Fußheberschwäche – was kann man machen?

Die Fußheberschwäche beschreibt eine Situation, in der Patienten den Fuß nicht mehr kraftvoll anheben können. Oft kommt es zum Steppergang – die Fußsohle „patscht“ bei jedem Schritt auf den Boden. Auf der betroffenen Seite muss das Knie höher gezogen werden, um nicht zu stolpern.

Ursachen einer Fußheberschwäche

Falls so eine Situation plötzlich und mit lokalen Schmerzen am Fuß auftritt, kann die Ursache eine Ruptur der Tibialis Anterior Sehne sein. Vor allem bei Patienten mit Hohlfuß oder rheumatoider Arthritis ist dies eine häufige Situation! Oft geht der Fußheberschwäche dann eine schmerzhafte Entzündung im vorderen Bereich des Fußes voraus. Vor allem nach Injektionen mit Cortison besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für solch eine Sehnenruptur.

Die weitaus häufigere Ursache für Fußheberschwäche sind jedoch Erkrankungen des Nervensystems. Vor allem die Einklemmung einer Nervenwurzel im Bereich der Lendenwirbelsäule ist eine sehr häufige Ursache.

Auch Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Multiple Sklerose oder Schlaganfall kommen leider als schwerwiegende Ursache in Frage. Wichtig ist, sich möglichst früh spezialisierte ärztliche Hilfe zu holen. Denn in vielen Situationen kann man die Probleme der Fußheberschwäche wieder beheben oder zumindest abmildern.

Unterschieden werden drei Arten der Fußheberschwäche:

  1. Zentrale Fußheberschwäche (Schlaganfall, Multiple Sklerose, etc.)
  2. Periphere Fußheberschwäche (Bandscheibenvorfall / Nervenwurzel eingeklemmt)
  3. Mechanische Fußheberschwäche (Riss de Tibialis Anterior Sehne z.B. nach Injektion bei Rheumatoider Arthritis oder Hohlfuß)

Diagnostik bei Fußheberschwäche

Bevor die Therapie beginnen kann, muss die Ursache der Fußheberschwäche identifiziert werden. Wichtiger Bestandteil ist dabei die Untersuchung durch einen ärztlichen Spezialisten. Je nach vermuteter Ursache werden dann weitere Untersuchungen veranlasst.

Falls ein Schlaganfall möglicherweise die Ursache für Ihre Fußheberschwäche sein könnte, wenden Sie sich bitte umgehend an eine spezialisierte Abteilung für Neurologie mit angeschlossener Stroke-Unit!

Bei mechanischer Fußheberschwäche kann nach der Untersuchung oft mit Ultraschall und MRT die Diagnose bestätigt werden.

Bei peripherer Fußheberschwäche sind zu Beginn oft Röntgen und ein MRT der Lendenwirbelsäule angezeigt.

Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Privatpraxis!
Tel. 030 – 34 39 59 47
anmeldung@ortho-pede.de

Therapie bei Fußheberschwäche

Die Mechanische Fußheberschwäche kann in aller Regel von einem spezialisierten Fußchirurgen mit einer Operation behoben werden. Abhängig von der jeweiligen Situation kommen die direkte Naht der Tibialis Anterior Sehne oder eine Sehnenersatzplastik als Lösung in Frage.

Therapiekonzepte bei peripherer Fußhebeschwäche durch eine eingeklemmte Nervenwurzel oder einen Bandscheibenvorfall sind sehr abhängig von der jeweiligen Situation. Ein plötzliches Auftreten beim jungen Patienten kann eine kurzfristige Operation erfordern (z.B bei schwerem Bandscheibenvorfall). Besteht die periphere Fußheberschwäche schon viele Monate oder Jahre, steht meist die Verbesserung des Gangbilds im Vordergrund. Hier nutzen viel Patienten mit Erfolg individuell angepasste Hilfsmittel.

Bei zentral bedingter Fußheberschwäche durch Schlaganfall oder Multiple Sklerose sollten die Therapie von einem spezialisierten Facharzt für Neurologie geleitet werden. Falls nach Abschluss der Behandlung ein Teil der Fußheberschwäche verbleibt, sind auch hier individuell angepasste Hilfsmittel eine mögliche Lösung.

Therapiekonzepte für Fußheberschwäche ohne Operation:

  • Physiotherapie – vor allem Training von Bauch- und Fußmuskeln hilft die Kraft zum Gehen zurückzugewinnen
  • Fußheberorthese oder Fußheberbandage
  • Dynamische Fußheberorthese – z.B. Peroneusorthese / Heidelberger Winkel
  • Funktionelle Elektrostimulation