Ist Digitale Volumentomografie gefährlicher als Röntgen?

Kurzantwort:
Die Digitale Volumentomografie (DVT) und konventionelles Röntgen haben an Fuß und Sprunggelenk eine vergleichbare Strahlenbelastung. Beide Verfahren sind in dieser Körperregion mit sehr geringer Strahlendosis möglich – das Risiko ist statistisch minimal und liegt weit unter dem Risiko eines Autounfalls oder einem Blitzschlag. Entscheidend ist nicht die Frage „DVT oder Röntgen“, sondern ob die Bildgebung medizinisch notwendig und korrekt indiziert ist.

Inhaltsverzeichnis

Die typische Röntgendiagnostik beim Arzt nutzt wie die hochmoderne digitale Volumentomografie ionisierende Strahlung. Ganz grundsätzlich ist ionisierende Strahlung für den menschlichen Körper gefährlich. Deshalb gelten in Deutschland strenge Gesetze unter welchen Umständen diese ionisierende Strahlung in der Medizin genutzt werden darf.

Soll nun abgeschätzt werden, welches Risiko genau von einer bestimmten Untersuchung ausgeht, müssen mehrere Dinge berücksichtigt werden. Vor allem kommt es aber auf die Menge der benötigten Strahlung an! Grundsätzlich gilt: je mehr ionisierende Strahlung auf den Körper trifft, desto gefährlicher. Um zum Beispiel die menschliche Lunge zu untersuchen, ist eine relativ große Menge (Dosis) von Röntgenstrahlen (ionisierender Strahlen) notwendig. Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenk untersuchen wir mit ionisierender Strahlung vor allem Füße und Sprunggelenke. Diese Körperregion kann mit etwa 100 x weniger Strahlendosis im Vergleich zu CT Untersuchungen der Wirbelsäule untersucht werden.

Zweiter wichtiger Faktor für die Strahlenbelastung bei medizinischen Untersuchungen: unterschiedliche Körperregionen reagieren unterschiedlich empfindlich auf ionisierende Strahlung. Die menschlichen Augen oder die Schilddrüse zum Beispiel sind sehr strahlenempfindlich. Im Zentrum für Fuß und Sprunggelenke untersuchen wir mit ionisierender Strahlung vor allem Füße und Sprunggelenke. Diese Körperregion ist im direkten Vergleich um ein vielfaches unempfindlicher!

DVT Gerät HS22 Dr. Stefan Böhr
Das von Dr. Böhr verwendete DVT Gerät HS22

Wie kann ich als Patient mein persönliches Risiko bei einer Röntgenuntersuchung erfahren?

Leider hat der menschliche Körper kein Organ zur Wahrnehmung ionisierender Strahlung, so dass man als Patient zusätzliche Informationen benötigt, um das Risiko einer Röntgenuntersuchung wirklich abschätzen zu können. Eine sehr gute Hilfe hierbei ist die webiste www.xrayrisk.com.

Wichtig zu wissen: die ionisierende Strahlung bei herkömmlicher Röntgendiagnostik und bei der Digitalen Volumentomografie an Fuß und Sprunggelenk sind etwa gleich. Je nachdem wie genau die technischen Einstellungen vorgenommen werden, kann sich die Strahlendosis etwas verändern – große Abweichungen gibt es dabei aber in der Regel nicht.

Typisches Beispiel für das Risiko bei DVT oder Röntgenuntersuchung an Fuß und Sprunggelenk

Untersucht man Fuß und Sprunggelenk bei einem 40 jährigen Mann kommen 2 bis 4 Mikrosievert als sogenannte effektive Dosis zusammen. Diese Untersuchung steigert für diese konkrete Person das Risiko an Krebs zu erkranken um circa 0.00002%. Werden also 4 Millionen Menschen mit genau dieser Untersuchung untersucht, führt das rein statistisch dazu, dass eine dieser 4 Millionen untersuchten Personen von dieser Untersuchung zusätzlich an Krebs erkrankt. Im direkten Vergleich: Das Risiko für einen 40 jährigen Mann irgendwann während seinem restlichen Leben von einem Blitz getroffen zu werden ist 500 mal höher, nämlich 0,001%!

Wie ist die Strahlenbelastung bei Untersuchungen wie der Computertomografie in der Medizin?

Verglichen mit anderen Untersuchungen in der Medizin sind Röntgen und DVT Bilder von Fuß und Sprunggelenk relativ risikoarm. Wird bei demselben 40jährigen Mann aus unserem Beispiel die Lunge mit Röntgenstrahlen untersucht, steigert diese Untersuchung das Krebsrisiko um 0.00066% bzw. eine von 150.000 untersuchten Personen wird statistisch gesehen zusätzlich an Krebs erkranken. Wird die Lunge des selben 40 jährigen Mannes mit einem CT untersucht steigt das Krebsrisiko sogar um 0,046% – also eine von 2000 untersuchten Personen wird statistisch gesehen zusätzlich an Krebs erkranken.

Wird durch die medizinischen Untersuchungen mein Risiko für eine Krebserkrankung erhöht?

Das grundsätzliche Risiko eines 40 jährigen Mannes während seines restlichen Lebens an Krebs zu erkranken liegt bei etwa 45%, das Risiko bei einem Autounfall zu sterben bei etwa 1%, das Risiko bei einem Fahrradunfall zu sterben bei etwa 0,01%.

Quelle für die statistischen Angaben in diesem Beitrag ist die Website www.xrayrisk.com in der Version vom 07.01.2023.

Häufige Fragen zur Strahlenbelastung bei DVT und Röntgen

Ist die DVT strahlenreicher als ein normales Röntgenbild?

Nein. An Fuß und Sprunggelenk sind DVT und konventionelles Röntgen in ihrer Strahlenbelastung vergleichbar. Je nach technischen Einstellungen kann es leichte Unterschiede geben, grundsätzlich liegt die Dosis jedoch auf demselben Niveau.

Wie hoch ist das Krebsrisiko durch eine DVT am Fuß?

Das Risiko ist minimal. Bei einem 40-jährigen Mann erhöht eine DVT an Fuß und Sprunggelenk das statistische Krebsrisiko um etwa 0,00002 % – das entspricht einem Zusatzrisiko von 1 zu 4 Millionen. Zum Vergleich: Das Risiko, irgendwann vom Blitz getroffen zu werden, ist 500-mal höher.

Ist die DVT mit einem CT vergleichbar?

Nein. Ein CT der Lunge zum Beispiel hat eine etwa 2000-mal höhere Strahlenbelastung als eine DVT an Fuß und Sprunggelenk. DVT und Röntgen am Fuß gehören zu den strahlungsärmsten Untersuchungen in der Medizin.

Warum ist die Strahlenbelastung am Fuß besonders gering?

Zwei Faktoren wirken zusammen: Erstens benötigt die Bildgebung an Fuß und Sprunggelenk eine deutlich geringere Strahlendosis als etwa an der Wirbelsäule oder der Lunge. Zweitens reagiert das Gewebe an Fuß und Sprunggelenk weniger strahlungsempfindlich als zum Beispiel Schilddrüse oder Augen.

Wie kann ich mein persönliches Strahlenrisiko einschätzen?

Eine gute Orientierung bietet die Website xrayrisk.com. Dort lässt sich das individuelle Risiko nach Alter, Geschlecht und Art der Untersuchung abschätzen. Ihr Fußspezialist erklärt Ihnen gerne, warum eine Bildgebung in Ihrem Fall medizinisch notwendig und das Risiko vertretbar ist.

Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin-Zehlendorf
Zuletzt aktualisiert: März 2026