. Studien zeigen, dass allein die Erwartung einer Besserung das tatsächliche Ergebnis positiv beeinflussen kann – unabhängig von der gewählten Therapieform. Patienten, die zuversichtlich in eine Operation gehen, nehmen ihr Ergebnis häufig besser wahr.

Kann ich eine Hallux-Valgus-OP trotz Depression durchführen lassen?

Grundsätzlich ja. Entscheidend ist, dass die psychische Erkrankung zum Operationszeitpunkt stabil ist – also beispielsweise medikamentös gut eingestellt. Ist das der Fall, muss eine planbare Operation wie die Hallux-Valgus-Korrektur nicht aufgeschoben werden.

Warum nehmen Patienten mit psychischer Erkrankung OP-Ergebnisse schlechter wahr?

Studien zeigen, dass Patienten mit psychischer Vorerkrankung das Ergebnis einer Fußoperation im Schnitt schlechter bewerten als Patienten ohne psychische Erkrankung – auch wenn das objektive chirurgische Ergebnis vergleichbar ist. Die Wahrnehmung von Schmerz und Einschränkung wird durch die psychische Grundsituation mitgeprägt.

Was kann ich selbst tun, um mein OP-Ergebnis positiv zu beeinflussen?

Die eigene Erwartungshaltung spielt eine dokumentierte Rolle. Wer realistisch aber zuversichtlich in eine OP geht, aktiv an der Nachbehandlung mitwirkt und bei Fragen frühzeitig Kontakt zur Praxis sucht, schafft gute Voraussetzungen für einen positiven Verlauf.

Wie geht ORTHO|PEDE mit dem psychischen Wohlbefinden der Patienten um?

Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk ist die Wahrnehmung und das Wohlbefinden der Patienten fester Bestandteil des Behandlungskonzepts. Neben medizinischer Exzellenz wird großen Wert auf eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung und eine offene Kommunikation über Erwartungen und Ängste gelegt.

Wann sollte eine Hallux-Valgus-OP bei psychischer Erkrankung verschoben werden?

Wenn sich die psychische Erkrankung in einer akuten, instabilen Phase befindet – zum Beispiel bei einer nicht eingestellten schweren Depression – ist es sinnvoll, zunächst die psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung zu stabilisieren und die OP danach zu planen.

Die Einschätzung ersetzt keine individuelle ärztliche Anweisung; entscheidend sind Heilungsverlauf, Sicherheit und ggf. versicherungsrechtliche Vorgaben.

Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: März 2026