Charcot Neuro-Osteoarthropahtie (CNO) – eine ernste Gefahr für Fuß & Sprunggelenk
Die Charcot Neuro-Osteoarthropathie (CNO oder englisch CNAD), oft als Charcot-Fuß bezeichnet, ist eine ernstzunehmende und potenziell verheerende Situation, die das knöcherne Gerüst des Fußes und Sprunggelenks betrifft. Sie führt unbehandelt zu schweren Deformitäten und kann die Amputation notwendig machen.
Bei Patienten mit diabetischem Fuß & Neuropathie muss bis zum Beweis des Gegenteils immer eine akute Charcot Neuro-Osteoarthropathie oder eine Osteomyelitis in Betracht gezogen werden. Die Überwärmung und die radiologische Analyse sind die Schlüssel zur Unterscheidung.

Was ist die Charcot Neuro-Osteoarthropathie?
Die Charcot-Neuro-Osteoarthropathie ist eine progressive, nicht-infektiöse Zerstörung von Gelenken und Knochen, die bei Patienten mit einer vorbestehenden Neuropathie auftritt.
In über 80% der Fälle ist die Ursache eine diabetische Polyneuropathie . Die resultierende Sensibilitätsstörung (Verlust des Schmerzempfindens) verhindert die Wahrnehmung von kleinen Verletzungen und Überlastung. Die Patienten belasten den betroffenen Fuß trotz vorliegender Probleme immer weiter.
Es entstehent eine langfristige Schädigung von Knochen, Gelenken und Weichteilgewebe. Die Kombination aus Entzündung und mechanischer Überlastung (gehen, spazieren, Alltagsbelastung reicht aus!) kann zur Schwächung von Bändern mit Luxation und Gelenken und Knochenbrüchen führen.
Wissenschaftlich betrachtet werden bei der Charcot Neuro-Osteoarthropathie die Vorläuferzellen von gesunden knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) hochaggresiv! Ursache ist eine Erhöhung der Botenstoffe TNF-alpha und RANKL.
Fazit für betroffene Patienten
Die Charcot Neuro-Osteoarthropathie ist ein orthopädischer Notfall! Anhaltende unklare Schwellung an Fuß & Sprunggelenk bei Patienten mit Neuropathie muss sofort abgeklärt werden, um die Gelenkzerstörung zu reduzieren und möglichst viel Mobilität für die Patienten zu erhalten.
Unser ärztlicher Spezialist im Team für Charcot-Fuß ist Dr. Jürgen K. Wied.
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Differenzialdiagnose der Charcot Neuro-Osteoarthropathie – die Unterscheidung ist lebenswichtig!
Der akute, überwärmte und geschwollene Charcot-Fußes stellt klinisch eine große Herausforderung dar, da das leicht mit anderen, ebenso dringlichen Erkrankungen verwechselt werden kann. Eine korrekte Abgrenzung ist essenziell, um die richtige Behandlung zu beginnen.
Typische Differentialdiagnosen bei Charcot-Fuß:
- Osteomyelitis (Kocheninfektion mit Baktierien)
- Weichteilinfektion
- Arthritis (Gelenkentzündung)
- tiefe Venenthrombose
Klinische Faustregel: Bei Patienten mit diabetischem Fuß & Neuropathie muss bis zum Beweis des Gegenteils immer eine akute Charcot Neuro-Osteoarthropathie oder eine Osteomyelitis in Betracht gezogen werden. Die Überwärmung und die radiologische Analyse sind die Schlüssel zur Unterscheidung.
Diagnostik bei Charcot-Fuß: Welche Untersuchungen liefern Gewissheit?
Um die Charcot-Neuro-Osteoarthropathie zu diagnostizieren und von anderen Erkrankungen abzugrenzen, nutzen wir neben der körperlichen Untersuchung durch einen Spezialisten zusätzlich verschiedene bildgebende Verfahren. Jedes Verfahren liefert uns spezifische Informationen über den Zustand Ihrer Knochen und Weichteile:
Die Digitale Volumentomografie liefert gleichzeitig Informationen über die Fußstatik unter Belastung und zeigt zusätzlich das Knochengerüst des Fußes im Detail. So kann das Asusmaß der Zerstörung mit einer Untersuchung bereits sehr gut eingegrenzt werden.
Die Magnetresonanztomografie nutzt Magnetfelder und Radiowellen zur Darstellung von Knochen und Weichteilgewebe. Mit der MRT können bereits sehr früh Entzündungen (Ödeme) nachgeweisen werden . Deshalb ist MRT Goldstandard bei der Früherkennung der Charcot Neuro-Osteoarthropathie.
Eine präzise Diagnostik basiert auf der Kombination von MRT, DVT und klinischer Untersuchung durch einen spezialisierten Arzt für Fuß & Sprunggelenk.
Therapie bei CNO – auf die Erfahrung kommt es an
Die beste Behandlung des Charcot-Fußes ist die Vermeidung. Liegt eine diabetische Neuropathie vor, ist dies entscheidend:
- Tägliche Kontrolle: Untersuchen Sie Ihre Füße täglich auf Schwellungen, Rötungen, kleine Wunden oder Temperaturunterschiede (Überwärmung). Nutzen Sie einen Spiegel oder bitten Sie Angehörige um Hilfe.
- Blutzuckermanagement: Die konsequente Einstellung des Blutzuckerspiegels verlangsamt nachweislich die Verschlimmerung der diabetischen Neuropathie und senkt somit das CNO-Risiko.
Die Behandlung zielt immer darauf ab, die Stabilität des Fußes wiederherzustellen und die Gefahr von Druckgeschwüren zu bannen.
- Akut: Hier gilt das Goldstandard-Prinzip der totalen Entlastung mittels spezieller Orthesen oder des Total Contact Cast (TCC) über mehrere Monate hinweg, um die inflammatorische Zerstörung zu stoppen.
- Chronisches Stadium bei Deformität: Führt die knöcherne Fehlstellung zu wiederkehrenden Druckgeschwüren und kann mit orthopädischen Hilfsmitteln keine ausreichende Verbesserung erzielt werden, ist eine operative Rekonstruktion oder Arthrodese (Gelenkversteifung) notwendig, um die Belastbarkeit des Fußes wiederherzustellen und Amputationen zu vermeiden.